Google+ PPQ: Zitate zur Zeit: Karl-Eduards sanfter Erbe

Sonntag, 29. April 2018

Zitate zur Zeit: Karl-Eduards sanfter Erbe

Franz Josef Wagner wäre, hätte die Weltgeschichte einen Purzelbaum mehr geschlagen, der Karl-Eduard von Schnitzler eines wiedervereinigten, aber sozialistischen Deutschland geworden. Ohne die eifernde Wut des roten Hof-Propagandisten, der 1960 das Wort "Gefährder" erfand, beweist der Bildkolumist in seinen Kurzkommentaren zur Lage der Nation seit Jahren, dass ein Hetzer reinsten Wassers auch mit der Seele eines betrunkenen Poeten ausgestattet sein kann. Wagner, irrlichternd und auf das Deutsch eines schwäbischen Rappers vertrauend, schreibt Briefe, nun, eher Postkarten, in denen er mal das Wetter anspricht, mal den Planeten, mal die Sonne und mal Opfer von Unfällen.

Jetzt hat der Mann von Seite 2 an die Bundeskanzlerin geschrieben, vermeintlich. Adressiert aber ist der Brief an den US-Präsidenten, der ihn wohl auch sofort gelesen hat. Die Stelle, an der Wagner behauptet, Angela Merkel werde sich nicht von Trump küssen lassen, hat dann umgehend den Ehrgeiz des "Irren" (FR) angestachelt. Er küsste die Kanzlerin.

PPQ dokumentiert den poetischen Auslöser der transatlantischen Liebesaffäre in der zeitgeschichtlichen Reihe "Zitate zu Zeit".

Liebe Bundeskanzlerin,

Sie sind nicht der Typ Frau, mit denen Donald Trump Umgang hat. Donald Trump ist ein Anfasser, Protzer. Frauen wie Sie, die vernünftige Schuhe tragen, kennt er nicht.

Die Frauen von Donald Trump waren alle Models, Schauspielerinnen. Eine Frau wie unsere Bundeskanzlerin kennt er nicht. Sie ist eine Gehirnfrau. Sie spielt nicht Golf und verabredet sich nicht in Hotelzimmern. Sie ist von Trumps Welt so weit entfernt wie wir vom Mars.

Beim heutigen Arbeitstreffen sollen sie sich die Hand geben, aber mehr nicht. Ein Küsschen wäre schon eine Belästigung. Meine Kanzlerin lässt sich von ihrem Ehemann küssen. Aber nicht von Donald Trump. Unsere Kanzlerin ist keine Schönheitskönigin.

Es gibt so viele Schönheitsköniginnen. Wir Deutschen können stolz sein, dass wir eine Kopf-Königin haben.

Herzlichst Ihr

Franz Josef Wagner


Kommentare:

Volker hat gesagt…

"Sie ... verabredet sich nicht in Hotelzimmern."

Wollen würde sie schon. Nur, welcher Mann der noch alle Tassen im Schrank hat, verabredet sich mit so einer?

Matze Elchtöter hat gesagt…

Sie vergessen die Merkel-Gäste. Die nehmen erstens alles was sie kriegen können und zweitens haben viele von denen wohl einen Ödipuskomplex, so daß auch Mutti Merkel willkommen wäre.

Anonym hat gesagt…

Bei Gehirnfrau fiel mir gleich die nette Alienanführerin aus "Mars Attacks" ein.

Anonym hat gesagt…

Der Wagner behauptet also, das "unsere" Kanzlerin, Frau Merkel, von der Natur benachteiligt wurde und daher häßlich ist. Kenn ich alles aus jungen Jahren: "Bärbel kommt auch." Ist sie hübsch?. Nein, aber man kann sich super mit ihr unterhalten.

Gernot hat gesagt…

Es gab mal einen Film, in dem rannten Tote umher und riefen: "Gää-hirrr-näää!"

Anonym hat gesagt…

Ähnlich Otto Plinsenzwerg, ist er ein gruseliges Beispiel dafür, was der Weingeist aus einem ehemaligen Menschen so machen kann. Aber immerhin ist seine Rächtschreibunk besser als die des Bartels bei Pipi. "Isolierte Begabung"?