Google+ PPQ: Waffen nur für Wölfe

Sonntag, 24. Juli 2011

Waffen nur für Wölfe

Das Muster ist immer dasselbe, ob in Erfurt, Winnenden oder norwegischen Insel Utøya: Ein Mann gegen viele, Waffen gegen Wehrlose. Auch das Ergebnis der Rechnung bleibt gleich: Auf Dutzende Tote folgt eine ebenso traditionelle wie durchritualisierte Diskussion um die Verschärfung des Waffenrechts und ein Verbot von Ballerspielen.

Calimero geht die Frage in seinem Blog andersherum an - und folgt damit einer bei anderer, fürchterlicher Gelegenheit aufgestellten PPQ-These. Der Friede muss bewaffnet sein, hieß es zugegebenermaßen zugespitzt, als ein 17-jähriger mit der geklauten Pistole seines Vaters ausgezogen war, die Welt zu dem schlimmen Ort zu machen, der sie für ihn offenbar schon immer gewesen war.

Wie der Wolf fiel der damals über seine Mitschüler her, die ebenso wie die Opfer des norwegischen Massenmörders Anders Breivik. "Lämmchen", nennt Calimero die Opfer, Abgesandte einer Welt, in der sich der Arglose durch Wehrlosigkeit schützt. Die aber hilft nicht, so lange Wahnsinnige aus welchen Motiven heraus auch immer auszuziehen, um ihren Namen mit Blut in die Geschichtsbücher zu schreiben.

Natürlich, nichts hilft gegen einen Mann, der über Monate und Jahre plant, andere Menschen zu ermorden. Was aber, wenn Amokläufer damit rechnen müssten, auf Gegenwehr zu stoßen? Wenn Überraschungseffekt und Bewaffnung ihnen nicht mehr die totale, sondern nur noch eine zeitweilige Überlegenheit verspräche?

Amokläufer sind feige, das hat auch Anders Breivik bewiesen, der gut im Töten war, aber schlecht im Sterben. Wäre er auch über die Schülerinnen und Schüler auf Utøya hergefallen, wenn er hätte fürchten müssen, nach den ersten fünf Morden vom sechsten, siebten und achten Opfer unter Feuer genommen zu werden?

Eine Frage, die so interessant wie untersagt ist in mitteleuropäischen Diskussionen über die Ursachen von Untaten wie die des norwegischen Gewalttäters. Schon im Oktober 1954 stellte der Strafsenat des Bezirksgerichtes Gera für die DDR klar, welche "große Gefahr, die jeder unkontrollierte Waffenbesitz für die staatliche Ordnung und das Leben unserer Bürger darstellt". Wo Menschen Waffen haben, können sie sich wehren, nicht nur gegen Amokläufer, sondern im Zweifelsfall auch gegen den Staat.

Will das wer in der alten Welt? Wo doch, so heißt es, das in den USA immer noch geltende Recht, eine Waffe zu tragen, jedes Jahr Tausende das Leben kostet?

Nein. Obwohl die Geschichte zeigt, dass ein Land, das privaten Waffenbesitz erlaubt, noch nie zur Diktatur geworden ist, während alle Diktatoren des 20.Jahrhunderts den Besitz von Waffen für Zivilisten sofort verboten, wird auch nach den Anschlägen von Norwegen wieder alles laufen, wie es immer lief. Waffen bekommen nur die Wölfe, die Lämmchen wehren sich mit Lächeln, Betteln und Gebeten.

Dass die Schweiz, nicht die USA, das Land mit den meisten privaten Schußwaffen pro Kopf der Bevölkerung sind, beileibe aber kein Amokland, dass wird nirgendwo stehen.Denn die Zahl der Amokläufe dort ist niedriger als hier. Ebensowenig wird der Umstand erwähnt werden, dass die Neuseeländer pro Nase mehr Gewehre und Pistolen als die US-Amerikaner und die Kanadier genausoviele. In beiden Ländern sterben dennoch kaum mehr Menschen durch Schußwaffengebrauch als in Deutschland.

