Google+ PPQ: Transparenz ist das größte Dilemma der Regulierungsbehörden des Online-Gamings

Samstag, 26. September 2020

Transparenz ist das größte Dilemma der Regulierungsbehörden des Online-Gamings

Wie in vielen anderen Ländern werden die deutschen Wettgesetze oft als veraltet bezeichnet. Eins der Probleme - neben dem Mangel an Zustimmung der Politiker - ist, dass die Gesetze hinter den Regulierungen Trendänderungen in Sachen Technologie und Gesellschaft nicht antizipieren. Die Wettgesetze vieler Länder basieren immer noch auf alten Gesetzen des 20. Jahrhunderts, die dazu da waren, Lotterien und Bingo-Hallen zu regulieren. 

Wie wir wissen, ist heute vieles anders. Das Internet hat der Glücksspiel- und Gaming-Industrie eine immense Plattform gegeben. In kürzester Zeit kann man ein bestbewertetes Online Casino finden, bei dem man hunderte Spiele wie Bingo spielen oder Sportwetten platzieren kann.

Deutschlands neue Glücksspielgesetze - welche im Juli 2021 in Kraft treten sollen - werden einige der größten Probleme der inländischen Wettindustrie adressieren. Dieser Schritt ist notwendig und viele werden zustimmen, dass es zu lange eine zu große legale Grauzone gegeben hat. Es wird auch interessant zu sehen, wie die im vergangenen Jahr angekündigte neue Gaming-Behörde agieren wird.

Neuer Gesetzesentwurf wird Wettlimits anordnen 

Natürlich gibt es auch Kritiker des Gesetzesentwurfs. Zum Beispiel wird es eine Begrenzung der Anzahl von Sportwettenanbietern im Internet geben und der maximale Einsatz bei Spielautomaten wird auf einen Euro pro Spin beschränkt. Doch die meisten Experten werden dies als gute Methode sehen, verantwortungsvolles Glücksspiel zu fördern. 

Allerdings sollten wir anmerken, dass die neuen Gesetze ziemlich kurzsichtig sind. Sie beschäftigen sich zum Beispiel nicht mit dem Problem der Kryptowährungen, das schon lange auf der Agenda von Behörden wie der UK Gambling Commission und der Malta Gaming Authority steht, einer der einflussreichsten Behörden in Europa. Online-Gaming-Seiten brauchen nicht per se Kryptowährungen. Viele Seiten, die Kryptowährungen akzeptieren, werden online betrieben - doch keine davon hat eine Lizenz der europäischen Behörden. Folglich gehen die Spieler auf diesen Seiten ein Risiko ein, da sie nicht den vollen Schutz eines lizensierten Betreibers haben. 

Bitcoin ist den Behörden zu anonym 

Warum akzeptieren die Behörden Kryptowährungen nicht, wenn der Bitcoin schon längst im Mainstream angekommen ist? Das liegt an der Transparenz. Kryptowährungen sind sehr anonym. Die Idee hinter diesen ist, dass das Geld den großen Institutionen weggenommen wird. Folglich gibt es keine Möglichkeit, nachzuverfolgen, ob ein Spieler in Aktivitäten wie Geldwäsche, etc. verwickelt ist. 


Diese Idee der Transparenz ist ein Dilemma für Regierungen, die Gesetze für eine attraktive Glücksspielindustrie entwerfen wollen. Die Frage ist: Wie weit werden diese gehen? Ist es wirklich nötig, vorher herauszufinden, wie viel eine Person verdient, bevor diese eine Wette beim Roulette platziert? Schließlich könnte der Spieler in ein echtes Casino gehen und dort ungefragt spielen. 

Kundennahe Strategien sind natürlich willkommen. Doch die neue Gaming-Behörde Deutschlands sollte vorsichtig sein, wenn es darum geht, das Privatleben der Personen zu untersuchen. Im Vereinigten Königreich sehen wir Vorschläge, bei denen Spieler eine Einkommensbescheinigung vorlegen sollen, bevor sie spielen können. Sogar die Verfechter von geringen Einsätzen denken, dass dies einen Schritt zu weit geht.


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