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Samstag, 21. September 2019

Doku Deutschland: Mein Leben für das Klima

 

In Hamburg gingen an jenem Tag fast fünf Prozent aller Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um die neue Klima-Ikone Greta Thunberg mit begeistertem Kreischen zu begrüßen. Thunberg war eigens aus Stockholm angereist, Luisa Neubauer kam aus Göttingen, Journalisten reisten aus München und Köln an und als die "Tagesschau" über die Massenkundgebung von 10.000 der insgesamt 188.000 Hamburger Schülerinnen und Schüler berichtete, zeigte der "Greta-Effekt" (Spiegel) auch bei Ronja Walter-Altenstein seine Wirkung: "Ich fragte mich zum ersten Mal", erinnert sich die 37-Jährige, "was ich eigentlich dafür tue, dass kommende Generationen es genauso gut haben wie wir."

Noch ehe die CDU die deutsche Klimarettungsmission plante, machten Menschen privat mobil, um Deutschland auf eine Art umzubauen, wie sie bisher nur die Ostdeutschen nach dem Mauerfall erlebt haben. Ohne dass einschneidende Maßnahmen wie eine CO2-Steuer oder ein Flugverbot für nicht notwendige Urlaubsflüge jemals bei einer Wahl zur Abstimmung gestanden hätten, haben sich diese engagierten Menschen vom Kinderkreuzzug der Fridaysforfuture-Kinder das Mandat erteilen lassen, zu tun, was immer alternativlos ist, um imaginäre CO2-Reduktionsziele zu erreichen, die Deutschland genaugenommen seit 27 Jahren verfehlt.


Statt Geld in die Hand zu nehmen, wie es die Regierung vor hat, ziehen sie den Gürtel enger. Dadurch werde sich das Leben  ändern, sind Aktivisten sicher, vor allem ihr eigenes. Die diskutierte CO2-Bepreisung für alle gilt ihnen nur als ein Baustein eines großen Paketes, unter Experten gilt als sicher, dass Ärmere, Arme und von Armut bedrohte in Zukunft vom neueingeführten Energiegeld profitieren werden, während selbstsüchtige Pendler, Freizeitsportler und Urlaubsflieger gezwungen werden, ihr klimaschädliches Verhalten zu ändern.

Es geht um private Vorleistungen in der Gewissheit, von Gott selbst berufen worden zu sein, wie jeder einzelne andere auch sein Verhalten überprüfen zu müssen, weil sich das Leben verändern wird. Klimakommunismus ist das Ziel und das heißt weniger individuelle Mobilität, heißt weniger Besitz von klimaschädlichem Eigentum wie Autos oder Motorrädern, heißt Abschied von Plastiktüte, jährliche wechselnder Mode, von Strandurlaub, Klimaanlage und ressorcenverzehrenden Spielzeugen wie Computer, Smartphone und Streamingportal. 

Es muss aber niemand Angst davor haben, weil es Übergangszeiten zum Umdenken und zur Vorsorge gibt, die, rechtzeitig begonnen, jedem die Freiheit geben, mitzumachen. Das tut nicht weh,wie das berühmte Beispiel des Frosches zeigt, der aus dem Topf hüpft, wenn er ins kochende Wasser geworfen wird. Werde der Frosch dagegen von einem Könner am Herd ganz langsam gekocht, merke erst, dass er tot sei, wenn das Wasser Blasen schlage. Auf diese Weise wird beispielsweise bald eine als Klimarettungsabgabe bezeichnete CO2-Steuer mit sehr niedrigen Abgabesätzen eingeführt werden, ohne dass Wählerinnen und Wähler das unmittelbar im Portemonnaie bemerken.

Doch vielen ist das nicht genug, zeigt doch die Umsatzsstuer, die vor 100 Jahren mit einem Abgabesatz von 0,5 Prozent gestartet war und seitdem um 3.800 Prozent anstieg, ohne dass es zu Massenprotesten kam, dass Menschen sich einfach an Steuern gewöhnen, die dann nicht mehr steuern. Startet eine CO2-Abgabe mit ähnlich niedrigen Sätzen und gelingt es, mit einer breit angelegten Propagandakampagne einen Umbau des Klima- und Umweltschutzes in Deutschland als leuchtendes Beispiel für die ganze Welt darzustellen, der andere Staaten ähnlich begeistert nacheifern, wie dem deutschen Energieausstieg von 2010, dann wird die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger vielleicht nicht steigen, aber das Land krisenfest gemacht. 

