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Montag, 16. März 2020

Corona-Grenzen: Nun sind sie halt zu

Neue Seuchenstrategie: Statt das Land schnell zu durchseuchen,weil Deutschlands Grenzen bekanntlich gar nicht geschlossen werden können, soll das Virus jetzt durch eine symbolische Grenzschließung verwirrt werden

Das Zweite Deutsche Fernsehen übernahm die Aufgabe, die frohe Botschaft zu verkünden. damit Deutschland die anvisierte Durchseuchungsrate von 70 Prozent erreicht, ist es nicht notwendig, Staatsgrenzen zu schließen oder Flugverbindungen zu kappen. Wer aus dem Ausland kommt, ist willkommen, wer es wagt, sich der deutschen Notgemeinschaft Covid-19, immerhin drittgrößte der EU, anzuschließen, der soll das dürfen, denn er hilft, den Beweis zu führen, dass Viren sich von keiner Staatsgrenze aufhalten lassen, wenn sie nur symbolisch weit draußen in der Ägäis von griechischen Zöllnern bewacht wird.

"In Deutschland haben wir so viele Fälle, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll ist, die Grenzen zu schließen, weil vermutlich schon sehr viele Infizierte die Grenze überschritten haben", teilte der Virologe Martin Stürmer vor laufender Kamera mit. Hätte man früher machen müssen, sehr viel früher. Jetzt heißt es Augen zu und durch. Claus Kleber, ein Moderator, der sein Leben dem Kampf gegen Hetzer, Hasser und Zweifler gewidmet hat, nickt dazu. Je früher die 70 Prozent Durchseuchungsrate erreicht sind, so hat es das Kanzleramt beschlossen, je früher gibt es keine Neuansteckungen mehr.

Das Corona-Virus, das so vielen anderen Staaten so viele Probleme bereitet, hatte dank der klaren Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung bereits in den Moment verloren, in dem es sich zum ersten Mal über die frühere deutsche Grenze wagte. Der klare deutsche Kurs auf eine ohnehin nicht vermeidbare Krankheitswelle wirkte weltweit wie ein Signal. Hatte China vor der Seuche kapituliert und sie mit diktatorischen Maßnahmen bei unter 150.000 Infizierten aufgehalten und Taiwan nach der Meldung einer ersten Erkrankung so heftig reagiert, dass nicht einmal 100 weitere Taiwanesen die Möglichkeit bekamen, sich durch eine Erkrankung zu immunisieren, würde Deutschland den harten Weg gehen. Krank werden, Leiden, ein bisschen auch sterben. Aber danach noch sicherer als zuvor wissen, dass sich Grenzen nicht schließen und Krankheitserreger einfach aussperren lassen.

Bis Sonntagabend galt das. Taiwan, das seinen ersten Corona-Fall am selben Tag wie Deutschland verzeichnete, war zu diesem Zeitpunk durch eine verfehlte Durchseuchungspolitik um über 4.500 Erkrankte hinter der europäischen Zentralmacht zurückgeblieben. Die Bundesregierung hatte es in nur drei Wochen geschafft, Deutschland auf Platz 6 der weltweiten Corona-Hitparade zu führen. Und immer noch war alles im Griff, wie schon die ganze Zeit: Der Gesundheitsminister  tauchte zwar überhaupt nicht mehr auf, hatte aber schon Freunde gewonnen, die seine kommende Kanzlerschaft für unausweichlich halten. Die noch amtierende Kanzlerin sprach jetzt selbst zu den Menschen,  "Rekordtempo" und "Maßnahmen" erwähnte sie und dass alles sehr gut werden würde.

Bis dann 48 Stunden später alles auseinanderbrach. Jetzt zog Deutschland die Grenzzäune hoch, die nicht ohnehin schon von Nachbarländern geschlossen worden waren. Jetzt wechselte die klare Krisenstrategie von  Lasseslaufen zu Abschottung, ewiggestrigem Nationalismus und dem Rückgriff auf die Rezepte der Nationalstaaten des 20. Jahrhunderts. Dass man Grenzen nicht schließen kann, ist gar nicht wahr. Nun sind sie halt zu.

Ein gefundenes Fressen für  Rechtspopulisten, denen natürlich jedes Verständnis für die überragende Komplexität der raschen Grenzschließungsentscheidung der Großen Koalition abgeht. Einerseits führt die Abriegelung der europäischen Kernlande dazu, dass die seit der Schließung aller Schulen ziellos herumvagabundierenden rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler unkontrolliert in die EU-Nachbarstaaten fluten. Andererseits kann es durch einen massenhaften "Zustrom" (Angela Merkel) von nicht infizierten Ausländern nicht zu einer Senkung der Gesamtdurchseuchungsrate kommen, die ab einem gewissen Punkt drohte, die derzeit perfekt funktionierenden Ansteckungsketten reißen zu lassen.

Zudem verstärkt die abrupte Veränderung der Containment-Taktik draußen im Lande den Eindruck, dass die Bundesregierung jederzeit handlungsfähig ist und Bürgerinnen und Bürger sich auf die Entscheidungen der Politik verlassen können, so lange sie gelten.

Kommentare:

Günni Schabowski hat gesagt…

Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort… unverzüglich.

Anonym hat gesagt…

Die Presse möchte endlich die Pressestütze auf dem Tisch sehen und geht dafür mit Merkel durch dick und, Grenzen auf, zu, ja, nein, hüh, hott, scheißegal, alles immer alternativlos und vom herangekarrten Expertenprekariat wissenschaftlich dekoriert.

Zum Abschluss die gute Nachricht: Verdiente Solokünstler und Künstlerkollektive kriegen Steuergeld zur Überbrückung wegen Corona.

