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Donnerstag, 21. Juni 2018

Emmanuel Macron: Der Achsenmann

Emmanuel Macron hat seine Magisterarbeit einst über Machiavelli und seine Diplomarbeit über Hegel geschrieben. Der junge französische Präsident kennt sich aber auch weit darüberhinaus in der Geschichte aus. Über die "Achse der Willigen", die Österreichs Kanzler Sebastian Kurz zur Bewältigung der anhaltenden Flüchtlingskrise schmieden will, sagt der Franzose "Sie sprechen von einer Achse. Ich hüte mich vor solchen Formeln, die uns in der Geschichte niemals Glück gebracht haben."

Es allerdings ein ganz neues Hüten, das den 41-jährigen Begründer der Bewegung "Marché" - der Name ist nicht inspiriert von Mussolinis "Marsch auf Rom" oder Hitlers Marsch zur Feldherrenhalle - den Begriff "Axe" so entschieden vermeiden lässt. Noch Anfang Monat etwa verkündete Macron die Gründung einer neuen strategischen Achse Paris-New Delhi-Canberra, kaum einen Monat später gründete er mit Kanadas Premier Trudeau die Achse Paris - Ottawa, nachdem er vorher schon als Bestandteil der Achse Macron - Merkel gelobt worden war.

Macron ist ein Achsenmann, geradezu fixiert auf Achsen und Bündnisse. Mit Angela Merkel wird der Franzose jetzt eine europäische "Achse Berlin-Paris" (Die Zeiet) schmieden, mit Giuseppe Conte hat er schon eine Achse Paris-Rom gebaut. Auf der deutsch-französisch-italienischen Doppelachse wird Europa dann in die Zukunft rollen, alle Nicht-Achsen-Staaten der Gemeinschaft irgendwo im Gepäckwagen.


Kommentare:

Gernot hat gesagt…

Hat alles Tradition. Sie haben schon mal um

ein deutsches Fallschirmjägerbataillon

gefleht, um ihre Truppen in Nordafrika bei der Stange zu halten und wären dann Achsenpartner geworden.
Hatten wir ja nicht nötig.
Merkel ist klüger - ist ja auch Demokratin.

Sauer hat gesagt…

Ein Wagen mit so vielen Achsen ist schwer zu steuern, besonders wenn sie nicht synchron und in gleicher Richtung laufen. Das kann einen Fahrer allein schon überfordern. Kein Wunder also, wenn er Merkel zum Mitsteuern einlädt. Daß sie aufgrund ihrer motorischen und geistigen Defizite jeden Wagen in den Abgrund fährt, hat ihm wohl noch niemand gesagt, obwohl es auch für einen lernschwachen Traumtänzer leicht zu erkennen sein sollte. Dann muß er es halt in der Praxis lernen, gewissermaßen „learning by doing“.