Ein amerikanisches Sprichwort sagt “Waffen sind gefährlich, noch gefährlicher ist es nur, keine besitzen zu dürfen.” Die Kinder und Jugendlichen, die auf Utøya zuschauen mussten, wie der irre Breivik ihre Freunde ermordete, werden zustimmen. Deutsche Politiker dagegen werden jede Vorlage nutzen, um die übliche Diskussion zu führen.

Meinungsterror zum selben Thema

Kommentare:

Calimero hat gesagt…

Ui, da habe ich den Titel wohl unbewusst bei euch geklaut. Verdammt!
Aber er schien mir der einzig sofort passende zu sein.

Man möge mir das Plagiat verzeihen.

Beste Grüße, Calimero

P.S. "Waffen nur für Wölfe" ist aber auch ein Volltreffer (wenn man das so sagen kann).

ppq hat gesagt…

wir haben den doch auch nur weggeborgt ;-)

nein, liebe ist für alle da - und der titel auch.

volltreffer? mit solchen vokabeln müssen wir jetzt erst wieder eine woche warten

Volker hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym hat gesagt…

"Ein amerikanisches Sprichwort sagt “Waffen sind gefährlich, noch gefährlicher ist es nur, keine besitzen zu dürfen.” Die Kinder und Jugendlichen, die auf Utøya zuschauen mussten, wie der irre Breivik ihre Freunde ermordete, werden zustimmen."

Also Waffenbesitzrecht für Kinder???

Volker hat gesagt…

Nein, ich will mich nicht über die Opfer lustig machen. Unser Beileid ist auf Seiten der Hinterbliebenen. Furchtbar die Vorstellung, wenn Eltern im Radio hören dass ein Wahnsinniger in dem Ferienlager schießt, wo gerade ihre Kinder sind.

Leider ist der politisch mediale Komplex skrupellos genug, dieses Verbrechen sofort propagandistisch auszuschlachten. Die WELT weiß schon Bescheid: Rechtspopulismus senkt Hemmschwelle, die anderen titeln im gleichen Tenor (man lese beispielhaft Stefanie Niggemeier).
Die Marschrichtung ist schon mal vorgegeben: Schuld sind Sarrazin, Wilders und PI.

Angesichts dieser Unverfrorenheit möchte ich mal ein wenig gegenhalten.
Die norwegische Polizei hat 90 Minuten gebraucht auf die Insel zu kommen. Kaum zu glauben, war aber so.
Über die Gründe lässt sich spekulieren. Vielleicht ist es die schnöde Dummheit. Die selbe Polizei, die uns in den unendlichen Studien die Gefährlichkeit der pösen Rechten in immer neuen Farben mit immer neuen Details und Zahlenwerken schildert, ist so entsetzlich blöd, dass die eine Stunde brauchen um die Schnürsenkel zuzubinden und den Helm aufzusetzen.

Kann auch sein, dass die Polizei zurückgehalten wurde. Je höher die Opferzahl, umso besser für das rote Establishment. Zutrauen würde ich das denen jedenfalls.

Möglich ist aber auch, dass die Polizei so lange zögerte, weil sie das Richtige tun wollte. Die sind erst mal nach Hannover um die Schnapsdrossel zu holen. Die beste Methode mit Gewaltverbrechern fertig zu werden ist bekanntlich, mit denen die Friedenspfeife zu rauchen.

ppq hat gesagt…

nein, kein waffenbesitzrecht für kinder! aber eine diskussion, die nicht von ihrem ziel aus rückwärts geführt wird

Anonüm hat gesagt…

Das war kein Amoklauf, die Tat war seit Monaten geplant.

Volker hat gesagt…

@Anonüm
Alle zeitgenössischen "Amokläufe" waren lange Zeit vorher geplant.
Alle.
Kein Mensch hat "zufällig" mehrere Waffen und tausend Patronen am Mann.

ppq hat gesagt…

wollte ich auch gerade sagen.

