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Donnerstag, 29. Oktober 2015

Informationsbremse: Wie Griechenland verschwand

Es ist ein Rekord, selbst für Deutschland, selbst für einen Kontinent am Rande des Nervenzusammenbruchs. Mitte August noch war die griechische Staatsschuldenkrise das größte Thema unter der Berichterstattungssonne. An Griechenland hing das Schicksal ganz Europas, das Zünglein an der Waage drohte, die Union zu sprengen. Hektisch musste gerettet werden, Milliardenpakete wechselten den Besitzer, die Kanzlerin peitschte Gesetze zur Rettung schneller durchs Parlament als die AfD protestieren konnte.

Das "stimmige Konzept der Kanzlerin", wie es ein CDU-Gefolgsmann nannte, überzeugte sogar die Realität: Kaum beschlossen, entfaltete es schon eine so beeindruckende Wirkungsmacht, dass das Thema Griechenland binnen weniger Tage nahezu vollkommen und binnen einer Wochen komplett aus der Berichterstattung der Leitmedien verschwand.


Dabei handele es sich nicht um einen gewöhnlichen Fall von Themensterben, wie der Medienwissenschaftler Herbert Achtelbuscher vom
vom An-Institut für Angewandte Entropie der Bundeskulturstiftung in Halle an der Saale sagt. Achtelbuscher hatte zuletzt im Fall der Ukraine-Berichterstattung festgestellt, dass es der Politik zunehmend gelinge, Themen zu pflegen, wenn sie ihr nützlich sind, während sogenannte unnütze Themen durch konsequente Ignoranz von einem Nachrichtennachschub abgeschnitten werden. "So entsteht bei uns Bild der Welt, das sich nach politischen Vorgaben formt."

Es geht nicht mehr um wirkliche Bedeutung, sondern um Aufmerksamkeitsabsorbtion. Mit nur sieben Emp, einer von Achtelbuschers Expertenteam ersonnenen Einheit für einheitliche Empörung, hatte Ukrainekrise, obschon größte Friedensbedrohung seit dem Ende der Balkan-Kriege, weniger Haltbarkeit als seinerzeit das Sarrazin-Buch, analysiert der ausgebildete Entroposoph. Dies beweise die von seinem Team bereits vor Jahren dargelegte These, dass es überhaupt nicht darauf ankomme, "wie wichtig ein Thema wirklich ist, sondern vor allem darauf, wie es sich medial vermitteln lässt."

Bei Griechenland erkennt Achtelbuscher "eine gewisse Grundmüdigkeit beim Publikum, aber auch bei Machern". Das komme der Politik zupaß, die "an dieser Front am liebsten dauerhaft Ruhe hätte". Klar sei allen Beteiligten, dass diese Krise sich nicht lösen lasse im Sinne von "danach ist es vorbei". Es geht vielmehr um längerfristige Prozesse des Abwartens über Jahrzehnte, vielleicht ein Jahrhundert. "Je weniger darüber gesprochen wird, umso besser." Deshalb lasse die Bundespolitik parteiübergreifend bereits seit Monaten in der Bundesworthülsenfabrik an einer Informationsbremse arbeiten, die nach dem Vorbild von "Schuldenbremse", "Mietpreisbremse" und "Benzinpreisbremse" eine Konzentration auf Nebenaspekte in der Krisenberichterstattung jeder Art verstetigen soll.

Mit Hilfe der Flüchtlingskrise, die Mitte August aus dem Sommerloch auftauchte wie Franz Beckenbauer aus dem Blatterschatten, scheint es derzeit zu gelingen, die "größte Krise seit Ende des II. Weltkrieges" (Angela Merkel) überhaupt nicht mehr zu erwähnen.





Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Aktuell haben wir die Flüchtlingsbremse im Märchensommer 2015. Mit der Zurückhaltung von „Bürgerkrieg 60*90*60/Die Kinderliebhaber“ als Ausnahme. Die gehen dieses Thema total anders an. Eher so als Flüchtlingsstrom. Also ein erneuerbarer Flüchtlingsstrom und somit total öko. Laut Tritt-Ihn*Innen schickt der Flüchtlingsstrom keine Rechnung. Was auch so stimmen mag. Und sollten Kosten entstehen, dann im Wert von einer Kugel Eis pro Monat je Haushalt. Wem das zu teuer ist kann ja seine Zigaretten in Polen kaufen. Auch in Zukunft wird der kleine Mann nicht übermäßig belastet, Oma ihr klein Häuschen bleibt auch weiterhin mangels vollständig aufgezehrter Rücklagen für Renovierungen unangetastet.

Man kann ja nicht nur entgegen den noch gültigen Gesetzen, ohne die Zustimmung der „Bevölkerung“, abgeben (Bomben auf die Jugos), man muss auch nach dem gleichen Schema ohne die Zustimmung der „Bevölkerung“ aufnehmen (hier den erneuerbaren Flüchtlingsstrom). Verdächtig macht sich nur wer mit dem Gesetzbuch unter dem Arm rumläuft, auf Einhaltung pocht. Gegen diese sollte mit allen Mitteln des Gesetzes (und den zukünftigen oder gedachten Gesetzen) vorgegangen werden.

Ansonsten steht einer noch! freiwilligen anempfohlenen Rückführung (dann können sie ja das Land verlassen) des besetzten BRD Bürgers in die Staatsangehörigkeit des deutschen Reiches nach RuStag 4.1 vom 22. Juli 1913 offen.

Beste Grüße vom Preußen
Reichsbegriffswart, Unterabteilung Märchensommer 2015, ökologisch erneuerbarer Flüchtlingsstrom, Anlage V Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit

wolpertinger hat gesagt…

Der Märchenwinter war jedenfalls Stalingrad.Was jetzt auf uns zurollt,via Austria z.B, wird viel,viel schlimmer.Vielleicht hätten die Deutschen damals Schilder mit der Aufschrift „welcome Russians“ malen sollen.In russischer Sprache natürlich,ich spreche (leider) kein Russisch.

Anonym hat gesagt…

@ wolpertinger:
Dabro pashárljewadj, Rußkiye.
Eine Tastatur nach Kyrill und Method ist mir nicht zu Gebote.
(Gottlob haben die Westslawen keinen Vokativ: Tadziu... / mi Fabulle ...)

wolpertinger hat gesagt…

Die armen Griechen.Mußten sich einfach so im Winterloch verschwinden lassen.Spricht durchaus für die Qualität unserer Lügenpresse.