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Dienstag, 16. Juni 2015

East Cameron Folkcore: Zu Besuch im Königreich der Angst


Es gibt Bands, die Musik machen, Und Bands, die die Welt verändern wollen. Erstere waren früher selten, letztere sind es heute. Aber die texanische Elf-Mann-Vereinigung East Cameron Folkcore schafft es dennoch seit nunmehr drei Alben, aus sperrigen Themen wie Gentrifizierung, Fracking, Whistleblowing und Neoliberalismus bessere Musik zu machen als all die Hupfdohlen und Pop-Würstchen, die Radio, Streaming und ersthafte Rock-Zeitschriften beherrschen.

Schon das erste Album „Sound &Fury“ war vielschichtig wie nur wenige Platten seit Conor Obersts Debütwerk, das zweite mit dem Namen „For Sale“ hob dann den Hymnenfaktor auf zehn und füllte die Hymnen mit Wut und Hass aus das System. Mit „Kingdom of Fear“ gehen Jesse Moore und seine Kollegen nun daran, das ganz große Konzeptalbum für eine Gegenwart zwischen Krise und Globalisierung zu bauen: Die geballte Punk-Faust knallt auf den Folk-Rock, mal klingt das alles nach Tom Waits, mal nach Bruce Springsteen und die Videos zum Album erinnern schwer an die Sozialstücke von Guns ´N' Roses, zirka 1991.

Ein Werk, das sich seinen großspurigen Namen verdient. Vom dunkel dräuenden Opener „What the Thunder Said“ geht es ins folkige Titelstück „Still take naps and drink from the bottle/ Still cry without cause/ Not responsible for our own actions/ It’s always someone else’s fault”, die Uhr tickt, die Zeit ist geborgt, die Bläser swingen, das Cello barmt. Jesse Moore, seine Frau April Perez und Allen Dennard singen abwechselnd und klingen dabei mal wie die Walkabouts, mal wie die Pogues, mal wie eine Art folkloristische Variante der verstiegenen frühen Pink Floyd.

Konkreter als dort geht es gegen alle, eine Elf-Mann-Armee, die die Rebellion wagt, zumindest instrumental. Manchmal ist das Mode, wie beim Thema Fracking, manchmal antikapitalistisch wie ebenda, wo der Trend besungen wird "cause there’s money to be made“. Danach folgen ein Chelsea-Manning-Lied, etwas gegen Gentrifizierung, eine Geschichte zu einem aus dem Nahen Osten zurückkehrenden GI. Insgesamt aber eine wohltuend gestrige Platte von einer auch im Konzert wohltuend lebendigen Band. Die ist nicht mal still, nachdem es auf dem Album still wird. Mit ein paar Minuten Abstand folgt am Ende noch in einen weiteren bläsergetriebenen Schmerzensgesag: „So abandon all hope/ oh ye that enter here“.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

http://www.deutscher.reichsanzeiger.info/files/Allgemeines/Informationen%20aus%20dem%20Weltnetz/Buecher/Johannes%20Rothkranz%20-%20Freimaurersignale%20in%20der%20Presse%20-%20wie%20man%20sie%20erkennt%20und%20was%20sie%20bedeuten.PDF