Grenzgänger hat gesagt…


Es ist mal wieder ein Paradebeispiel deutscher Dummdreistigkeit, nun die Staatsgrenzen zu schließen, nachdem alle uns umgebenden Nachbarländer das längst mit den ihren zu uns taten.

Wir Schlaubergernation legen vor bereits von außen verschlossene Tore nun also noch einen zweiten inneren Riegel vor, der zudem alle unsere bisherigen Prioritäten, nämlich grenzenlos weltoffene Willkommenskultur zu zelebrieren und jeden globalen Hallodri weitgehend unkontrolliert herein zu lassen, brachial über den Haufen wirft. Gestrige Heilsparolen und Weltrettungsmissionen sind total vergessen angesichts eines pandemischen Sensenmannes, der sich auch dank gedankenloser Reisender und Partygänger bis vor unsere Wohnungstür tragen ließ. So langsam dämmert es dem Schlandler, der zu seinem vermeintlichen Schutz von einer Armlänge ratzfatz auf inzwischen mindestens 2m Abstand umschulen muss, dass es ihn wegen Klopapierhamsterkäufen zwar nicht beim scheißen treffen wird, jedoch bereits beim Einkauf überfallen kann, dieses Coronavirus. Die jüngst noch nette Nachbarin kann jetzt bereits zur Todesbotin mutiert sein und statt Dorftratsch ein erbärmliches Röchelende verbreiten. Irgendwann wird nämlich auch bei uns wegen fehlender Kapazitäten selektiert werden, wer intensiv behandelt wird und wer nicht. Ältere Einheimische haben dann kaum Chancen. Das war's dann mit der Solidarität im weltweit spendablen Sozialstaat.

Sturheildoitselan hat sich quasi über Nacht radikal verändert, und wir stehen wegen der Dilettanz unserer Experten und Bürger erst am Anfang der regelrecht explodierenden Infektionskette. Man wird die gegenseitige Massenansteckung sicher nicht durch Versammlungen mit maximal 1000 Leuten vermeiden können, denn dazu reichen bereits zwei gemeinsam Feiernde. Und von den wirtschaftlichen Folgen wollen wir erst garnicht reden, denn da wird eine Pleitewelle bzw. ein Insolvenztsunami übers Ländle donnern, die viel bittere Armut hinterlässt. Geld kann man nämlich nicht essen ... erst recht kein verseuchtes.

Optimismus in Ehren, aber der ist, wie es mal ein Kabarettist formulierte, nur Mangel an Information.

Schönes Leben also noch unter einem hell leuchtenden Strahlenkranz namens Corona.

Jetzt isser halt da.
Wir faffen daf.
Lasset uns beten.

Heiliger Murksius, repariere unsere infantile Flickschusterei. Amen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Johannes Eisleben

https://www.achgut.com/artikel/corona_koennte_den_schuldenturm_kippen

Es führt gerade zu einer globalen Pandemie, wird also bis zu 50–70% aller Menschen infizieren. Diese Pandemiequote wird auch erreicht, wenn jetzt Gegenmaßnahmen ergriffen werden, denn eine Pandemie beenden kann nur die Herdenimmunität, die sich erst einstellt, wenn die Durchseuchung zur Quote erreicht ist. Die derzeitigen Maßnahmen können die Durchseuchungsgeschwindigkeit allenfalls bremsen.

Gott sei Dank wird nur ein kleiner Teil der Erkrankten sterben, weshalb wir uns vor dem Virus nicht so zu fürchten brauchen wie die Menschen vor der Pest, die im 14. Jahrhundert ein Drittel der Bevölkerung Europas auslöschte. Dennoch wird die Gefahr, die vom Virus ausgeht, im öffentlichen Bewusstsein als so groß angesehen, dass alle Staaten den Notstand ausrufen und das öffentliche Leben mehr oder weniger zum Erliegen bringen werden – es kommt der sogenannte “Shut-Down”.

Jodel hat gesagt…

Aber für all die Goldstücke, die an unsere Schlagbäume klopfen und ein leises "Asyl" raunen, wird es doch wohl irgendeine Härtefallregelung oder ein Schlupfloch geben. Müssen die jetzt alle im Zollhäuschen übernachten? So hart können unsere Herzen doch gar nicht sein. Hat Herr Schäuble eigentlich einmal mitgeteilt ab welchem Tag der Grenzschließung die degenerative Inzucht einsetzt? Das muss man doch mal gegenrechnen.
Wer soll den jetzt die ganzen Renten zahlen? So schnell wie Frau Lobo das hofft, sterben die Alten ja auch nicht weg. Ich bin zu tiefst verunsichert.

Anonym hat gesagt…

unverzügliches Massensterben .

die Dummen werden auf ein erträgliches Normalmaß reduziert .

Anonym hat gesagt…

bald bettelt der Kapitalist ( heute tui , morgen der Rest ) beim Steuerzahler um Geld - warum können diese nutzlosen Firmen nicht einfach verrecken ?

Gernot hat gesagt…

Verstehe nicht, wie man die "Grenzschließung" so falsch verstehen konnte. Es war bei uns doch immer so, dass man rein, aber nicht raus durfte: Passeinzug, IS-Kämpfer durften nicht ausreisen, mussten zurückgeholt werden, ihre Frauen erst recht, ihre Kinder noch mehr, die der weißen Massai sind auch hier und "Nicht ohne meine Tochter" oder so ähnlich, und gestern noch hörte ich von Flügen aus dem Iran - oder habe ich nicht auf die Daten der Meldungen geachtet?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man an der Grenze rechtswidrig abweist. Merke: Wir können auf keinen verzichten!

Außerdem wäre es ein Gebot der Humanität und des Zeigens Deutschlands freundlichen Gesichts die Infizierten herzuholen, um sie hier zu behandeln. Wir sind schließlich gut aufgestellt.