Google+ PPQ: Bürgerrechte mit Briefkopf

Sonntag, 27. Januar 2008

Bürgerrechte mit Briefkopf

Ob Wolfgang Thierse sein Handy schon umgetauscht hat, um Solidarität mit den Nokia-Werkern und unserer jetzt auch von Harald Schmidt aufgegriffenen Kampagne "Kauft nicht beim Finnen" zu zeigen, wissen wir nicht. Dass Wolfgang Thierse, letzter Bürgerrechtler der Republik und einziger Talibanbartträger im Bundestag, Solidarität mit sich selbst lebt, ist aber ein offenes Geheimnis. Lange fand der Mann, der die Mauer zum Einsturz brachte und die SPD gründete, es toll, dass er jeden Sonnabend wie ein ganz normaler Mensch auf dem Wochenmarkt um die Ecke einkaufen gehen konnte. Das ist Berliner Lebensqualität! Jetzt aber ist der Wochenmarkt umgezogen - und das leider genau vor die Haustür des Berliner Arbeiterführers und Bundestagsvizepräsidenten.

Gefällt Wolfgang Thierse gar nicht mehr so - weshalb er schriftlich protestierte. Nicht als Bürger, nicht als Bürgerrechtler, nicht als Bundestagsabgeordneter und nicht als SPD-Mitglied. Sondern, soviel hat Thierse im Unterdrückungsstaat DDR gelernt, als Bundestagsvizepräsident auf Briefpapier mit offiziellem Kopf.

Natürlich war das "nur ein Versehen", weil "die Sekretärin am falschen Computer saß". Im Bundestagsvizepräsidium haben sie nämlich einen Extra-Computer für alles: Einer hat die Vizepräsidenten-Briefköpfe, einer die SPD-Formulare, einer die bürgerrechtlichen Sachen, einer das Zeug für den Arbeiterführer-Job. Die Sekretärinnen hingegen, wenn auch aus Steuermitteln bezahlt, dürfen ganz legal die Privatpost von Thierse und Co. erldigen, zumindest, wenn sie sich dazu das nächste mal an den richtigen Computer setzen. Dem Thierse tut das alles leid, denn er ist nicht Jürgen W. Möllemann, dessen Karriereende mit einer Briefkopfaffäre begann. Thierse springt in seiner Freizeit auch nicht aus Flugzeugen. Der Wochenmarkt bleibt also. Der schamlose Bundestagsvize allerdings auch.

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

in zausel thierse steckt offenbar noch eine ganze menge ddr. ein wunder, dass er über sein fax nicht "staatsratseingabe" drüber geschrieben hat.