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Freitag, 20. November 2015

Spanien: Schon wieder Bürgerkrieg?

Raul Romeva, Vorsitzender des Unabhängigkeitsbündnisses Junts pel Sí (Gemeinsam für das Ja) will Katalonien abspalten, Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy ist strikt dagegen. Während der eine Unabhängigkeit bis 2017 plant, geht der andere mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Separatisten vor.

Vorerst soll das Verfassungsgericht helfen, das aber erkennen die Abspalter nicht an. Als nächstes wird Rajoy die Armee schicken müssen. Wir befragten den katalonischen Separatisten-Führer Santiago Callijo aus Vielha über die Möglichkeit eines neuen Bürgerkrieges und die Chancen, die das republikanische Spanien hätte, dass sich Deutschland diesmal auf seine Seite schlägt.

Santiago Callijo spricht auch über die anstehenden Aufgaben bei der Abtrennung Kataloniens, die Rolle Europas und die Eingliederung des FC Barcelona in die deutsche Bundesliga.

PPQ: Herr Callijo, glauben Sie, dass es nach den Beschlüssen zur Abspaltung von Katalonien noch einen friedlichen Weg zu einem demokratischen Spanien geben kann?

Callijo: Das glaube ich schon. Wenn es den demokratischen Kräften gemeinsam gelingt, eine Einheit herzustellen und eine Alternative zum bisherigen Regime anzubieten, dann ist eine Demokratie in Spanien noch immer möglich.

PPQ: Angesichts der brutalen Repression gegen die Separatisten und des fortdauernden Streites sieht es doch so aus, als sei Ihre Linie einer friedlichen Entwicklung gescheitert. Müssen Sie Ihre Strategie ändern?

Callijo: Wenn das Rajoy-Regime noch lange die derzeitige Repressionspolitik weiterführt. dann ist nicht ausgeschlossen, dass es in Spanien zu keiner friedlichen Lösung mehr kommen kann.

PPQ: Also Bürgerkrieg?

Callijo: Nein, ich sehe keinen Bruderkrieg, aber wenn Rajoy weiter eine Abspaltung verhindert, dann wird es zu heftigen Hassreaktionen kommen. Das könnte dann zu einem gewaltsamen Umsturz führen -- aber auch das muss noch nicht Bürgerkrieg bedeuten. Allerdings ist Rajoy dabei, ein Bürgerkriegsklima zu schaffen. Aber ich glaube, dass die spanische Gesellschaft entwickelt und reif genug ist, um einen wirklichen Bürgerkrieg zu vermeiden.

PPQ: Halten Sie das Schweigen der europäischen Regierungen für eine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens?

Callijo: Ganz im Gegenteil, ich halte sie für eine Hilfe, damit das spanische Volk einmal seine Souveränität ausüben kann. Diese Reaktionen sind wichtig, gerade damit es nicht zum Bürgerkrieg kommt.

PPQ: Sollten Sie eines Tages in einer katalonischen Regierung sitzen, würden Sie sich dann revanchieren und an der Zusammenarbeit Europas teilnehmen?

Callijo: Natürlich wird Katalonien sich zu Europa bekennen.

PPQ: Auch zu einer Mitgliedschaft in der EU?

Callijo: In die müssen wir sogar schnell rein.

PPQ: Kann die spanische Armee nach einem Abgang der katalonischen Rekruten noch eine ähnliche Rolle in der Nato spielen wie bisher?

Callijo: Allenfalls, indem Spanien den Beitritt von Katalonien zur Nato unterstützt. Beide Armeen zusammen, die spanische und die katalonische, können viel erreichen. Dann ist alles möglich.


PPQ: Und was wird aus dem FC Barcelona?

Callijo: Es wird eine katalonische Liga geben. Jedes Land hat eine. Aber Sie haben Recht, der FC Barcelona  braucht die Herausforderung, Spiele mit Gegnern auf Augenhöhe zu absolvieren. Wir überlegen, ob wir eine Eingliederung in die deutsche Bundesliga beantragen. Das wäre auch für den deutschen FCB gut.





1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sag` mir, wo die Falangisten sind. Wo sind sie geblieben?