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Sonntag, 2. September 2012

Fremde Federn: Vom Segen des Nichtstuns

Intelligente, aber faule Menschen sind auch für Regierungen und Verwaltungen ein echter Segen, weil sie all die anderen, die ihre Arbeiten machen wollen, in Ruhe lassen. Als Fallbeispiel hierfür mag der schlecht beleumundete frühere EU-Kommissar Martin Bangemann fungieren.

Dem guten Leben aufgeschlossen, förderte er in jeder Hinsicht die kreative Freizeitgestaltung seiner Mitarbeiter und seiner selbst. Seine üppige Barockfigur wurde abwechselnd in Brüsseler Fresstempeln, auf seiner spanischen Finca oder seinem Segelschiff gesichtet, so gut wie nie aber hinter seinem Schreibtisch. Seinem eigentlichen Aufgabengebiet, der Deregulierung der europäischen Telekommunikationslandschaft, tat Bangemanns Freizeitverhalten ausgesprochen gut. Er kontrollierte nichts und niemanden (wann denn auch?).

Der Deregulierung des Telefongeschäftes in Europa stand der Dreizentner-Mann jedenfalls nicht im Wege. Das segensreiche Nichtwirken des schillernden und vorzeitig beurlaubten Faulpelzes kann heute jeder Bundesbürger auf seiner Telefonrechnung ablesen. Hinzu kommt: In gleichem Maße, wie die Gebührenrechnung sank, stieg die Zahl der Beschäftigten in der Telekommunikationsbranche.

Auch wenn die Einsicht wehtut: Nichtstun schafft Arbeitsplätze. Martin Bangemann gab seiner Segeljacht übrigens einen hintergründigen Namen: »Mephisto«.

1 Kommentar:

Volker hat gesagt…

Kaiser Wilhelm zwo hat sich immer wieder mal monatelang mit seiner Yacht in die Weiten der Weltmeere verdünnisiert. Ab und an eine Ansichtskarte für die Daheimgebliebenen - mehr regieren war nicht nötig.
Deutschland hat sich in dieser Zeit prächtig entwickelt. Bei einer Staatsquote von 10%.

Heute stehen an der Spitze von Partei und Regierung die Hyperaktiven. Und trotz einer Staatsquote von 50% und explodierenden Steuereinnahmen kracht´s an allen Ecken und Enden.