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Samstag, 30. März 2019

Bundeskanzleramt wird erweitert: "Große Halle des Volkes" als Anbau

Europas Haupstadt Berlin bekommt eine große Volkshalle als Ergänzung des "Bandes des Bundes".
Ein Vierteljahrhundert hat es gedauert. Jetzt will die Regierung es weiter knüpfen, das "Band des Bundes" im Regierungsviertel: Das Kanzleramt bekommt im Westen jenseits der Spree eine hoch aufragende Erweiterung mit Kuppelhalle, einem Platz für erinnerungsveranstaltungen und Hubschrauber-Landeplatz. Die Pläne, nach denen der Monumentalbau verwirklicht werden soll, haben bereits eine lange Geschichte.

Es war in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der damalige Reichskanzler Adolf Hitler begann, Entwürfe für eine Nuegestaltung der deutschen Hauptstadt angfertigen zu lassen. Kern der von ihm als Europa-Hauptstadt gedachten Metropole sollte die gewaltige, 300 Meter hohe Kuppel der Großen Halle werden, die offiziell "Halle des Volkes" heißen sollte. In ihr hätte sogar der später von ostdeutschen Handwerkern gebaute Berliner Fernsehturm Platz gefunden. Das auch recht imposante Brandenburger Tor dagegen wäre vor dem Hintergrund der himmelaufragenden Kuppelarchitektur zu einer Miniatur geschrumpft.

Der Traum vom Umbau geht weiter


Aus der Umsetzung der Pläne wurde nichts. Geldmangel behinderte nach dem Krieg auch eine konkrete Fortsetzung der Planungen. Doch inzwischen ist Deutschland fast schuldenfrei, der Bund hat gut gewirtschaftet, so dass der Steuerzahler nicht mehr für irgendwelche Ausgaben aufkommen muss. Der Traum vom Umbau Berlins kann so endlich Schritt für Schritt weiterverfolgt werden: Zuerst erfolgte der Bau des Neuen Kanzleramtes als Ersatz für die Neue Reichskanzlei.

Der Spreebogen wurde betoniert und der Reichstag mit einer gläsernen Kuppel versehen. Nun plant der Bund die Fortsetzung der Arbeiten zur Umsetzung des Masterplans für das Quartier: Ein "Bürgerforum" genanntes Gebäude, in dem künftig die Leibesvisitationen der Reichstagsbesucher stattfinden sollen, kommt vor das im Volksmund „Kanzlerwaschmaschine“ genannte Kanzleramt. Dahinter aber wird nach Fertigstellung im Januar 2031 die "Halle des Volkes" aufragen und dem "Band des Bundes" ein echtes Highlight aufsetzen.

 Kritik am Hochregallager


Das Vorhaben gehörte neben dem Potsdamer Platz eigentlich schon zu den größten städtebaulichen Projekten der ersten Berliner Bauwelle nach dem Fall der Mauer. Doch anders als beim von Daimler errichteten Quartier verlor der Bund recht bald nach dem Bau des Kanzleramtes und der Bürohäuser für Abgeordnete die Lust an dem Projekt. Medienkritik am monumental gedachten, aber in der Umsetzung eher an ein Hochregallager erinnernden Dienstsitz von Angela Merkel bremste die Euphorie, die anfangs bei Bauherren und Architekten geherrscht hatte.

Er hätte den Bau so nicht gestaltet, wenn er gewusst hätte, dass er ein Solitär bleiben würde, ohne Leibesvisitationsgebäude und Volkshalle, hatte Architekt Axel Schultes dem "Tagesspigel" gestanden. Mit der zwischen 460 und 560 Millionen Euro teuren Erweiterung entsteht nun aber bald eine Ergänzung nach alten Plänen, die die Dimensionen des neuen Berlin bald geraderücken wird.

Bald auf deutsch heißt jedoch: In frühestens 18 Jahren soll der neue Gebäudekomplex entstehen - mit 400 Büros, Kita, Helikopter-Landeplatz, mehreren Trinkbrunnen, einer unterirdischen Bunkeranlage für den Fall eines russischen Atombombenangriffs und einem Tunnel unter der Spree, der direkt zum Hauptstadtstudio der ARD führt.

1,15 Millionen pro Arbeitsplatz


Jeder einzelne Arbeitsplatz im neuen Gebäude schlägt mit 1,15 Millionen Euro Baukosten zu Buche, dabei seien künftige Baupreissteigerungen allerdings nicht eingerechnet, so die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Petra Wesseler. Der ständige Personalaufwuchs im Kanzleramt zwinge aber zum Handeln: Im „Altbau“ gibt es nur Arbeitsplätze für 410 Mitarbeiter, die aber teilten sich heute bereits 710 Angestellte. Bis 2050 werde diese Zahl auf 4200 steigen, das stelle „Arbeitsabläufe vor Herausforderungen“, so der Chef des Bundeskanzleramts Helge Braun.

