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Dienstag, 1. Mai 2012

Lieber Grippe als Betreuungsgeld

Pünktlich zum Tag der Arbeit  mischen sich nun auch mitteldeutsche Mütter in den Streit um das Betreuungsgeld ein, der letzte Woche die medialen Leerstellen füllte, in die in dieser Woche der Streit um den EM-Boykott der deutschen Politik-Nationalmannschaft springen muss. Mutig widerspricht etwa die Jungunternehmerin Katrin B. mit einer selbst finanzierten Anzeige (oben) allen Verteidigern der Regierungspläne zur Zahlung einer Herdprämie: Die Fahrerin eines speziellen "Friseurtaxis" sitzt täglich auf dem Bock, obwohl ihr Toni mitten in einer Grippeerkrankung ist. Und während der Fahrt schneidet, föhnt, tönt und wäscht sie.

Aber jammert die junge Frau? Ruft sie wie so viele Politiker der SPD, der Grünen, der CDU, der Linken und der CSU nach Vater Staat, damit der den Kleinen stellvertretend bemuttert?

Nein, Katrin B. freut sich trotz fehlender Unterbringungsmöglichkeiten für das kranke Kind "wieder für Sie da zu sein". Selbstbewusst vertraut sie auf Eigeninitiative, unbeirrt vom Ruf nach Ausgleichszahlungen für alle, die staatliche Erziehungshilfen bislang nicht in Anspruch nahmen, setzt sie auf Waschen, Schneiden, Fahren unabhängig von der politischen Großwetterlage. Wer noch keinen Termin vereinbart hat - am besten sofort 08002009200 anrufen. Auch Toni freut sich, wenn er die Grippe erst überstanden hat.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Natürlich hat sie nicht vergessen, bei ihrer bisherigen Arbeitgeberin die Kundenkartei zu plündern.

Auch ein Beweis für Tüchtigkeit und Eigeninitiative.

Anonym hat gesagt…

Toni ist nicht krank, sondern in der Krippe. Karin verwendet in ihrer Anzeige das sächsische "K", geschrieben wie "G".

LG Bösdorfer

Anonym hat gesagt…

An "Tolleranz" (neulich bei Vitzliputzli) ist man schon gewöhnt, "Beweiß" (bei Kybeline) ist nichts Ungewöhnliches, aber inzwischen wird schamlos "nähmlich" geschrieben, das hätte in meiner Jugendzeit die Sonderschüler geniert...Also was soll's.

ppq hat gesagt…

das ist doch klar

Kurt hat gesagt…

Wäre Joseph und Maria nicht in einem Stall gelandet, sondern bei einem Bötcher, dann würden die Kinder wohl heute in die Zuber gehen. Oder wären sie bei einem Bäcker niedergekommen, würde die Einrichtung vielleicht Kindermulde heißen. Oder bei Wäschern - Kindertrog. Oder bei Fischern - Kindernetz. Oder bei Schiffern - Kinderkanu.
...wird fortgesetzt...