Anonym hat gesagt…

Volksbewaffnung jetzt - weg mit dem Kulturbolschewismus - antifa aufs Maul - EKD verbieten .

VRIL

Anonym hat gesagt…

Waffenbesitz für Kinder ? ja - aber nur für deutsche Kinder . Türkische Kinder haben ja in der Regel bereits Waffen .

Playmobilfrisurenträger brauchen keine Waffen -sie lösen alle Probleme diskursiv -theatralistisch ganzheitlich . Oder sie kriegen mal so richtig aufs Maul- oder die fahren gleich nach Norrrwegen.

VRIL

Anonym hat gesagt…

Schade nur, dass sich sachliche Fehler reingeschlichen haben.


Der Täter war keineswegs schlecht im Sterben - er wollte Medienpräsenz, um seine Ideologie selbst darzustellen. Die wird er bekommen. Sein Anwalt hat gesagt, er will auf jeden Fall morgen selbst aussagen. Er hatte nie vor, sich umzubringen. Er hat eine Mission. Und die ist noch nicht erfüllt. Wenn man eine Autobombe sozusagen als Mittel zum Zweck hochjagt, um sich dann ohne Probleme bis an die Zähne bewaffnet hochoffiziell auf die Insel übersetzen zu lassen - dann ist man nicht so blöde und bringt sich danach um. Dann hat man was zu sagen.

Neuseeland, Kanada und auch die Schweiz mögen mehr Waffenbesitz pro Kopf haben - aber sie haben wesentlich weniger Einwohner pro qm. Wo viele Menschen aufeinander hocken, entstehen schneller mehr Spannungen die sich entladen. Daher hast Du in den USA eine höhere Mißbrauchsrate der Waffen- wobei man bei den USA nicht vergessen darf, daß sie dort wesentlich mehr Ballungsräume haben als die ersten drei, daher greift da das pro Kopf Argument nur bedingt. Da sollte man sich die Kriminalsttistiken anschauen, wo die meisten Probleme mit Waffen bestehen.

Die Argumente, die hier angeführt sind nicht neu - sie lassen sich in jeder Ausgabe irgendwelcher Waffenzeitschriften in allen möglichen Ausführungen lesen.

Und dennoch - mehr Waffen führen - zumindest in "vollen" Ländern zu mehr Toten. Und dafür sind die USA ein Beweis. Und dann sind da noch so Orte wie Kolumbien, Mexico oder Brasilien dabei, wo sie noch nicht mal Statistiken haben, wieviele Leute täglich erschossen werden. Und von Ländern wie Somalia rede ich erst gar nicht.

Es gibt keine einfachen Lösungen - weder ein absolutes Waffenverbot noch eine absolute Waffenfreiheit ist m.E. der Weisheit letzter Schluss.

Leider.

ppq hat gesagt…

danke für die hinweise. was den irren betrifft, gehe ich mit. wobei ich der meinung bin, jemand, der soetwas tut, hat zwingend zu sterben. und am besten, er sorgt selbst dafür.

die restlichen argumente sind natürlich nicht neu. welche sind das schon? aber deine überzeugen mich auch nicht, weil du die schweiz leider vergessen hast.

es geht nämlich keineswegs nur um bevölkerungsdichte und zahl der waffen, sondern eben auch um die mentalität derer, die sie besitzen. mentalität und bildung vielleicht sogar.

ppq hat gesagt…

ergänzend: ja, deinem schluss stimme ich zu.

der text versteht sich natürlich auch nicht als plädoyer für unbeschränkten waffenbesitz. er behandelt einzig und allein die einwegdiskussion, die wir in solchen mmomenten jedes mal zu führen verpflichtet zu sein scheinen.

Anonym hat gesagt…

re : Bevölkerungsdichte : In Skandinavien will man keine Bereicherer ,keinen Islam - die Sozialdemokratie handelt gegen die Interessen des nordischen Volkes - es ist erst der Anfang .Pathologisierung des Täters und gemeinsames Trauern hilft nicht - der Gedanke ist in der Welt - Adorno und EKD sind Geschichte .

