Freitag, 12. Juni 2020

Rassismus ausradieren: Denkmalsturm für die Gerechtigkeit

Vielerorts auf der Welt sind junge Aktivisten nicht mehr bereit, die menschenverachtenden Monumente früherer moralischer Verfehlungen zu dulden.
Alles muss raus, alles muss weg. Die Pyramiden, von Sklavenhaltern errichtet. Die steingewordene Erinnerung an August-Hermann Francke, ein Ungeheuer, das Kinder quälte. Die Kirchen und Kathedralen, die einem bösen, rachsüchtigen Gott zum gefallen gebaut worden sind. Und die Denkmäler, die grausamen Gestalten wie Bismack, Thälmann, Lenin und den deutschen Kaisern gewidmet sind. "Alle Statuen von rassistischen Männern, die Geld mit dem Verkauf eines Menschen verdient haben, sollten abgerissen werden", begrenzte der Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton jetzt zwar die Forderung nach Bereinigung des öffentlichen Raumes.

Doch die historische Erfahrung zeigt, dass Sturm auf Symbole der Geschichte sich nicht mit Vernunftgründen einhegen lässt, bricht er erst einmal  richtig los. Was fallen muss, fällt. Und wie im Wald, wo ein Orkan alles wegfegt, was sich ihm in den Weg stellt, verspricht auch ein Generalangriff auf Statuen, Straßennamen und Gebäude, nicht anzuhalten, wo eindeutige Urteile schwer zu fällen sind.


Was weg ist, ist weg, und je mehr, desto besser. Wo sich kein Sklavenhalter mehr findet, der für das Leid unzähliger Menschen persönlich in Haftung genommen werden kann, müssen es ein paar Steine tun. Das Kaiserreich und die Nazizeit, die DDR mit ihrer verschwenderischen Fülle an  hohler Symbolik - sie alle bieten ein reiches Betätigungsfeld für einen Aktivismus, der sich aus der Überzeugung speist, dass nicht eine Sache ansich falsch oder richtig ist, sondern ihre Oberfläche. Radiert man das Wort "Rasse" aus dem Grundgesetz, das dort nur steht, um Benachteiligungen aus Gründen der Rassezugehörigkeit zu verhindern, verschwindet zugleich auch der Rassismus. Das ist die Lehre vom Straßenschild mit einem Tempo-30-Gebot: Steht es da, wird es missachtet, nimmt man es aber weg und beseitigt zugleich die Straße, kommt es nicht mehr zu Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Lewis Hamilton, für den Tempo 30 auf der Stelle stehen bedeutet, hat von den Regierungen in aller Welt, gefordert, alle Statuen zu entfernen, die als rassistische Symbole begriffen werden können. Nicht beschrieben hat er, wer da was begreifen könnte: Ist das Denkmal von George Washington, einem Sklavenhalter alter Schule, mitgemeint? Gilt der Maßstab, den Demonstranten in London an das Leben von Winston Churchill anlegten, als sie den zeitweise einzigen Antifaschisten in Westeuropa und späteren Sieger über Hitler als Rassisten outeten, auch für Nachgeborene in Saudi-Arabien, die noch Anfang der 60er Jahre offiziell Sklaven hielten? Und in Afrika, wo die Sklaverei bis heute zuhause ist?

Passenderweise errichtet  im Stil des alten Griechenland, einer ausgewiesenen Sklavenhaltergesellschaf: Das vor dem Abriss stehende Monumentalbauwerk für den früheren US-Präsidenten Thomas Jefferson, der seinem Lieblingssklaven einst eine Ausbildung zum Sterne-Koch in Frankreich finanzierte.
Und was, vor allem, bleibt von der Geschichte, wenn die Bauten der großen Kriegsherren, die Zwingburgen der Feudalherren und die Schlösser des Adels, der vom Blut der Leibeigenen lebte, dem Erdboden gleichgemacht sind? Eine Welt ohne Erinnerung an sich selbst, eine Welt, die zwischen Abraham Lincoln und George Washington nicht mehr unterscheiden kann und Thomas Jefferson zwar nicht mehr für einen Freiheitshelden halten, ihn aber auch nicht mehr als Sklavenhalter im Gedächtnis haben wird, der seinen Lieblingsklaven, dem 19 Jahre alten James Hemings, mit nach Frankreich nahm, als er dort Botschafter wurde. Und ihm gleich auch noch Ausbildung zum  Koch finanzierte.

Seeliges Vergessen allüberall und nirgendwo mehr ein Problem. Aus den Augen, aus dem Sinn sind Schandtaten nicht nur des Thomas Jefferson, dem seine Brüder im Geiste - Schwestern waren nicht dabei - mitten im Zweiten Weltkrieg ein Monument errichteten. Was noch erhalten ist vom alten Rom, mächtig geworden auf den Knochen und mit dem Fleisch von Sklaven, muss geschleift werden, die Akropolis und die Pyramiden der Maya wie der alten Ägypter, die deutschen Bürgerhäuser und der Kyffhäuser, die Prachtbauten und Gärten, Alleen und Zugstrecken.

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

>> Die Pyramiden, von Sklavenhaltern errichtet.

