Google+ PPQ: Verbote bald verboten?

Dienstag, 2. September 2008

Verbote bald verboten?

dass ausgewiesene pappnasen wie bayerns innenminister joachim herrmann (csu), der innenpolitische sprecher der unions-fraktion im bundestag, hans-peter uhl (csu), in zusammenarbeit mit dem unvermeidlichen leiter des kriminologischen forschungsinstituts niedersachsen, christian pfeiffer, mal wieder nicht näher definierte "killerspiele" verbieten wollen, ist erst einmal nicht sonderlich bemerkenswert. es ist das tägliche geschäft dieser und anderer volksbeglücker, die liste der verbote länger und länger werden zu lassen, da sich offenbar kein mensch in deutschland um sich selber kümmern kann. die begründung aber, warum moralische plagen wie grand theft auto IV etc. wenn überhaupt, dann nur noch unterm ladentisch oder übern großen teich gehandelt werden sollen, ist schon putzig: das gerade verschärfte jugendschutzgesetz reiche nicht aus, um die immer ärmere jugend vor den einflüsterungen des teufels zu beschützen. zur erinnerung die wesentlichen punkte der gesetzesänderungen von mitte des jahres:

- Computerspiele und Bildschirmspielgeräte müssen wie Kino- und Videofilme mit einer Altersfreigabekennzeichnung versehen werden. Diese Bildträger dürfen nur an Kinder und Jugendliche abgegeben werden, die das gekennzeichnete Alter haben.

- Die Verbote für schwer jugendgefährdende Medien, insbesondere die mit Gewaltdarstellungen, wurden erweitert und verschärft. So sind auch ohne Indizierung durch die Bundesprüfstelle Trägermedien (z.B. Bücher, Videos, CD, CD-ROM, DVD), die den Krieg verherrlichen, die Menschen in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellen oder Jugendliche in unnatürlicher, geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigen, mit weitreichenden Abgabe-, Vertriebs- und Werbeverboten belegt.

- Die Kompetenzen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wurden erweitert. Sie kann neben allen herkömmlichen auch alle neuen Medien - mit Ausnahme des Rundfunks - indizieren. Des weiteren ist das Indizierungsverfahren neu geregelt worden. Die Bundesprüfstelle kann auch ohne Antrag auf Anregung bestimmter Stellen tätig werden, um zu gewährleisten, dass möglichst alle jugendgefährdenden Angebote in die Liste der Bundesprüfstelle aufgenommen werden.

weil ihnen die eine, von verboten, indizierungen und altersfreigabekennzeichnungen nur so wimmelnde regelung nicht reicht, fordern obige herren einfach eine neue regel. dass a.) amazon.com auch nach deutschland verschickt und b.) die angebliche kausalität "killerspiel" - "reale gewalt" nicht einmal als korrelation nachgewiesen ist, erscheint angesichts dieser chuzpe fast als petitesse.

uhl regte übrigens außerdem an, bestimmte seiten aus dem internet zu nehmen. spätestens seit den olympischen spielen in peking wisse man, "was möglich sei". o-ton: "Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich." von hinrichtungen scheint der mann noch nie etwas gehört zu haben.

Kommentare:

politplatschquatsch hat gesagt…

niemals!!! was würden denn sonst die verbieter machen?

panzerbummi hat gesagt…

na verbieten, die verbote diesmal. und danach gäbe ein verbots-verbot-verbot. so einfach ist das.

Tim hat gesagt…

Das heißt, das Alte Testament mit seinen Metzeleien wird auch gleich mitverboten? Wenn das der Herrgott erfährt ...

panzerbummi hat gesagt…

das alte testament ist noch nicht verboten? dann wird es zeit. auge um auge, zahn um zahn - so kann es nicht weitergehen.