Google+ PPQ: Ja, so schön war Panama

Freitag, 6. März 2009

Ja, so schön war Panama


Nein, es war nicht alles schlecht, damals in der DDR. Am 13.03.1980 etwa ergriff die Menschen, die "unsere" genannt wurden, ein vibrierendes Spannungsgefühl, eine zitternde Vorfreude auf Großes, das da geschehen sollte: Erich Honecker war unterwegs in der Provinz, in Halle, der Chemiehauptstadt, vor Ort bei den Kollektiven, die den Sozialismus mit ihrer Hände Arbeit aufzubauen im Begriff waren. Das Protokoll einer Stunde, die die Welt veränderte.

Thälmannplatz, 15.58 Uhr: Herzliche Begrüßung des Genossen Honecker durch den 1. Sekretär der Stadtleitung Halle, Genossen Fritz Ewelt, und Oberbürgermeister Hans Pflüger. Mit roten Nelken heißt der FDJ-Sekretär des VEB Halloren, Cornelia Rösler, den Staatsratsvorsitzenden und Generalsekretär unserer Partei herzlich willkommen. fünfjährige Tochter Susanne auf dem Arm. "Sehr herzlich willkommen in Halle, das möchten Ihnen hier alle persönlich sagen", begrüßt sie Genossen Honecker, "und vielen Dank für die große Arbeit, die Sie für die Menschen in unserem Land leisten," Die junge Frau, Mutter von zwei Kindern, ist Helferin im Kindergarten Beyschlagstraße des Fernsehgerätewerkes und wohnt in einer der schönen Wohnungen am Thälmannplatz.

Immer wieder Händeschütteln und Hochrufe. Jung und alt drängt nach vorn. Kurzer Aufenthalt vor der Kaufhalle Thälmannplatz. Die stellvertretende Verkaufsstellenleiterin Erika Schröter versichert Genossen Honecker, daß ihr Kollektiv alle Anstrengungen unternimmt, die Versorgungsaufgaben stets gut zu erfüllen, "Bei so fleißigen Frauen kauft man sicher gern ein", erwidert der hohe Gast und wünscht dem Kollektiv weiterhin viel Erfolg in seiner verantwortungsvollen Arbeit.

Kaum 100 Meter weiter werden die Gäste von einem Kollektiv des Kaufhauses "Herrenausstatter" herzlich begrüßt. Fachverkäuferin Lilo Falkenstein wünscht angenehmen Aufenthalt in der Saalestadt und berichtet, wie das Kaufhauskollektiv alle Anstrengungen unternimmt, die guten Ergebnisse seiner Arbeit weiter zu verbessern. "Alles Gute für eure Arbeit und euer persönliches Leben", wünscht Genosse Honecker.

Es ist fast unmöglich, in dieser sonst schon von regem Leben beherrschten Straße vorwärts zu kommen. Am Kaufhaus "Jugendmode" begrüßt Cornelia Politz im Namen dieses "Hervorragenden Jugendkollektivs der DDR" den Generalsekretär unserer Partei. Sie schildert kurz, wie die FDJler hier die Beschlüsse der 11. Tagung des Zentralkomitees Verwirklichen helfen.

Im" Zentrum der -Staat angelangt, betrachtet Genosse Honecker interessiert den Marktplatz der alten Saalestadt. Winkend verabschiedet er sich von den Passanten.

Moritzburg, 16.34 Uhr: Erwartungsvolle Stimmung auf dem Platz vor der Moritzburg. Nahezu 5000 Hallenser sind gekommen. Flotte Marschmusik, gespielt vom Standortmusikkorps des Mdl, erklingt, als die Delegation vorfährt. Beifall brandet auf, als Genosse Honecker winkend zum Innenhof der Moritzburg hinübergeht. Hochrufe auf das Zentralkomitee der Partei und seinen Generalsekretär ertönen auf dem Burghof. Singegruppen der EOS "Adolf Reichwein" "und "Thomas Müntzer" entbieten Genossen Honecker einen stimmungsvollen Willkommensgruß. Mehrfach begrüßt er mit einem herzlichen Händedruck Schüler im Blauhemd,

Am Ende des Spaliers wendet sich der Generalsekretär dem Schalmeienorchester des BMK Chemie zu, das zu seiner Begrüßung aufspielt. "Wirklich eine ausgezeichnete Musik", sagt Genosse Honecker und bedankt sich mit Handschlag beim Orchesterleiter, dem Kraftfahrer Dietmar Körner. Tausende winken dem Generalsekretär zu: "Auf Wiedersehen, Genosse Honecker!"

Kommentare:

nwr hat gesagt…

Sprachlich ein holpriger Spagat zwischen Führerkult und Brüderlichkeit. Mit diesem Wasserstandsmeldungs-Stil würden die Schreiberlinge heute in keiner Zeitung mehr unterkommen.

"FDJ-Sekretär des VEB Halloren, Cornelia Rösler"

Sollte sowas Süßes tatsächlich aus der abgewrackten Stadt der Tristesse kommen? Google sagt: ja.

"Die "Halloren" nannte man gegen Ende des 15. Jahrhunderts eine Bevölkerungsgruppe, die im "Thale zu Halle" heimisch war und von der Salzgewinnung lebte."

Tim hat gesagt…

Ergreifend!

Anonym hat gesagt…

@nrw

Und heute kann man sie essen, die Halloren.

Solch einen warmherzigen Empfang wünsche ich auch unserer Kanzlerin, die unermüdlich dabei ist, herauszufinden, was das Beste an unseren Menschen ist, um sie dann davon zu befreien.