Der an eine umgedrehte Zitronenpresse erinnernde Neubau der Volkshalle, die an Tagen ohne Veranstaltungen als Großraumbüro genutzt werden soll, entsteht im „Kanzlerpark“ im Tiergarten. Zwei kantige Flachbauten führen direkt von einer doppelstöckigen 90 Meter langen Spreebrücke mit einer Fahrspur für Elektroautos unten und einem Fußweg oben zum gewaltigen Kuppelgebäude, das mit Erdwärme und umweltfreundlichem russischen Gas geheizt wird. Als Material soll Marmor zum Einsatz kommen, allerdings nicht durchweg.

"Es handelt sich ja nur um einen Verwaltungsbau", heißt es in Berlin. Deshalb hatte das Kanzleramt auch keinen neuen Wettbewerb zur Realisierung des 500-Millionen-Projektes ausgelobt, sondern die Pläne zurückgegriffen, in denen das Gebäude bereits „vorgedacht“ gewesen sei, sagt BBR-Chefin Petra Wesseler. Wäre der Bund abgewichen von diesen Plänen, hätte er wiederum mit Klagen zum Urheberrecht rechnen müssen.

Bollwerk hält 20 Kilogramm TNT stand


Anders als das Kanzleramt wird der Neubau nicht durch einen großen Elektrozaun geschützt – dafür aber wie ein Bollwerk auf zwei fensterlosen untersten Geschossen stehen, deren Beton Explosionen von 20 Kilo TNT standhält. Griechischer Wein soll an diesem Fort hochranken und den Europagedanken verkörpern. Grün wird auch der weite Vorhof, auf dem sich während der Öffnungszeiten Skater tummeln können. Vor der heißen Sommersonne, die künftig noch zunehmen wird, sollen Besucher von Großveranstaltungen durch die Kuppel aus blickdichtem Kalksandstein geschützt werden.

Im Moment sind Tragwerksplaner und Bauphysiker, Gutachter und Generalplaner dabei, die Feinplanung der Entwurfsplanung vorzubereiten. Danach müssen viele Genehmigungen eingeholt werden, weil Fragen des Luftverkehrs wegen des Hubschrauberlandeplatzes zu klären sind, die Trinkbrunnen von der Hygiene abgenommen werden müssen, das Bundeswasserstraßenamt wegen der geplanten Brücke konsultiert werden muss und die Bundespolizei aufwendige Sicherheitsabstimmungen mit den Kriminalämtern von Bund und Land, EU, CIA, NSA und anderen Partnern vornehmen muss.

Das Land Berlin muss außerdem Baurecht schaffen. Und außerdem müssen die Pläne durch den Haushaltsausschuss und die Erweiterung des Elisabeth-Lüders-Hauses, die derzeit Zeit- und Kostenbudgets sprengt, muss beendet werden, um die raren Baufahckräfte umzusetzen.



1 Kommentar:

Abkanzler hat gesagt…

Die bereits vom GröFaZ angedachte Große Halle ist ja wohl das mindeste an adäquatem Architekturmonument, das sich die willkommensberauschten Weltsozialarbeiter in Schland als Denknichtmal ihrer naiven Samariterbesessenheit gönnen müssen.

Statt "Dem Deutschen Volke" prangt dann jedoch politisch korrigiert "Dem globalen Asylanten" über dem imposanten Säulenportal.

Während die goldwerten Nichtsnutz-Neubürger alle in extra dafür gebauten oder entmieteten schönen Wohnungen residieren können, dürfen schrumpf(kopf)germanische Spendierhosen-Eingeborene auf dem frischen Vorplatzrasen des gigantomanischen Piefke-Protzokratrietempels nicht mal im Zelt hausen. Für diese selbstlosen Volltrottel werden dann die Müllberge ihres früheren Konsumrausches planiert. Dritte-Welt-Ambiente ist in Merkelandistan ja schließlich so chic geworden, dass alle Michelstoffel emsig darauf hin arbeiten.

Hauptsache: Kindisch halbgarer Friday for Future.

Fordern, fordern, fordern und von Mammi dann schnell heim kutschieren lassen, um den durch das pubertäre Neunmalklug-Gesabbel leergeschwatzten Handyakku aufzuladen.

Strom kommt seit den 70ern schließlich umweltfreundlich, energiesparend und sauber aus der Designer-Steckdose. Hat mit dem Klimawandel also nix zu tun. Wer braucht schon Bildung, wenn er infantil dumme Demo haben kann?

Lasst diese vorlaut gröhlenden Gören ihren Wünschen entsprechend also alle radeln oder zu Fuß gehen und ohne Elektroschnickschnack aufwachsen, um massiv Strom und dessen Erzeugung zu sparen. Dann hat deren Anliegen eventuell eine Chance auf Erfolg.

Die menschliche Geschichte beweist jedoch sehr anschaulich, dass die egoistische Gier oft viel stärker ist als die Allgemeinwohl-Vernunft. Das grenzenlose Raffen wird also weiter gehen bzw. laufen. Jedem das seine - mir das meiste.