Bleibt das System uneinsichtig wird es schlimmer - viel schlimmer.

VRIL

Anonym hat gesagt…

ard zdf - alle haben ganz viel Angst und andauernd berichtet gez ( hier :"ttt" ) über Freud . Jeden Tag hässliche Kunst -jeden Tag Freud , jeden Tag "irgendwie" - jeden Tag Playmobilfrisurenarschlochmitbürger in der Uni - "finde ich" - irgendwie" .

Froie mich auf deutlich mehr Härte und wenig Nachsicht . ( Amy ist tot - mach nix - sie war auch nur ein TV Produkt - irgendwie überflüssig ) .

FlächenverbraucherInnen dieser Welt - verschwindet von meinem Planeten .

VRIL

Anonym hat gesagt…

Volker Panzer ( Deutungscommander ,zdf ) und heute als Gastarschkriecher : Hirschhausen ( mit Seidentuch ) ; eine unangenehme Mischpoke , dummdreist und frech ; dabei wenig intellektuell ; beleidigen den Zuschauer durch vorhersehbare dümmliche Diskurse ( Dauerjagenausager Hirschhausen fährt demnächst nach Norwegen und bleibt da - hoffe ich ) .

Wozu also Volker Panzer ? hat das zdf "nachtstudio" einen tieferen Sinn ? Warum kann der brd Spießer ohne Meinungsvorlage nicht in die Woche starten ? warum ?

VRIL

Anonym hat gesagt…

http://rutube.ru/tracks/3831253.html?v=ed7392547a0b618cdae0fa36b1fd8c99

cohn bändit - immer wieder lustig

VRIL

Anonym hat gesagt…

deinen neuen spammer find ich cool, der marschiert in die richtige richtung.. ansonsten ist ja das alte landser-shanty "waffen für alle" für deine feine klientel ohnehin der weissheit letzter schluss.. "ne knarre für susie, ne wumme für kalle, ne bombe für helmuth!" - jawollo volksgenossen..

ansonsten einfach weitermachen, rührt euch!

Anonym hat gesagt…

Feige? Wenn er eine Botschaft zu verbreiten hatte, dann ist es doch wohl dümmlich, anzunehmen, der Mann war feige. Wenn er darauf aus ist, im Prozess Stellung zu nehmen, dann ist das Überleben doch nicht feige, sondern der Theatergong, ehe der Zuschauer sich auf das Heben des Vorhangs einstellt.

ppq hat gesagt…

die befürchtung mit dem "immer schlimemr" ist ebenso beliebt wie beliebig. guck 30 jahre zurück - wars da schöner? guck 70 jahre zurück - wars da besser? und bei 100, 300, 800 und 1500 jahren ist es genauso.

ich frage mich imemr, woher der hang der menschen kommt, befürchten zu WOLLEN, dass es ihnen bald noch schlechter gehen wird, wo sie doch leicht sehen könnten, dass es ihnen (in der gesamtheit) tendenziell stets besser gegangen ist als vorher

Le Penseur hat gesagt…

@"Anonym:

Neuseeland, Kanada und auch die Schweiz mögen mehr Waffenbesitz pro Kopf haben - aber sie haben wesentlich weniger Einwohner pro qm.

Was die Schweiz betrifft: Geographie nichtgenügend, setzen!

USA 32 E/km²
Schweiz 188 E/km²

Nach Ihrer Theorie müßten also in der Schweiz sechsmal mehr Amokläufe bzw. sonstige Verbrechen mit Schußwaffen pro Kopf der Bevölkerung stattfinden als in den USA. Was net ganz den Tatsachen entspricht ... oder?

ppq hat gesagt…

danke, das war etwa, was ich sagen wollte.

ppq hat gesagt…

interessaant ist auch, dass in deutschland etwa zehnmal soviele verbrechen unter verwendung illegaler schusswaffen begangen werden als unter verwendung legaler.

da fragt man sich doch glatt: wie will irgendein gesetz, dass sich notgedrungen immer auf legale waffen bezieht, etwas ohnehin illegales verbieten, verhindern, erschweren?

