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Freitag, 2. Oktober 2015

Abessinien: Aus dem Mülleimer der Geschichte

Im Mülleimer der Weltgeschichte finden sich über kurz oder lang alle Daten, Fakten und Indizien darauf, dass Historie ein komplexer Vorgang ist, bei dem vor allem deshalb immer das Gute gewinnt, weil das Böse sich oft selbst als Gutes dünkt. Triumphiert es, ist das gut. Verliert es, geht der Kampf so lange weiter, bis es triumphiert. Oder sich niemand mehr erinnert, was sein spezielles Gutes war.

Am 2. Oktober vor 80 Jahren sprach Benito Mussolinis über seine Sicht auf Gut und Böse: "Schwarzhemden, Männer und Frauen ganz Italiens, Italiener, die ihr in der Welt jenseits der Berge und Meere lebt, hört meine Worte..." Sirenen und Glockenlauten hatten an jenem Tag im Jahr 1935 an die 30 Millionen Menschen auf den Plätzen der Städte und Dörfer Italiens zusammengerufen, damit sie vom Beginn der Eroberung des afrikanischen Kaiserreichs Äthiopien durch zehn italienische Divisionen aus dem Munde des "Duce" selbst erführen.

Mussolinis Parteisekretär Achille Starace hatte den Abend sorgfältig vorbereitet. Alles lief wie geplant, die kollektive Begeisterung der Massen übertraf die Erwartungen sogar. Jubel umtoste den Duce, als er vom Balkon des Palazzo Venezia in Rom erklärte, Italien werde weder vor wirtschaftlichen noch vor militärischen Sanktionen zurückweichen. Den einen werde es seinen Opfersinn entgegensetzen, den anderen, wenn es sein müsse, seine Waffen. "Niemand soll meinen, er könne uns ohne harten Kampf in die Knie zwingen", rief er aus.

Diese Worte waren vor allem an die Briten gerichtet, die in den Monaten des italienischen Aufmarsches in der Kolonie Eritrea an der Grenze zu Äthiopien noch am ehesten Bereitschaft zur Anwendung von Sanktionen gegen einen Aggressor Italien gezeigt hatten. Der britische Außenminister Samuel Hoare hatte am 11. September 1935 vor dem Völkerbund in Genf eine drohende Rede gehalten. Zwei Tage später lief die "Home Fleet" ins Mittelmeer ein - wie viele Jahre später in der Ukrainekrise sollte Vorneverteidigung drohend Kriegsgefahren minimieren.

Vier Großkampfschiffe warfen vor Gibraltar Anker, ein Flugzeugträger setzte seine Fahrt nach Malta fort. Das Malta-Geschwader mit vier Schlachtschiffen, vier Kreuzern und elf Zerstörern ging am Ausgang des Suezkanals vor Alexandria und Port Said auf Position.

Doch die italienischen Truppentransporte nach Eritrea gingen weiter. Jeden Tag fuhren 2000 Soldaten in Reichweite der britischen Geschütze in den Suezkanal ein. Eine Schließung des Kanals für Mitärtransporte hätte den italienischen Abessinienfeldzug, diesen schließlich mit einer halben Million angreifender Soldaten größten Kolonialkrieg der Geschichte, im Entstehen abgewürgt. Doch darüber konnte keine Einigkeit erzielt werden. Die Nato gegen Italien verbündeten Staaten waren uneins.

Das hatte Mussolini von Anfang an erwartet. Großbritannien und Frankreich würden ihm gegenüber nicht wirklich ernst machen, da sie Deutschland für gefährlicher hielten. In der Ablehnung Hitlers war Italien damals noch mit ihnen einig, warum also sollten die beiden Großmächte sich den möglichen Verbündeten Italien zum Feind machen.

Mussolini behielt Recht, und ganz Italien bewunderte den Duce. Niemals war er populärer; hatte er doch ungestraft dem britischen Löwen getrotzt. Auch die politische Argumentation Mussolinis trug zur Zustimmung seiner Landsleute zu diesem Krieg bei. Viele Italiener empfanden die britische Entrüstung über die italienischen Afrika-Pläne als scheinheilig. Aus welchen moralischen Gründen konnte ausgerechnet Großbritannien, in dessen Kolonialreich die Sonne nicht unterging, dem aufstrebenden Italien einen gebührenden "Platz an der Sonne" verweigern? "Ich bin kein Sammler von Wüsten", rief Mussolini unter gewaltiger Zustimmung und Heiterkeit vom Balkon seines Palazzo in Anspielung auf Italiens Besitzungen Libyen, Eritrea und Somalia aus. Er wollte Äthiopien für seinen Plan, im gesunden Klima des äthiopischen Hochlandes italienische Bauern anzusiedeln.

