Google+ PPQ: Missbrauch kein Westmonopol

Montag, 8. März 2010

Missbrauch kein Westmonopol

Der Missbrauchskandal an deutschen Schulen, der anstelle des nach Chile abgereisten Bundesaußenministers Guido Westerwelle ins Unterhaltungsprogramm gerutscht ist, weitet sich planmäßig weiter aus. Nach Fällen an katholischen Lehreinrichtungen und an der Reformschule in Heppenheim waren Beobachter bislang davon ausgegangen, dass es sich um ein reines West-Phänomen handelt. Erste Hinweise deuten nun aber jetzt darauf hin, dass es auch im Osten Deutschlands sexuelle Übergriffe gegeben haben könnte - darunter auf Jungen, aber auch auf Mädchen (Bild oben, Quelle stasiporn.com).

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass an der renommierten Odenwald-Schule für Reformpädagogik in Hessen zwischen 1970 und 1985 bis zu 100 Schüler vom Schulleiter und mindestens drei Lehrern missbraucht worden sein sollen. Die Katholische Kirche hatte zuvor interne Reinigungsmaßnahmen angekündigt, der Papst wisse von nichts, hieß es.

Aus dem ehemals sozialistischen Osten der Republik kommen nun neue, schlimme Bilder (oben, rechts). Augenzeugen berichten von jungen Thälmannpionierinnen, ins Direktorenzimmer vorgeladen und hier schwer erniedrigt wurden, Opfer erinnern sich an peinliche Entkleidungsrituale in muffigen Sporthallenduschen. Die alte Bundesrepublik könne kein Mißbrauchsmonopol für sich beanspruchen, analysieren erste Experten nach Auswertung der ernsten und akuten Fälle, die sich vor etwa 25 Jahren unter dem Deckmantel des "FDJ-Aufgebotes XI. Parteitag" abgespielt haben sollen.

Unter dem Druck der seit einem Vierteljahrhundert vergangenen Ereignisse schaltet sich jetzt auch die Bundesregierung aktiv in die Aufklärung des Missbrauchs-Skandals ein. Wie immer, wenn die Forderung nach härtere Strafen politisch nicht korrekt erscheint, stimmt ein Chor den Ruf nach "längeren Verjährungsfristen" an. Anstelle des im Bundestag üblichen Verweisens in die Ausschüsse sollen Stellen für "Sonderbeauftragte" in den Ministerien geschaffen werden, um die Volksseele zu beruhigen.

Das Land brauche eine "Kultur des Hinsehens", forderte Bundesbildungsministerin Annette Schavan jetzt die Verwendung der bisher nur im "Kampf gegen rechts" (Angela Merkel) verwendeten schärfsten Waffe der Demokratie auch beim Schmuddelsex mit Schutzbefohlenen. Statt sich wegzuducken, müsse zugeschaut werden. So hätten an der Odenwald-Schule Lehrer ihre jugendlichen Geliebten unbemerkt von Kollegen und Mitschülern geheiratet. Dadurch werde "zum Teil erst viele Jahre nach dem Missbrauch gesprochen", sagte die CDU-Politikerin, die für eine völlig Neuerfindung der abendländischen Rechtssystematik wirbt. Weil sich die Länge der Verjährungsfrist derzeit noch an der Höhe der Strafandrohung orientiere, entstehe der Eindruck, "es ist so weit zurück, es ist verjährt, also ist es nicht wichtig". Künftig solle es andersherum sein: Fälle, die viele Schlagzeilen machen, seien als wichtig zu betrachten, die Verjährungsfrist steige dann automatisch auf eine Dauer an, die Strafverfolgung weiter ermögliche.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Diese Enthüllung hat lange auf sich warten lassen.

Ihr habt doch nicht etwa bei der Birthler eingebrochen und Stasifilmrollen mitgehen lassen?

Diese Art Erkenntnisse öffentlich zu verbreiten ist verboten bzw. nur dann erlaubt, wenn es die Behörde selber an die BILD lanciert hat.

ulysses hat gesagt…

die verjährungsfrist ist, so glaubte ich immer, als hilfestellung für die opfer gedacht.. damit die auch wissen wann es zeit ist darüber öffentlich zu sprechen.. aber es ist schon ekelhaft, das diese missbrauchsfälle so ausgeschlachtet werden, das sich immer mehr opfer berufen fühlen sich zu outen.. furchtbar.. wirklich..

derherold hat gesagt…

... und das ist bestimmt nur die Oberfläche !

Ich warte ja auf zum Hinsehen motivierende Film-Dokumentationen ... spiegelTV wäre hier erste Wahl, da diese schon bei tschechischer Straßenprostidings Kernkomptenz nachgewiesen haben... wie "Wenn der ABV 3* klingelt", "Unter der Pionierbluse wird ge-nu-nu-t", "Wild und frei im Erzgebergsch" oder "Der Mönch mit der Peitsche"

P.S. Hattet Ihr Mönche ?

Die Anmerkung hat gesagt…

@derherold

Wir haben wie die Mönche gelebt. Das war viel schlimmer.
Doch nun genießen wir die Freiheit in Saus mit Braus(e).

ppq hat gesagt…

wir lebten alle wie mönche, mit sex und nordhäuser korn und allem drumunddran

Beobachter hat gesagt…

Hallo,

die grüne 0.25er Brause die Wahnsinnig schäumte während wir damit Mitschüler unter dem Kiffhäuser oder vor der Barbarossahöhle anspritzten, hatte auch was reizvolles.

Auf jedenfall waren es Abenteuer, welche die Stadt nicht geben konnte.

Grüße

ppq hat gesagt…

dass das immer gleich so ostalgisch wird... was die bloß mit uns gemacht