Kurt hat gesagt…

Eine Waffe tötet nicht. Es ist der Waffenführer, der tötet.
Und gegen einen wahnsinnigen Verbrecher wie hier ist nunmal kein Kraut gewachsen. Es kann ja nicht sein, daß überall bewaffnete Wachleute rumstehen. Ferienlager sind doch keine Kriegsgefangenenlager. Und gemessen an der Häufigkeit von solchen Vorkomnissen ist den Jugendlichen doch kein Vorwurf zu machen, daß sie nicht wußten, wie man diesen Teufel in Menschengestalt überwältigt. Und wenn dann noch alle Opfer der Jugendorganisation der Regierungspartei angehören, ist es für mich plausibel, daß sie einen Polizisten für ihren Freund und Helfer hielten.
Die interessante Frage ist doch, wie die heutige Jugend auf Gewalterlebnisse vorbereitet wird.
Ich möchte hier jetzt nicht unbedingt für eine Wiedereinführung des Wehrlagers plädieren, aber irgendwie scheint es mir nicht richtig, nur zu lernen, wie man seinen Namen tanzt und die Probleme ferner Länder löst.

daniel hat gesagt…

Ich finde es schon erstaunlich, dass 600 Menschen es nicht schafften diesen Typ zu stoppen. Auch ohne Schusswaffen. Es waren ja nicht nur Kinder da. Kurts Wehr-Gedanke ist nicht abwegig. Sowas nennt man eigentlich Zivilcourage. Darunter wird aber heute eher die gefahrlose Teilnahme an irgendwelchen Friedensdemos verstanden bzw. das Beten für Taliban.

Gustaf Fröhlich hat gesagt…

@ Daniel

Auch wenn uns die Medien aller Couleurs quasi den Eindruck vermitteln, als seien wir hautnah dabei gewesen; es war nicht so und kaum jemand vermag bis jetzt den tatsächlichen Ablauf zu rekonstruieren.
Also sollten wir abwarten, was eines Tages aus dem Gestrüpp aus Augenzeugenberichten, Hörensagen, Hörenhörensagen und Hinzudichtung wirklich als Tatablauf konstruiert wird.

Die Notwendigkeit der Rückkehr zur Wehrerziehung mag zwar realistisch erscheinen, wäre aber gleichsam eine Kapitulation jeglicher zivilisierter Verhaltensweisen. Die Vorbereitung Jugendlicher auf Gewalterlebnisse findet meines Erachtens nach bereits in ausführlicher Form in Presse, Netz und Fernsehen statt. Da wünschte ich mir manchmal für die Gören eine entspannterere Kindheit.

Das tragische am menschlichen Dasein ist nun mal, daß auch der Wahnsinn ein Teil der menschlichen Natur ist (Fromm nannte das seinerzeit das Böse im Menschen). Und der menschliche Wahnsinn sucht von Zeit zu Zeit nach einem Ausbruch, genauso wie das bei Erdbeben der Fall ist. Das kann man beobachten, versuchen vorherzusagen. Aber zu hundert Prozent ausschließen läßt sich das nie; so tragisch das dann für die Unschuldig betroffenen auch ist.

daniel hat gesagt…

@Gustaf Fröhlich

Den Eindruck, hautnah dabei gewesen zu sein, hatte ich nicht. Ich habe lediglich die Größe der Insel gesehen und geschlußfolgert, dass eine Flucht schwer möglich gewesen sein muss.

Beim Thema Zivilcourage/Wehrhaftigkeit könnte man auch andersherum fragen: Wollen wir unsere Kinder etwa zu Feiglingen erziehen?

