Google+ PPQ: Nein, darf man nicht: Das N-Wort in M-Deutschland

Mittwoch, 18. April 2018

Nein, darf man nicht: Das N-Wort in M-Deutschland

"Darf man heute noch "Neger" sagen? Warum ist politische Korrektheit zur Kampfzone geworden?" - so kündigte der MDR eine Radiosendung an, die im Eklat endete, ohne zuvor überhaupt begonnen zu haben. Kaum war das Thema der Sendung über die sozialen Netzwerke verbreitet worden, fand sich ein wütender Mob aus tobender Empörung zusammen: Der MDR sei rassistisch, das "N-Wort", wie es von den entsetzen Wutbürgern bei Twitter zart umschrieben wurde, gehe gar nicht!

Ebensowenig natürlich das Sendungsmotto "Politisch korrekt? Das wird man wohl noch sagen dürfen!" und die Gästeliste mit der früheren AfD-Chefin Frauke Petry, dem Moderator Peter Hahne, der sächsischen Linke-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz und dem Leipziger Politikwissenschaftler Robert Feustel. Der Sender, als zentrale Ostalgie-Abspielanstalt aus Dunkeldeutschland ohnehin beständig unter Nazi-Verdacht, reagierte umgehend. Wenige Stunden vor Beginn strich der MDR die Sendung aus dem Programm.

Die Frage, was man in Deutschland sagen dürfe, war da durch die engagierte Diskussion ohnehin bereits beantwortet. Das "N-Wort", nach dem tief im Westen der Republik Orte und Ortsteile benannt sind, gehört zweifelsfrei nicht dazu.

Empört zeigte sich die Linken-Abgeordnete Köditz, früher, als man noch Neger statt N-Wort sagte, hauptamtlich in der FDJ-Kreisleitung Leipzig-West tätig und heute Sprecherin ihrer Fraktion für antifaschistische Politik. "Weiße unterhalten sich, wie man schwarze Menschen betiteln darf", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel" mit einem klaren Fokus aus die Einteilung von Menschen nach äußerlichen Merkmalen, "das ist für mich Kolonialismus."

Dieser Begriff steht eigentlich für Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialmacht, trifft also den Sachverhalt wie ein in China geschwungener Hammer einen Nagel in Brasilien.Doch im Dienst der guten Sache darf in der Aufregung schon mal auch ein bisschen was durcheinandergehen, wenn der linke Kolonialismusbeauftragte die Menschen in schwarz und weiß einteilt und festlegt, wer dabei mitzurden hat, was man zu wem sagen darf.

Köditz, die nach eigenem Bekunden eigentlich vorgehabt hatte, den "rechten Kampfbegriff" (Köditz) politische Korrektheit "nicht unwidersprochen zu lassen", hat als Kind die "Negerin Angela Davis"  (Luise Rinser, 1984 grüne-Bundestagspräsidentinnekandidatin) mit Postkarten aus der rassistischen US-Haft freigekämpft.  Nach der "kurzfristigen Sendungsankündigung" mit der Frage nach dem "N-Wort" sah sie nun aber "keine Basis mehr für ein Gespräch". Jeder, der den Diskussionstand in der Linken kenne, wisse, dass es um critical whiteness, nachholende Weißheitsforschung und um nicht-identitäre Identitäten gehe, nicht um notwendige Sprachregelungen.

Leider habe der MDR sich geweigert, sie und Feustel, der über eine "Kulturgeschichte des Rauschs" promoviert wurde und damit vom Fach ist, auf das Konzept der Sendung, den Tenor der Ankündigung und die eingeladenen anderen Gäste Einfluss zu nehmen. Daher seien zwar die frühere AfD-Politikerin Frauke Petry und der Moderator und Freizeit-Evangelist Peter Hahne eingeladen worden. Aber "keine Menschen, die selbst von Rassismus betroffen sind", so Köditz. Ohne die aber könne über politische Korrektheit eben nicht politisch korrekt diskutiert werden.

Der MDR bereitet jetzt eine neue Sendung mit neuem Konzept und anderen Gästen vor: "Darf man heute noch "Du bist aber braun geworden" sagen? Warum ist politische Korrektheit zur Kampfzone geworden?", heißt es in der nächsten Woche. Gäste dann: 

Im Archiv: Deniz Yücel mal versuchte,  das N-Wort vorzulesen.
Aktuell: Sciencefiles über Neger, N-Wort und I-Wort

Kommentare:

Karl Eduard hat gesagt…

Ach die Köditz war das, die Angela Davis freigekämpft hat. Hat sie also im zarten Alter von 5 Jahren bereits Postkarten beschriftet ? Man will es nicht glauben. Muß es aber wohl. Das ganze Diskriminierungsgepruste soll nur von der Fettleibigkeit dieser Person ablenken. Wenn sie nicht so eine übergewichtige weibliche Person wäre, müßte sie nicht allerorten nach Rassismus und Körperdiskriminierung Ausschau halten. Aber wer andauernd Grabower Küsschen futtert darf nachher nicht klagen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Solange keine ALDI-Abkassiererin, ein Stahlwerker, Müllfahrer, eine Krankenschwester und ein Kindergärtner an der Diskussion beteiligt sind, ist die für den Arsch, da ausschließlich dem Binnendiskurs unter Gutmenschen gewidmet, wer dazugehören darf, und wer nicht.

Die muß man nicht ernst nehmen, solange sie keine anderen Themen vorzuweisen haben.

ppq hat gesagt…

bemalt!

ppq hat gesagt…

@anmerkung: des sehe ich genauso. zugleich aber finde ich schön, dass wir auf die art erfahren haben, dass der mdr offenbar noch sendet, also im radio. da gab es ja neulich nachrichten, dass das alles in bälde endet.

waren wohl fake news

Karl Eduard hat gesagt…

Ich habe jüngst mal (nicht in meinem Haushalt) die Programme durchgezappt und mein Fazit war, wenn es morgen das Fernsehen, also auch den MDR, nicht mehr gäbe, dann wäre die Welt ein besserer Ort. Das Einzige, was passabel war, waren auf Sport Eins in den frühen Morgenstunden die Titten.