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Donnerstag, 25. Oktober 2012

Aufbaustab Hellas: Mit uns zieht die neue Zeit

Zeit ist kein Geld mehr, das weiß jeder deutsche Festgeldsparer, dessen sauer verdiente Spargroschen sich schon seit Monaten nicht mehr verzinsen. Geld spielt also keine Rolle, auch für die seit Jahren so erfolgreichen europäischen Rettungsbemühungen nicht: Drei Jahre blutet Griechenland nun schon vor aller Augen, die Menschen hungern, sie protestieren, sie streiken, sie klagen, sie schuften für geringe Löhne - und noch immer hat sich nichts zum Besseren gewendet.

Was Griechenland braucht, ist nicht mehr Geld und immer noch mehr Geld. Sondern einfach mehr Zeit. Zum Glück steht davon ausreichend viel zur Verfügung - bis heute konnten Wissenschaftler nicht einmal genau bestimmen, wieviel Zeit überhaupt vorhanden ist. Sicher sei nur, dass es sich eher um Milliarden als um Millionen Jahre handelt.

Trotz dieses Zeitüberflusses gab sich Rettungseuropa angesichts der Nöte der Hellenen über Monate hinweg knauserig. Erst jetzt lenkt die Gemeinschaft ein: Brüssel, die EZB, der ESM und alle anderen demokratischen Institutionen werden den Griechen zwei Jahre zugestehen, um die Sparziele dieses Jahres zu erreichen, die genaugenommen die Sparziele des vergangenen Jahres sind. Damals hatten sie nicht erreicht werden können, weil innerhalb des Jahres 2011 nicht genügend Zeit zur Verfügung stand.

2012 war das Dilemma dasselbe. Wollte Athen seine Sparziele 2010 noch übertreffen, reichte es zwei Rettungsjahre später nicht einmal mehr zum Versuch. Durch die vermehrten Spananstrengungen wurde das Sparen schwerer, da die Zeit viel zu knapp war.

Die "neuen Sorgen um Griechenland", die deutsche Zeitungsleser im Sommer 2010 kaum aufgeschreckt hatten, weil Fußball-WM war, sie kehren mit Macht zurück, abgefedert nur durch die Gewissheit, dass Griechenland eigentlich kein Geld benötigt, sondern eben nur mehr Zeit, also eine Zeitverlängerung. Genau wie damals im März 2010, als Griechenland sich dem Druck der EU beugte und schon früh um neun Uhr ein Sparpaket beschloss.

In Berlin, das sich auch drei Jahre nach dem seinerzeit erstmals bekundeten strengen Sparwillen der Griechen sträubte, die Zeitkassen zu öffnen und "zu tun, was nötig ist" (Angela Merkel) scheint die Botschaft diesmal angekommen zu sein. Ein "Aufbaustab Hellas" im Bundesfinanzministerium hat inzwischen einen Sonderplan zur Sanierung des EU- und Nato-Partners entworfen, der völlig neue Wege geht. Vergleichbar mit der üblichen Sommerzeit soll bis auf Weiteres auf griechischem Staatsgebiet eine eigene griechische Zeit mit besonderer Zeitrechnung gelten.

Nach der neuen Zeit gerechnet, die adäquat zur mitteleutopäischen Normalzeit MEZ "GrIZ" genannt werden soll, dauert jedes Normaljahr in Griechenland künftig je nach Bedarf zwei bis fünf Jahre, abhängig davon, wann die jeweiligen Sparziele als erreicht abgerechnet werden können. So bleibe der Regierung in Athen in jedem Fall ausreichend Zeit, das Sparen energisch voranzutreiben, und mehr Geld werde tatsächlich nicht benötigt, hieß es im politischen Berlin.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Man muss es nur weit genug in die Zukunft verlegen, dann ist man längst in Pension wenn der Schwindel nicht mehr länger durchzuhalten ist.

ppq hat gesagt…

das prinzip ist: nicht mehr im amt!