Google+ PPQ: Völlig zu rechts

Samstag, 28. Juli 2012

Völlig zu rechts

Meinungsfreiheit ist in der Verfassung der Bundesrepublik zwar festgeschrieben, die Realität sieht aber anders aus. Die ideologische Formung der Kinder und Jugendlichen im Sinne der regierenden Parteien ist erklärtes Ziel der Volksbildung. Diesen Drill in Frage zu stellen bedeutet, das Machtmonopol der Führung der demokratischen Parteien zu untergraben. Und das ist gefährlich.

Schüler einer 10. Klasse einer Gesamtschule im rheinland-pfälzischen Kirchberg erfahren dies im August 2012 am eigenen Leib. Sie singen bei ihrer Abschlussfeier ein nicht verbotenes Lied einer nicht verbotenen Band, weil ihnen, so sagen sie, der Text gefallen habe. Zudem lädt einer der Schüler eine verwackelte und übersteuerte Videoaufzeichnung des apokalyptisch schlechten gemeinsamen Auftritts (oben) zum Internetportal Youtube hoch, um beim Aufbau des vierten Reiches zu helfen.

Doch es ist Sommer, die Euro-Rettung ist langweilig, Olympia beginnt erst. So werden diese privaten Aktionen einen Monat später durch den Berliner Blogger Hans Jagnow aufgedeckt und nach ersten empörten Medienberichten auch von der Schulleitung bemerkt. Die Qualität des Videos sei grauenhaft, heißt es nun, der Takt schleppend, es werde unsicher und viel zu leise gesungen. Kreisverwaltung und Polizei melden sich zu Wort, aber auch hauptberuflich engagierte Vereine gegen rechts greifen mutig ein.

Die beteiligten Schüler finden sich öffentlich als "raspelkurz geschoren" enttarnt, sie müssen völlig zu rechts Befragungen, außerordentliche Versammlungen und Diffamierungen im Internet über sich ergehen lassen. Bei Leitmedien wie dem "Spiegel", der "Süddeutschen Zeitung" und der "Taz" werden ihnen rechte Tendenzen und NPD-Nähe nachgewiesen. Im Internet enttarnen Nazijäger ihren Musikgeschmack, ihre Freizeitbeschäftigungen und ihre Lebensplanung.

Der Vorwurf: Ihr Verhalten sei „rechtsradikal“, sie betrieben „Unterwanderung“ und bildeten eine hinterlistige Verschwörung, um entartete Kunst an deutsche Mittelschulen zu schmuggeln. "Es war einfach zu geil :) ein perfektes Lied", hätten die Täter sich im Nachhinein gebrüstet. Ein Schulverweis für die Haupttäter konnte nicht ausgesprochen werden, weil die Schulzeit der Betreffenden bereits beendet war. In alter SED-Tradition werden wie unter der Bildungsministerin Margot Honecker in der Schule abweichende Musikgeschmäcker nicht gestattet.

Ein weiterer Triumph der Demokratie im Kampf gegen versöhnlerische Tendenzen im Umgang mit den gefährlichen "Einstiegsdrogen für die Ohren", gegen die schon Erich Mielke in seinem berühmten Befehl "Härte gegen Punk" Front gemacht hatte. Geistige Brandstifter finden sich in die Schranken gewiesen, ihr Anhang muss anerkennen, dass der Versuch, die Demokratie durch faschistischen Chorgesang auszuhebeln, gescheitert ist.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mit einer straff organisierten und mit etwas Nachdruck bei den Schülern propagierten Jugendorganisation an allen Schulen würde es nicht zu solchen misstönenden Vorfällen kommen.
Hatten wir da in D nicht schonmal das eine oder andere? Aus der Geschichte lernen!

ppq hat gesagt…

rechts gesprochen!

Erich hat gesagt…

Und die Band hat auch noch 8 (in Worten Acht) Buchstaben. Das alleine ist doch schon ein Straftatbestand! ;-)

arpaiojoe hat gesagt…

Der ADAC sollte allen Schülern zum Schuljahrbeginn blaue Halstücher statt Fahrradsignalwesten spendieren. Dann wird so etwas nicht mehr passieren.

eulenfurz hat gesagt…

Um Himmels Willen, unser Pionierleiter hatte uns immer gewarnt, daß die da im Westen nur böse Lieder singen, so mit Beat, anstatt unsere schönen Pionierlieder oder das Lied vom kleinen Trompeter, nach denen sich so prima am 1. Mai marschieren läßt. Und wir sind 1989 trotzdem mit unseren Eltern auf die Straße gegangen.

Jetzt haben wir den Salat!

Wie sagt unser Antifaführer: "Wer noch singt, den schlage nieder, unsre Gegner singen gerne Lieder!"

arpaiojoe hat gesagt…

Das sind ja lauter angehende Nazi-Bräute, fast alle haben hochgestecktes Haar und kleine Schwarze an. Der stumme Videobeweis ist absolut ausreichend, es bedarf keiner akustischen oder gar semantischen Analyse der Darbietung mehr. 120 Sozialstunden im neuen Berlin-Neuköllner Zigeunerblock Harzer Strasse werden sie Mores lehren.

apollinaris hat gesagt…

http://vimeo.com/46421673

Hört sich aber auch an wie Frank Rennickes erster Schülerauftritt, zwei Promille aufwärts und die Klampfe spielt auch falsch. Setzen, sechs.

Anonym hat gesagt…

Was wäre die Diktatur der "Demokraten" ohne seine fleißigen Zuträger und Denunzianten.
Dieser Hans Anscheißer ist zu bemitleiden, passiert doch auf diesen Planeten nichts ohne Reaktion. Karma !