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Montag, 30. Juli 2012

EZB-Report: An der Großgeldquelle

Mehr als drei Jahre lang hatten zahlreiche Expeditionen zum Teil mit großem Aufwand nach ihr gesucht, doch alle waren sie letztlich tragisch gescheitert. Wissenschaftler stellten schon kurz nach der Einführung Hypothesen dazu auf, wo die neue Währung eigentlich herkommt, 2004 machte sich dann der berühmte britische Forscher David Livinghome auf, die geheimnisvolle Euro-Quelle selbst zu sehen. Er meinte sie schließlich nahe Brüssel gefunden zu haben, doch auch er irrte. Erst durch umfangreiche Recherchen der "Welt" ist es jetzt gelungen, die sogenannte "Großquelle" nachzuweisen: Sie liegt mitten in Hessen, vor neugierigen Augen versteckt in aller Öffentlichkeit. Ein PPQ-Reporterteam hatte in der vergangenen Woche Gelegenheit, die sich Wochen am Rande der Produktionskapazitäten arbeitende Geldfabrik zu besuchen und als embedded hands mit einem der Megatrucks der Firma Mielke-Logistik (Foto oben) mitzufahren, in denen die Trilliarden und Trillionen auf Anweisung von EZB-Präsident Mario Draghi Tag für Tag pünktlich zu den Bedürftigen gebracht werden.

Es riecht nach Papier, nach Farbe, nach Schmiere und, ja, es riecht auch nach Geld. "Kein Wunder, denn unsere Maschinen und Druckerpressen laufen zur Zeit 24 Stunden am Tag, zur Not mit Notstrom", sagt Karsten Kunze stolz, während er die neugierigen Besucher durch die riesigen unterirdischen Hallen der EZB in einer großen Stadt in Hessen führt. Alles hier ist geheim, nichts von hier darf nach außen dringen. Nichts? Nein, falsch. Seit das ansonsten sehr erfolgreiche Europa-Projekt, das der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl mit einigen Vertrauten im "Hades-Plan" niedergeschrieben hatte, am Rande des Zusammenbruchs laviert, herrscht Ausnahmezustand in der Hauptnachschubstation für den europäischen Schuldenberg. "Früher haben wir vielleicht mal drei, vier Milliarden im Monat hergestellt", umreißt Kunze die neuen, gewaltigen Herausforderungen, "heute machen wir das in einer halben Schicht."

Dank moderner Gelddruckmaschinen sei die Herstellung selbst "nicht das ganz große Problem", erklärt der Experte. Kopfzerbrechen bereite vielmehr der reibungslose Abtransport der vor allem in Spanien, Griechenland und Italien dringend benötigten Geldmassen. "Für solche Geldgebirge sind unsere Laderampen eigentlich nicht ausgelegt."

Die 7321 MitarbeiterInnen und Mitarbeiter mussten sich etwas einfallen lassen, um die pausenlos vorfahrenden Mielke-Megatrucks beschicken zu können, die nach einem komplizierten verteilungsplan (Grafik oben) direkt aus dem zwei Kilometer langen Geheim-Tunnel von der Rettungsgeld-Produktionsanlage zu den Euro-Abnehmern in Athen, Paris, Madrid und Rom fahren. "Wir haben hier ein ausgeklügeltes System aus automatischen Förderbändern aufgebaut", erläutert Kunze. Finanziert durch einen Sechs-Millionenkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der kofinanziert wurde durch den Rettungsschirm ESM gelang es, den Geldausstoß binnen eines halben Jahres zu verhundertfachen. "Sollte der Bedarf weiter steigen, haben wir auch noch freie Spitzen", so Kunze, der als Rettungsgeldreferent bei der EZB anfing und nach der ersten endgültigen Rettung Europas im Frühjahr 2010 auf den Posten des obersten Geld-Logistikers wechselte.

Zu den Aufgaben des 34-jährigen Kötheners gehört es, den Überblick über die abfließenden Trilliarden zu behalten und das zum Nachdruck benötigte Papier bei einer finnischen Baummühle zu bestellen. "Im Augenblick verbrauchen wir etwa 100 Tonnen Papier am Tag", sagt Karsten Kunze zufrieden.

Henning Ehling wartet schon draußen an seinem Truck, um eine der täglichen Touren nach Peristeri bei Athen anzutreten. "Nun macht mal hinne", ruft der schwergewichtige Fernfahrer ungeduldig, als ein Geld-Gabelstapler wegen eines elektrischen Defekts von den EZB-Monetärmonteuren beiseitegefahren werden muss. Ehling muss vor dem Mittag raus, weil die Zentralgeldannahme in Athen wie immer nur bis 15.30 Uhr geöffnet hat. "Komme ich zu spät", flucht der Mielke-Fahrer, "muss ich Konventionalstrafe zahlen."

Als positiv empfindet der Familienvater an seinem stressigen Job, dass er on the road habe lernen dürfen, "dass unser Geld nicht weg ist, wenn es ein anderer hat". Vielmehr sei es so, dass er und seine Kollegen sich von den Landesbankern in Athen, Rom und Barcelona häufig nur den Empfang der Rettungslieferung quittieren lassen müssten. "Ausladen ist in letzter Zeit nicht mehr nötig", freut sich Henning Ehling, der aus dem sächsischen Pirna stammt und zu DDR-Zeiten für den VEB Lastverkehr "Robert Mühlpforte" fuhr. Die Empfänger gäben meist sofort die Rücktour mit sogenannter "voller Last" in Auftrag, so dass die Mielke-Männer die originalverpackten Rettungstrilliarden wieder mitnehmen können. "Je nachdem, wie es gerade läuft", sagt Ehling, "dient das Geld dann dazu, Immobilien, Gold oder Antiquitäten in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden zu kaufen."

Kommentare:

Friedrich hat gesagt…

PPQ das haben Sie mal wieder super hinbekommen.

Barbie aus Berlin hat gesagt…

Wenns nicht so traurig wäre.
Alle Gelddruckereieen Europas sind selbst im Dauerbetrieb nicht in der Lage, das (physische) Geld in der Geschwindigkeit zu drucken, in der es gerade verbrannt wird.

Anonym hat gesagt…

In einer utopischen Geschichte von Douglas Adams erklärten auf der Erde gestrandete Weltraumfahrer kurzerhand Blätter von Laubbäumen zur ihrer Währung. Das sollte in Brüssel Schule machen, so können die Bäumen stehen bleiben und jedes Frühjahr wachsen Billionen neuer Banknoten nach. Inflationsgefahren ließen sich, wie beim Visionär D. Adams, durch Brandrodungen regulieren.

derherold hat gesagt…

Apropos, der ist gut (@zerohedge):


As just released by official german police sources in Bayern3 Radio:

"Geithner has been arrested here in Germany and will be held in prison until 3400 tonnes of Gold have been shipped to Frankfurt am Main"