Anonym hat gesagt…

Frage : wieso inteessiert es die brd Presse nicht die Bohne , daß der "Rechtsextremist"

a) beim Unabomber abgeschrieben hat (angeblich 9 Jahre Vorbereitungszeit ; überhaupt nicht eitel ne eigene Schrift zu verfassen oder zu doof ?? )

b) er nicht ein µg Antisemitismus versprüht ( was fürn doofer Rechter ) .

ich gloob nix mehr


VRIL

Anonym hat gesagt…

ich hab son scheiss-ddr gefühl ...

VRIL

Gustaf Fröhlich hat gesagt…

"Beim Thema Zivilcourage/Wehrhaftigkeit könnte man auch andersherum fragen: Wollen wir unsere Kinder etwa zu Feiglingen erziehen?"

Auch wenn es der Name "Wehrerziehung" anders suggeriert, aber Wehrlager (meinetwegen auch Wehrerziehungslager) haben nichts mit der Vermeidung von Feigheit zu tun. Ich fand die Lager damals ziemlich "krude" und in meinen Augen dienten sie ausschließlich der Ideologisierung. Man muss sich schon die Frage stellen, welche Minderwertigkeitskomplexe eine Gesellschaft hat, die solche Form von Lagern braucht.
Das eigentliche Hauptproblem scheint tatsächlich ein erzieherisches zu sein. Aber weniger in der Form, dass die Kinder zu Feiglingen erzogen werden, so schlichtweg dahin, dass sich ein Großteil der Erziehungsberechtigten und -verpflichteten sich um die eigene Brut nicht richtig kümmert. Das nennt man dann - glaub ich - Verwahrlosung.

daniel hat gesagt…

Was Verwahrlosung jetzt direkt mit dem Attentat zu tun hat, geschweige denn mit den Opfern, erschließt sich mir nicht. Und freilich sind die Eltern für die Erziehung ihrer Brut verantwortlich. Trotzdem gibt es sowas wie ein Bildungsideal und das kann m. E. nicht nur aus Philosophie und Klavierspielen bestehen. Deshalb dachte ich weniger an Lager, sondern eher an Selbstverteidigungskurse und solche Sachen.

Gustaf Fröhlich hat gesagt…

Ich beziehe den Punkt (emotionale) Verwahrlosung bzw. Vernachlässigung schon mehr auf den Aspekt Wehrerziehung, Selbstverteidigung etc. als auf das Attentat und die Opfer.
Und ich kann da auch nur aus meiner Sicht sprechen, aber ich hatte seit meiner frühsten Kindheit genügend Vorbilder und wohl auch günstige Umstände, welche einen weiteren Bedarf an Wehrerziehung bzw. Selbstverteidigungskurse etc. erübrigt haben. Aber wie gesagt, ich spreche da für mich.

daniel hat gesagt…

Herr Fröhlich, hängen Sie sich doch nicht an dem Wort "Wehrerziehung" auf, sonst sitzen Sie der ideologischen Verbrämung, die damit verbunden ist, doch voll auf. Ich habe versucht anzudeuten, dass man darunter auch etwas viel Harmloseres verstehen kann. Noch etwas allgemeiner gesprochen, könnte man auch von Sport reden. In Bezug auf das Attentat ist das natürlich eher eine Nebensache, obwohl sich die regelmäßige Teilnahme am Schwimmunterricht diesmal ausgezahlt haben dürfte.

Anonym hat gesagt…

Also bewaffneten sich die Schafe...
und fanden sich plötzlich im Mittelalter wieder.

Bravo. Sehr fortschrittliche Thesen die hier aufgestellt werden.

Ich gehe nicht davon aus, dass Amokläufer Feiglinge sind. Eine bewaffnete Bevölkerung würde sie vermutlich nicht von ihren Taten abhalten. In der Regel suchen sie ohnehin den Tod.
Bei Breivik ist das offensichtlich anders, grausamer als je zuvor.
Im Umkehrschluss zu behaupten, MEHR Waffen würden das Leben von Menschen retten ist aber absurd...aber sowas von.