Vieles wird dadurch teurer werden, vieles sogar teurer als die sprichwörtliche Kugel Eis, die der Umbau der Wirtschaft zur solargetriebenen Ökojobmaschine bis heute gekostet hat. Aber Autofahren mit fossilen Brennstoffen oder Fliegen ist eben derzeit einfach zu teuer, Bahnfahrten zwischen Berlin und München sind für Alleinreisende immer noch billiger als der Weg über die Autobahn. Ein Irrwitz auf Klimakosten! Denn es stößt, wer mit mit einem vollen Zug unterwegs ist, 36 Gramm CO₂ pro Kilometer aus. Ein vollbesetztes Auto dagegen pustet pro Fahrgast nur 34 Gramm CO₂ aus, so dass ein vollbesetztes Auto klimaschonender ist als der vollbesetzte Zug, das Flugzeug aber klimaschonender als ein Zug, in dem weniger als 20 Prozent der Plätze besetzt sind.

Bemerkenswert nun, wie hoch Temperaturen steigen müssen,  um auf der Hand liegende, völlig alternativlose Entscheidungen zu treffen, die die welttemperaturen abdeckeln. Deutschland muss, damit das Weltklima eine Zukunft hat, nicht aus der Braunkohleverstromung aussteigen, das hatten Studien ergeben, Umweltschützer beschworen und selbst die Bundesregierung hatte nur noch aus Angst vor befürchteten Arbeitsplatzverlusten an der umweltvernichtenden Technologie der Dampfmaschinenära festgehalten. Deutschland muss auch, man fühlt das schon, mehr tun, um ein Beispiel zu geben, dem andere, weniger einsichtige Nationen freudig nacheifern können.
 
Ronja Walter-Altenstein hat das längst begriffen, ohne auf Regierungsanweisungen zu warten. Sie ist für volle Züge und gegen Leerfahrten der Bahn, für Gruppenreisen und Raumtemperaturen, die zuerst einmal dem Weltklima dienen und nicht egoistischen eigenen Interessen. Ein höherer Sprit- oder Heizölpreis wird sie damit besonders hart treffen, doch sie lächelt. Besonders Geringverdienern wie ihr fällt es eigentlich schwerer, sich auf kommende Zeiten einzurichten, in denen Mobilität sich wieder als Exklusivität wird buchstabieren lassen. Doch Verzicht hilft.

Der Kauf eines neuen Elektro- oder Hybridautos ist für Walter-Atenstein sowieso nicht drin. Was fehlt ihr also, überlegte sie, wenn staatliche Förderprogramme die Anschaffung von Elektroautos oder zumindest kleiner E-Roller nicht fördern? Der Rest der ländlichen Regionen ist sowieso weitgehend abgehängt, das Leben in Ballungszentren ist klimanützlicher, denn es spart unnütze Wege.

Wie genau die Bundesregierung diese Probleme kurzfristig und auf ihre bekannte entschlussfeste Art löst, wird spannend zu beobachten sein. Die Pläne aus dem Umweltministerium sind ein erster Schritt in eine ergebnisoffene Diskussion, die die Bürgerinnen und Bürger als Verantwortliche des derzeitgen Klimasommers mitnimmt und ihnen klarmacht, dass künftige Belastungen nicht böse gemeint, sondern notwendig sind, um die Menschen von einem klimafreundlichen Wandel ihrer Lebensweise zu überzeugen.

Zwei schlaflose Nächte folgten, unterbrochen nur von einem Tag der Ratlosigkeit. "Mir fiel mit einem Mal auf, wie achtlos ich unsere begrenzten Ressourcen verschwendete." Morgens Müsli, mittags Braten, zwischen durch zur Arbeit pendeln, an manchen Tagen Licht im Büro, oft auch die Heizung an, wie selbstverständlich. Der Rechner sowieso, ein Telefon, und als wäre das nicht genug noch ein zweites mobiles daneben. 

Walter-Altenstein (Foto links), damals eine durchtrainierte, kundig geschminkte Frau in den besten Jahren, die nachmittags ins Sportstudio ging, oft auch ins Kino oder ins Theater, gerät ins Nachdenken. "Ich fühlte mich nicht schuldig, aber mitverantwortlich" bekennt sie angesichts rasant steigender Klimatemperaturen überall auf der Welt. Dürre, Wetter, das verrückt spielt, und Regen, der mal zu viel fällt und mal gar nicht.

