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Dienstag, 30. Oktober 2012

Endlich: Zeit wird verlängert

Letztlich ist die große Politik nach vier Jahren permanenter Retterei ratlos. Und angewiesen auf neue, spannende Rettungsvorschläge aus der politisch interessierten Restbevölkerung. Hans Michelbach, ein bisher weitgehend unsichtbar im Weinberg der Finanzkrise wirkender "Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss", hat deshalb jetzt entschlossen auf eine Idee verwiesen, die
hier bei PPQ kürzlich exklusiv vorgestellt worden war.

Es geht um eine Entlastung Griechenlands ohne zusätzliche Belastung von Gläubigern und Partnerstaaten in Europa - eine Entlastung, die nicht mit mehr Geld, sondern nach übereinstimmenden Angaben aller 400 deutschen Tageszeitungen allein mit "mehr Zeit" herbeigerettet werden kann. Michelbach deutet nun erstmals an: "Die Zeitverlängerung scheint gewährt zu werden".

Wer mit dem neuen politischen Begriff nichts anfangen kann: Das Konzept der "Zeitverlängerung" sieht vor, Griechenland allein durch die Gewährung von mehr Zeit zu retten, ohne dabei mehr Geld auszugeben. Möglich wird das mit Hilfe einer komplett neuen Zeit für Hellas, die adäquat zur mitteleutopäischen Normalzeit MEZ "GrIZ" genannt werden soll.

Hier gehen die Uhren anders, jedes Normaljahr in Griechenland dauert künftig je nach Bedarf zwei bis fünf Jahre. Die genaue Länge ist jeweils abhängig davon, wann die mit Europa vereinbarten Sparziele als erreicht abgerechnet werden können.

Die Idee einer solchen Parallelzeit stammt ursprünglich aus dem Aufbaustab Hellas im Bundesfinanzministerium, liegt aber im Moment in Brüssel, wo Experten gemeinsam mit Fluggesellschaften, Sportverbänden und großen Urlaubsanbietern über die praktische Umsetzung verhandeln. Hier seien noch einige Hürden zu überwinden, wie es etwa beim europäischen Basketballverband heißt. Bisher sei völlig unklar, wie eine beispielsweise aufs Dreifache verlängerte Zeit, bei der ein Basketballspiel in Griechenland nach mitteleuropäischer Normalzeit rund drei Stunden effektive Spielzeit hätte, bei Spitzenvereinen zu vermitteln sei, die gegen griechische Klubs im Europapokal antreten müssten. Ähnliche Bedenken kamen auch aus dem Fußballverband Uefa und von Handballvereinen.

Schwierig werde auch die Koordination mit Flugplänen und die Verrechnung von in Griechenland erworbenen Lebensjahren etwa bei einem Umzug nach Deutschland. Das Griechenland-Dilemma aber dränge wieder, vier Wochen nach der endendgültigen Lösung. Das hochverschuldete Land komme mit dem Sparen nicht hinterher, weil die mitteleuropäisch übliche Zeit allen Sparanstrengungen davonlaufe, heißt es in Brüssel. Da eine Fristverlängerung für das griechische Reform- und Sparprogramm von allen führenden Rettungspolitikern ausgeschlossen worden sei, bleibe nun nur noch die Zeitverlängerung, sagte CSU-Finanzexperte Michelbach. Es gehe nun darum, die Bedingungen für die Finanzierung dieses Zeitaufschubes so zu gestalten, dass sie für die Abgeordneten des Bundestages akzeptabel seien. "Das wäre ein Weg, der zumindest Griechenland mit in die Verantwortung zwingt ohne die Totalalimentation, die von griechischer Seite verlangt wird", sagte Michelbach. "Das ginge in die ähnliche Richtung wie ein Schuldenrücknahmekauf, indem man die Nominalwerte verändert", beschreibt er.

Bei einem Spitzentreffen von Finanzvertretern aus den 17 Euroländern hatten diese den Vorschlag diskutiert.Nun müsse noch die Frage geklärt werden, wie die Umsetzung des Programmes insgesamt stattfinden soll, forderte Michelbach. "Wir haben noch keinerlei Information, wie sich das zeitlich gestalten soll, wir haben keine Klarheit, wie das laufen soll". Griechenland braucht bis 2016 zusätzliche 30 Milliarden Euro von seinen internationalen Gläubigern oder eine Verscheibung des Jahres 2016 in den zeitraum 2020 bis 2025.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hahah geht nicht, weil Griechenland alle 2-3 Monate nach einer neuen Tranche Milliarden Geld ruft! Also wird es ihr gegeben. Die Zeit gibt es nicht für Griechenland, sondern für der EU-Diktatoren um die EU noch ein bisschen länger bestehen zu lassen. Madame Merkel hat es ja gesagt: Ohne Euro keine EU, ist wirklich wahr, aber ob jedes Volk der EU die EU braucht, das ist ein anderes Kapitel..

ppq hat gesagt…

muss brauchen, muss!