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Dienstag, 20. November 2012

Verbot der Woche: DFB prüft Grußregulierung

Mit ihren Jubelgesten nach dem Führungstreffer in Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage, haben die Bayern-Profis Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri für Irritationen bei besorgten Fans und Funktionären gesorgt. Nach Medienberichten, die keinen bezug auf Adolf Hitler und den von der palästinensischen Hamas am Leben erhaltenen "Deutschen Gruß" nahmen, hat der DFB die beiden Profis jetzt ermahnt.

Der Deutsche Fußball-Bund, der nach 1933 dem Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten unterstand und 1940 abgewickelt wurde, forderte die beiden Bayern-Profis auf, Jubelszenen in Nürnberg in Zukunft zu vermeiden. "Beide wurden aufgefordert, entsprechende Jubelformen zu unterlassen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden."

Mandzukic hatte nach seinem Tor zum 1:0 im Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg, Dauermeister in den schweren Kriegsjahren, bei seinem Jubel den rechten Arm wie bei der Meisterfeier anno 1943 an die Stirn gelegt und dann weit von sich gestreckt. Damals hatte der FCN mit sagenhaften 125:17 Toren und 40:0 über die fußballernde Konkurrenz triumphiert. Eine ähnliche Geste zeigte anschließend auch der im Kosovo geborene Schweizer Nationalspieler Shaqiri, der bis dahin eigentlich als neutral galt.

Von aufmerksamen Fans in der Bayern-Kurve wurde diese zuletzt von einem Dschungelcamp-Insassen und einer Präsidentengattin popularisierte Jubelform als Gruß an die kroatischen Kriegsgeneräle Ante Gotovina und Mladen Markac gedeutet, die kurz zuvor vom UN-Kriegsverbrechertribunal von der Anklage schwerster Verbrechen freigesprochen worden waren.

In ganz Kroatien hatten Zehntausende Menschen das Urteil gefeiert, der DFB aber stellte jetzt klar, dass das nicht zulässig war. Es gebe bekanntlich Unschuldige ertser und zweiter Klasse, ein Freispruch sei deshalb kein Freispruch, wenn ihn die Falschen erhielten. Daher könne es zu Mißverständnissen kommen, wenn "entsprechende Jubelformen" verwendet werden, schlimmstenfals drohe eine Einordnung als Kroatien-, Hamas-, Hitler-, Wulff- oder Fatah-Sympathisant. Die DFB-Grußkommission will jetzt eine Liste zulässiger unmissverständlicher entsprechender Jubelformen erstellen, dabei soll mit Opferverbänden, Heraldikern und Historikern zusammengearbeitet werden.

Kommentare:

eulenfurz hat gesagt…

Ist der Purzelbaum eigentlich schon verboten? Ansonsten kann man den doch schlagen, um seine Freude zu bekunden.

Anonym hat gesagt…

Abhilfe wäre möglich, indem von den Vereinen das Jubeln unter Gebrauch von Armen und Händen für generell unerwünscht erklärt wird. Für überzeugende Grußgesten mit dem Fuß fehlen deutschen Fußballern schlicht die physischen Voraussetzungen.
Um den Zuschauern trotzdem Freude und Ausgelassenheit nach einem Tor oder einem Sieg vermitteln zu können, sollte man sich am Touchdown-Ritual der nordamerikanischen Profi-Footballer orientieren, die jeweils ein oft akribisch choreographiertes Tanzstück aufführen. Tanzformen, die ohne Einsatz von Armen und Händen auskommen, gibt es genügend, zum Beispiel in Irland. Vereine müssten entsprechend ausgebildete Coaches einstellen.

ppq hat gesagt…

tanz wäre gut, das wirkt immer friedlich. ich denke, der dfb wird den walzer in die liste der erlaubten jubelformen aufnehmen. der tango dagegen bleibt tabu. argentinien hat einfach eine zu zweifelhafte geschichte, gerade im bezug auf die geschichte

Anonym hat gesagt…

Oder den Jublern wird eine Art Schablone an den Oberarm geschnallt, die das Aufklappen des Unterarms auf 180° verhindert, sagma mal nur bis ca bis 150°. Dann sind gewisse inkriminierte Grussformen nicht mehr machbar.

Anonym hat gesagt…

An dem Foto fällt übrigens auf, wie propagandistisch geschickt der Aufnahmezeitpunkt gewählt wurde. Während nämlich der AM-Erika-ner den Arm eher zaghaft angeboben und nicht ganz gestreckt hält, zeigt die IM-Erika-nerin einen fast vorbildlichen "Deutschen Gruss".