"Es hat ein paar Wochen gedauert, aber dann war mir klar, dass es so nicht weitergehen kann", schreibt Ronja Walter-Altenstein in ihrem Buch "Mein Leben für das Klima" (Eichsack-Verlag Görzig), in dem die gelernte Kauffrau ihre Verwandlung von der Klimazerstörerin zu einem Menschen beschreibt, der versucht, seinen ökologischen Fußabdruck so klein wie nur irgend möglich zu halten. Derzeit produziert jeder Mensch jährlich allein mit seiner Verdauung 0,142 Kg Methan, das 25 mal so klimaschädlich ist wie CO2. Dazu kommen 380 Kilogramm CO2 aus der Atmung. Das entspricht dem Klimaschaden, den ein Diesel-Pkw anrichtet, der 2.000 Kilometer weit fährt.

Entsetzliche Zahlen, die Ronja Walter-Altenstein aufrüttelten. Walter-Altensteins Rezept ist rabiat, das ganze Gegenteil dessen, was Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Svenja Schulze vorleben. "Es geht mir darum, bescheiden zu leben", sagt sie bescheiden. Dazu hat sie ihren Job gekündigt, ihre Dreizimmer-Wohnung gegen ein Einzimmer-Appartement getauscht und aufgehört, zu heizen oder Lampen einzuschalten. Tagsüber bleibt Walter-Altenstein meist im Bett, nachts sowieso.

Um natürliche Ressourcen zu schonen, verbringt sie ihre Zeit damit, Bücher zu lesen, die sie noch in der Zeit gekauft hat, die sie "mein früheres Leben" nennt. Gegessen wird wenig, denn dadurch spare sie auch Klospülungswasser. "Dadurch, dass ich kaum aus dem Bett gehe", sagt Walter-Altenstein, "werde ich auch nicht schmutzig, so dass Waschen kein Thema ist."

Der Erfolg gibt der hageren Frau mit dem stumpfen, frei wachsenden Haar recht. Im Vergleich zu Greta Thunberg verbraucht Ronja Walter-Altenstein nach eigenen Berechnungen etwa 77 Prozent weniger nicht-erneuerbare Ressourcen. Im Vergleich zu Luisa Neubauer, die viel fliegt, sind es 91 Prozent. Und verglichen mit Umweltministerin Svenja Schulze, die zwischen ihrem Wohnort in NRW und Berlin pendelt, sogar 96,7. 

Der größte Teil der Restbelastung für das Weltklima, den Walter-Altenstein noch verursacht, entstammt ihrem Atmen. Ein Problem, das sich, so glaubt sie, verlieren wird, sobald ihr Leben beendet sein werde. Die Entsorgung des Körpers sei dann ja CO2-neutral. "Mit meinem Beispiel beweise ich, dass eine CO2-freie Existenz möglich ist", beschreibt die junge Frau, die sich selbst eine "Klimasparerin" nennt. So karg ihre Existenz zu sein scheine, so intensiv empfinde sie jedes Molekül, das ihren Körper noch passieren müsse, um die grundlegendsten Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten.

"Mit einer Pro-Kopf-Emission von etwa 600 Gramm im Jahr liege ich inzwischen rund elf Tonnen unter dem CO2-Äquivalent, das die deutschen im Durchschnitt ausstoßen", beteuert Walter-Altenstein. Ihr Beitrag zur  globalen Erwärmung liege damit auf dem Niveau einer Hauskatze. "Leider haben sich die Treibhausgasemissionen trotz meiner Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels seit 1970 um 70 Prozent erhöht", sagt sie traurig. Mit ihrem Buch, das nur als Sharing-Exemplar in einer Auflage von einem Exemplar erschienen ist, das jeweils von Leser zu Leserin weitergegeben werden wird, will die asketisch  wirkende Autorin dazu beitragen, andere Menschen von ihrer Klimasparmethode zu überzeugen. "Alle müssen mitmachen", sagt Ronja Walter-Altenstein, "dann können wir das Klima stoppen".



1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

beim "deutschlandfunk" : Klimerpanik in Dauerschleife .Greter hier und da , cdu b -Prominenz wird vom bürgerlichen Moderator zerlegt - die arme Sau .

der Herr Professor erklärt : das Klimer .

dann rechtskritische Kommentare , Antifantenmusik , einfallslose Jasagerlyrik.

und dann wieder sachlch : das Klimer.

man könnte was tun - gegen die geistige Vermüllung der Republik.

aber dann wird es blutig