Das ist anzuzweifeln. In ZDF-Info haben sie jüngst in einem Mehrteiler behauptet, es seien Sklaven gewesen. Sie wissen zwar immer noch nicht wie, aber daß.
--
Auch das Völkerschlachtdenkmal muß weg. Das eigentlich zuerst, damit nie wieder jemand an frühere Völkerschlachten denkt bzw. durch die Verinnerlichung des Denkmals an zukünftige siegreiche Völkerschlachten denkt oder gar zu solcher auszieht.

Anonym hat gesagt…

Ich schlage das Zuckerfritz-Denkmal in Wuppertal vor.
Mit seiner pathologischen Vorliebe für Süßwaren hat dieser sehr alte weiße Mann und Semi-Penner mittelbar gewiss mehrere persönliche Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen in irgendeinem Shithole gehalten!
https://www.denkmal-wuppertal.de/2013/10/zuckerfritz-denkmal.html

Anonym hat gesagt…

Macht alle mit beim Veitstanz gegen weiß (weiß, pfui!). So wie es euch die Männer und Frauen im Fernsehen und in euren Handys sagen!

Wir haben in China, dem großen Vorbild für unsere Kulturrevolution, eine Million Amadeu-Antonio-Statuen in Auftrag gegeben. Sie werden bis Jahresende alle Statuen von Weißgewesenen ersetzen. Unterstützt uns auf gofundme!

Anonym hat gesagt…

Verstehe ich nicht, den Hamilton, sollen die Denkmäler von nicht-rassistischen Sklavenhaltern und -händlern bestehen bleiben? Und gibt es dann so eine Vermutung, weiße Sklavenhalter/-händler sind bis zum Beweis des Gegenteils, wenn der überhaupt zulässig ist, rassistisch und deren Denkmäler zu schleifen? Ausgenommen weiße Sklavenhalter, die nur weiße Sklaven gehalten haben? Aber das würde sie immer noch nicht vom der Sünde des Rassismus befreien. Also doch sicher weg damit.
Andererseits, PoC-Sklavenhalter/-händler sind, wegen dem strukturellen Rassismus und weil eben PoC niemals Rassisten sein können, in Denkmalform grundsätzlich erhaltenswert? Gehs es ihm nur um die Händler ("mit dem Verkauf eines Menschen") oder auch um die Halter, die im weiteren Sinne mit dem Kauf eines Menschen Geld erwirtschaftet haben? Oder die Erzeuger, die die Händler erst mit Sklaven versorgt?

Fragen über Fragen. Spannend, auf jeden Fall.

Die Anmerkung hat gesagt…

Der Hamilton ist Rennfahrer oder sowas. Der kann stundenlang im Kreis fahren. That's it.

Anonym hat gesagt…

Wer sich nicht bekennt, wer beim Ritual nicht mitmacht, wer ins Geheul nicht einstimmt, ist als Jünger des Scheitans endgültig enttarnt. Hamilton schützt seine Interessen und die Interessen seiner Sponsoren. Komplett doof und komplett korrupt zu sein, hilft da sehr.

Anonym hat gesagt…

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ich-bin-nicht-kaeuflich-amthor-betrieb-lobbyarbeit-fuer-firma-16812390.html

amthor mal wieder .


und ja : über Freimaurer spricht niemand - auch nicht bei blm

Anonym hat gesagt…

Mit Formel 1-Fahrern ist es wie mit Profiboxern - irgendwann ist die Birne weich. Dort sind es Einschläge, hier ist es die Beschleunigung und die Fliehkraft. Früher endete manches gnädige Formel 1-Schicksal noch vor der Erweichung im Feuerball, heute machen die Erweichten in Politik.

Anonym hat gesagt…

Dieser Hamilton ist vielleicht "woke", aber ein richtiger N.... ist er jedenfalls prima facie nicht.

Anonym hat gesagt…

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/deutsche-polizisten-gehen-vor-black-lives-matter-demonstranten-in-die-knie/

Anonym hat gesagt…

http://www.pi-news.net/2020/06/hamburger-professor-fordert-umsturz-von-bismarck-denkmaelern/




Der lachende Mann hat gesagt…

Ich halte die Black-lives-matter-Polizisten für ein Fake.

Jodel hat gesagt…

Gab es da vor einiger Zeit nicht ein veritables Shitstürmchen, weil der Hamilton es nicht gleich absolut supi-dupi-geil fand, als ein kleiner Junge aus seiner Verwandschaft sich ein
Prinzessinnenkleid angezogen hatte.
Da hat die Erziehung aber geglückt. Der böse Transenhasser musste erst was gerade biegen, damit er bei den Gutis wieder voll mitmachen darf. Chance genützt. Nicht mehr gegen den Strom schwimmen, lieber auf der Welle surfen. So macht man das das Heute, wenn man everybody´s Darling sein möchte.
Fast hätte ich geschrieben, das sich der gute Lewis damit wieder reingewaschen hat. Uiuiui, Rassismus pur. Gerade nochmal gut gegangen.
Die Anschaffung eines Rass-O-Meter, wie der gute alte Naz-O-Meter beim Harald Schmidt, wird
immer nötiger. Nicht auszudenken, was einem alles so einfach rausrutschen kann.