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Mittwoch, 8. April 2015

Sanktionen nun auch gegen Saudi-Arabien

Saudi-Arabien greift mit Bombern an, die Jemeniten wehren sich mit ihren Waffen.
Nachdem Saudi-Arabien ungeachtet internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe weitere Luftangriffe auf das Nachbarland Jemen durchgeführt hat, erhöhen auch die USA und EU den Druck auf den Aggressor: "Wir werden die Sanktionen gegen Saudi-Arabiens Finanz-, Energie- und Rüstungssektoren vertiefen und ausweiten", sagte US-Präsident Barack Obama. "Diese Maßnahmen werden die politische Isolation sowie die wirtschaftlichen Kosten für das Land erhöhen", heißt es in einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung.

Obama warf Riad vor, den Jemen im vergangenen Monat weiter destabilisiert zu haben. Das Land habe ohne Uno-Mandat interveniert und sei damit zwar nicht das erste Land seit dem 2. Weltkrieg, das so handele, "aber ein weiteres". Dabei verwies er auf "die Präsenz schwer bewaffneter saudi-arabischer Bomberverbände über Aden und Sanaa".

Ungeachtet einer russischen Forderung nach einer Waffenruhe, der sich China anschloss, fehlte es im Uno-Sicherheitsrat noch an "schlüssigen Beweise" für deren Notwendigkeit. Man wolle weiter prüfen, wer für die Kämpfe verantwortlich sei, hieß es in New York. Vorerst sei die Uno bereit, den Tod von 74 Kindern zu beklagen, die bei Angriffen saudi-arabischer Bomber irrtümlich starben. Saudi-Arabien behauptet ähnlich wie Russland in der Ukraine, man unterstützt die rechtmäßig gewählte Regierung, die von Rebellen angegriffen werde.

Details zu den Strafmaßnahmen, die mit der EU koordiniert sind, nannte Obama zunächst nicht. Nach Angaben von Personen, die mit den Plänen vertraut sind, sollen die Sanktionen gegen die Erdölgesellschaft Aramco, die Saudi Telecommunications und mit Al Rajhi Bank Saudi Arabia auch das größte Finanzinstitut der fundamentalistischen Diktatur treffen.

Al Rajhi Bank Saudi Arabia ist mehrheitlich in Besitz des Multimilliardärs Suleiman bin Abdulasis al-Radschhi. Das Geldhaus gilt als größte islamische Bank weltweit, sie hält nur 100 ihrer 500 Filialen für Frauen geöffnet. Auch die Europäische Union hatte neue Sanktionen gegen Saudi-Arabien beschlossen. Nachdem die EU bereits mehrheitlich staatliche Unternehmen die Kreditaufnahme in Europa erschwert hatte, trifft das neue Sanktionspaket nun auch den Ölkonzern Aramco und die Samba Financial Group.

Insgesamt werden die neuen Sanktionen 24 Personen und sechs Unternehmen treffen, das geht aus Veröffentlichungen des Europäischen Rates hervor. Unter den Neuaufnahmen seien "Führungspersönlichkeiten aus dem Haus Saud, die Regierungsmitglieder  sowie Entscheidungsträger und Oligarchen", teilte die EU mit. Insgesamt sind dann 119 Personen von den Sanktionen betroffen. Die Guthaben von 23 Körperschaften in der EU blieben eingefroren.

Die Sanktionen werden am Freitag im Amtsblatt der EU veröffentlicht und treten damit in Kraft.



Kommentare:

derherold hat gesagt…

Stevens raus, Magath rein.

Die Anmerkung hat gesagt…

Wieso werden wegen der Luftangriffe Saudi-Arabiens auf einen souveränen Statt nun auch die Oligarchen im Donbass bestraft? Liefern die die Kohle für die saudischen Kraftwerke?

Dunkel ist das Geheimnis von Sanktionen. Steigen wir sowieso nicht durch, wie die Sanktionisten da drauf kommen. Inhaltlichen Sinn machen die keinen. Das läßt auf den geistigen Gehalt jener schließen, die Sanktionen beschließen. So dicke haben dies auch nicht im Hirn.

ppq. so hat gesagt…

da hat dpa wohl einen alten text hintendrangehängt

ppq. so hat gesagt…

ist ja alles so fraktal heute

Reichsapfelwart hat gesagt…

Also so etwas heißt dann wohl Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen.

Die Anmerkung hat gesagt…

Sehr schön, daß die EU endlich auch das Haus Saud sanktioniert.

Jetzt wäre eigentlich nur noch von Interesse, ob es auch Gesprächsmitschnitte aus dem hinteren Teil eines Sanktionsbüros gibt, da wo die Leute die Köpfe rauchen lassen, wer mit was weswegen sanktioniert werden muß.

Es wäre doch mal spannend, zu erfahren, ob die es wirklich nicht so dicke in den Synapsen haben und eher geistig sparsam durchs Leben ziehen.