Ein harter Weg dahin, der Italien dann doch an die Seite Hitlers führte. Doch so schwarz sah anfangs kaum einer im damaligen Italien. Der Krieg fand in weiter Ferne statt, das normale Leben im Lande ging weiter, die eigenen Verluste waren relativ gering. selbst bei Kriegsende im Mai 1936 war nur von 5000 Mann die Rede und die meisten davon waren afrikanische Kolonialsoldaten. So war und blieb die Stimmung gut. Soldatenlieder wie "Faccetta nera, bell'abissina" (Kleines Schwarzgesicht, schöne Abessinierin) und "Vanno le carovane nel Tigrai" (Es ziehen die Karavanen in Tigre) wurden beliebte Schlager.

Und endlich gab es nun die ersehnte Rache für Adua, für die bittere italienische Niederlage durch den äthiopischen Kaiser Menelik II. am 29. Februar 1896. Vielen Mädchen hatte man in der Folge den klangvollen Namen Adua gegeben, um die Erinnerung an jene brennende Wunde wach zu halten. Nun würde man sie vergessen können. Wenige Stunden nach Mussolinis Rede vom 2. Oktober 1935 fielen die ersten Bomben auf Adua. Mussolinis Schwiegersohn Graf Galeazzo Ciano und seine Söhne Bruno und Vittorio saßen an den Steuerknüppeln der Flugzeuge. Und drei Tage später war Adua in italienischer Hand. Eine Woche später erklärten die Italiener die Sklaverei für abgeschafft und alle Sklaven für frei.

Fluch der bösen Tat: Italien verlor nicht diesen, aber es verlor den Krieg. Die "Africa Orientale Italiana" wurde 1941 wieder aufgelöst. Mussolini endete an einer Straßenlaterne.

Kommentare:

derherold hat gesagt…

Mussolini endete nicht an einer Laterne, sondern an einer Tankstelle.

Die Haubitze könnte übrigens eine https://it.wikipedia.org/wiki/149/12_Mod._14 sein.
Deutsche Entwicklung.

Anonym hat gesagt…

Der Itaker als natürlicher Nachfolger des irren "farbigfraugeneigten" Duce ist also schuld an der aktuellen Eritreerinvasion in Schland, ist das die Botschaft, die ppq vermitteln möchte. Ich wiederhole mich, aber dieser Blog sät Hass.

Schlimm das.

derherold hat gesagt…

"Der Itaker als natürlicher Nachfolger des irren "farbigfraugeneigten" Duce ist also schuld an der aktuellen Eritreerinvasion in Schland,..."

Ja, wer denn sonst ?

Anonym hat gesagt…

Themenabend "Lyrik gegen die Landnahme "

das Stahlrohr


das Migrantenkind schreit und schreit ; es will und es will und nie ist es ruhig ;
das Migrantenkind schreit . Die Migrantenmutter telefoniert ;

sie telefoniert und sie telefoniert und sie hat und sie hat und sie hat und sie will und sie kauft und

der bayrische Wagen fährt vor ; unendlich tief ist er tiefergelegt , viel tiefer gelegt als gedacht .

die zweite Migrantenfamilie blockiert nun den Gehweg ; hochprofessionell scheikert der Alphamigrant mit dem Goldkettchen .

Störsender ein ; maximale Leistung .

"jallajallajalla lalala in schallah und schall lala " der Handyfunk ist beendet .

wunderschön ist das Stahlrohr aus V4A . U - Bootstahl .

immer wenn der Migrant telefoniert schlägt die höher Macht zu .

Das Stahlrohr - so wunderbar gearbeitet - hergestellt in Deutschland - Hülle für ein Geheimnis .

ich bewege mich durch den Verfügungsraum .

rosa !

irgendjemand hat den Testosteronwagen mit rosa Fa-Bé besprüht .

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Anonym hat gesagt…

Ich liebe diese Lyrik, diese Szenen aus einem migrantengeschwängerten (tolle Wortschöpfung, gell?!) Alltag. Hier begegnet uns ein Wiedergänger von Arno Schidt auf Speed.

Wir freuen uns schon auf neue Erfahrungsberichte aus interessanten Locations, z. B. der Dichter im Krankenhaus mit zwei migrantischen Bettnachbarn im Patientenzimmer; "hurra", die Großfamilie kommt zu Besuch und hat auch lecker sensorisch immitierende Speisen mitgebracht usw.

Anonym hat gesagt…

"Arno Schmidt"... argh