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Mittwoch, 23. April 2008

Oskar Lafontaine wieder schwanger

Wenn ein Autohersteller tausend Schrauber rausschmeist, wissen Leitartikler und Stammtischsitzer sofort, was die Stunde geschlagen hat: Der Aktienkurs wird steigen! "Kahlschlag", so sagt es das Herz, das links schlägt, ist gut für die Kurse, jeder Sparplan bringt nämlich mehr Gewinne. Skrupellos werde deshalb entlassen, immerzu und immer gern, von Heuschrecken wie von Mittelständlern. Oskar Lafontaine und DGB-Chef Michael Sommer, zwei große Börsenexperten, sind sogar sicher, dass gewissenlose Vorständler immer dann Leute entlassen, wenn ihre Aktien-Optionen zur Ausübung anstehen. Denn, so sagt die beiden engagierten Arbeiterführer, jede Entlassung lässt den Aktienkurs Luftsprünge machen. Wodurch die Optionen schlagartig wertvoller und die vollen Taschen der Manager noch voller werden.

So einfach, so klar, so falsch. Als heute bekannt wurde, dass die Schweizer Großbank UBS 3000 teure Banker entlassen will, machte der Aktienkurs des Geldhauses weder einen Freudensprung noch schickte er sich an, zu explodieren. Aus dem bis dahin erarbeiteten Tagesminus von 3,5 Prozent wurde eines von 2,5, kein Gedanke an eine grundsätzliche Gegenbewegung zum Kursverfall, der jeden UBS-Aktionär im vergangenen Jahr weit mehr als die Hälfte des investierten Kapitals und alle Manager des Konzern 100 Prozent ihrer Optionen gekostet hat.

Demnächst: Oskar Lafontaine und Michael Sommer erklären, wie man vom Küssen schwanger wird.

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