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Dienstag, 16. April 2019

Notre Dame: Ein Brand als Zeitzeichen


Eine Kirche brennt, und das lodernde Feuer wird binnen weniger Minuten zu einem Zeichen der Zeit, das von allem erzählt, was die Gegenwart prägt. Notre Dame, die fast tausend Jahre alte Kirche im Zentrum von Paris, geriet am selben Tag in Brand, an dem der Europäische Rat dem Umbau des Internets zu einer durchzensierten Leistungsschutzmaschine zustimmte.

Pikant daran: Weil die Vertreter Italiens, Polens, Finnlands, Schwedens, Luxemburgs, Estlands, Sloweniens, Belgiens und der Niederlande nicht für die Neuregelung stimmten, die Urheber künftig schlechter, Großverlage aber besser stellen wird, waren es die demnächst aus der EU ausscheidenden Briten, die den Ausschlag gaben. Weil London sein Plazet gab und die deutsche Landwirtschaftsministerin auftragsgemäß nickte, bekommt die Union nun ein Urheberrecht, das ähnlich groteske Folgen haben wird wie die Datenschutzgrundverordnung, die von ihren Erfindern bis heute missachtet wird, normale Internetnutzer aber immer noch in Angst vor Abmahnungen und Strafen versetzt.

Ausgerechnet Notre Dame setzte dafür ein erstes deutliches Zeichen. Youtube, eine der Großplattformen, die in Zukunft vorab verhindern müssen, dass nicht-lizensierte Inhalte überhaupt hochgeladen werden können, identifizierte Livestreams vom Brand in Paris im ersten Anlauf als mögliche Falschnachrichten. Die "künstliche Intelligenz" hinter dem automatischen Erkennungsalgorhitmus der Google-Tochter, die etwa so intelligent ist wie eine Blattpflanze, die hell und dunkel zu unterscheiden weiß, hatte im brennenden Gotteshaus Parallelen zu den brennenden Türmen des World Trade Center in New York vor 18 Jahren entdeckt.

Naheliegend auch für andere, die den Kampf um die Deutungshoheit über den Brand auch angesichts von dessen noch unbekannter Ursache sofort aufnahmen. Bundesaußenminister Heiko Maas rief mangels anderer Routinen den über Jahre antrainierten Terror-Reflex ab. "Die brennende #NotreDame trifft auch uns ins Herz", fabelte der SPD-Politiker, ehe er versicherte "unsere Gedanken sind bei allen Einsatzkräften und unseren französischen Freundinnen und Freunden." Das ist eine terrorwarnstufe unter "wir stehen an der Seite unserer (Land einsetzen) Freunde", der Formulierung, die laut Bundestweetverordnung im Falle nicht-architektonischer Schäden durch Amtsträger genutzt werden muss.

Während Maas auf so unnachahmlich subtile Weise von Brand zu Weltenbrand assoziiert, nutzt der "irre" (FR) US-Präsident Donald Trump die Katastrophe selbstverständlich, um den Hass zu schüren. Man solle doch Löschflugzeuge einsetzen, empfahl er zum wohligen Entsetzen deutscher Nachrichtenredaktionen, die sofort Kronzeugen dafür fanden, dass dieser Vorschlag gut nur für den Fall sei, dass "man möglichst viel von der Kathedrale plattmachen will - durch Wasserschaden".

Könnte sein, dass diese Idee auf Zustimmung trifft, denn wo große Betroffenheit herrscht, ist immer auch die "klammheimliche Freude", die der Göttinger Mescalero 1977 unter dem Beifall des späteren Bundesministers Jürgen Trittin formuliert hatte. Kirchenfeinde, Agnostiker und radikale Atheisten rieben sich verbal die Hände über den Großschaden an der katholischen Kathedrale, die noch qualmte, als sich Greta Thunberg aufgemacht hatte, dem Papst in Rom wegen der klimaschädlichen Traditionen der Mutter Kirche ins Gewissen zu reden.

Alles hängt mit allem zusammen, aber nichts hab mit irgendetwas zu tun. Ausweislich deutscher Medien gab es abseits der geschickt getarnten Hetztiraden der üblichen Verdächtigen keine welterbefeindlichen Äußerungen oder gar Hinweise darauf, dass nicht überall getrauert wird. Davon abweichende Einzelstimmen, wie sie sich massenhaft bei Facebook finden, würden nur das fröhliche Bild zerstören, in dem sich anlässlich des Brandes "unterschiedlichste Menschengruppen in der sonst so gegensätzlichen Stadt" (FAZ) in friedlicher Betroffenheit vereinen.




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein Menetekel. Nichts Geringeres.

Carl Gustaf hat gesagt…

Mal sehen, wann der erste Experte die Weisheit in die Luft setzt, dass der Klimawandel und imho steigende Temperaturen der Brandauslöser waren.

Die Anmerkung hat gesagt…

https://www.youtube.com/watch?v=PsRIvHVey6A

Wie konnte es zu dem Inferno in der Pariser Notre-Dame kommen? Diese Frage versuchen Ermittler zu klären. WELT-Reporterin Daniela Will informiert über den aktuellen Stand. In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen.
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Hat da wer die Kirche schafft sich ab gepostet?

Unknown hat gesagt…

Lesenswert dazu:

http://antides.de/notre-dame-und-das-klima

Anonym hat gesagt…

Die Welt: “ Ein über 800 Jahre altes Gotteshaus, das den Wirren der Geschichte und selbst Hitlers Zerstörungslust getrotzt hatte, …“
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Sind sie nicht goldig, unsere überbezahlten Dreckschleudern?

Der lachende Mann hat gesagt…

Ein von mir sonst geschätzter Autor auf der "Achse des Guten" schrieb vor kurzem "(...)als Hitler Frankreich überfiel.(...)" Leider entdeckte ich das erst, als die Kommentarfunktion bereits geschlossen war. Ich hätte zu gerne darauf hingewiesen, daß es Hitler, was immer er im Westen vorhatte, seit dem frühen Nachmittag des 3. September 1939 nicht mehr möglich war, Frankreich zu überfallen.

ppq hat gesagt…

hitler. und dann kommt so ein schweißer.

Anonym hat gesagt…

aus : "unerwünschte Nachrichten" , Dr.Zepp Verlag Dresden , 1991 , persia Dünndruck , 1300 Seite , vermutlich nur noch antiquarisch