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Dienstag, 25. November 2008

Mehr Drama, Baby!

Schön, wenn ein Land sich echte Experten an der Spitze leisten kann. Als Peer Steinbrück (SPD) vor exakt 71 Tagen im Bundestag auftrat, warnte der Bundesfinanzminister "vor einer Dramatisierung der globalen Finanzmarktkrise". Zum Auftakt der Beratungen des Bundestages über den Etatentwurf für das kommende Jahr wies er damals Befürchtungen zurück, die Krise gefährde die Haushaltsziele der Großen Koalition. "Obwohl diese Finanzmarktkrise zweifellos das größte konjunkturelle Risiko auch für die deutsche Volkswirtschaft darstellt, halte ich die möglichen Auswirkungen auf uns für begrenzt", sagte der SPD-Politiker im Bundestag.

Gestern trat der Mann, der Deutschlands Finanzgeschicke so klug und vorausschauend managt wie ein Busfahrer seine Maschine mit Augenbinde lenkt, wieder vor das Parlament. Auch diesmal sind Steinbrücks Worte deutlich: "Die Weltwirtschaft ist auf einer Talfahrt, und die Bundesrepublik Deutschland ist in einer Rezession", sagte der Mann, der seine Haushaltsziele eben noch nicht einmal gefährdet, geschweige denn geschwunden sah. Steinbrücks derzeitiger, aber natürlich jederzeit änderbarer Meinung nach "wäre es unzutreffend, von einer Stagnation zu reden". Nein, alles ist nun noch viel, viel schlimmer als die schlimmsten Dramatisierer vor acht Wochen herbeidramatisierten: "Die Schärfe und Länge der gegenwärtigen Rezession in Deutschland lässt sich nicht einmal vorhersagen."

Das immerhin hat der Warner vor der Dramatisierung, der jetzt selbst nicht heftig genug dramatisieren kann, in den letzten paar Wochen gelernt.

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