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Mittwoch, 27. Juli 2016

Krieg in der Linken: Aufstand der Abgehängten

In besseren Zeiten war die unter Querfrontverdacht stehende Sahra Wagenknecht ein Star des Antikapitalismus.
Nach Hetze, Hass, Zweifel, Gewalt und Amok nun auch noch Streit in der Linken. Der verrückte Terrorsommer sorgt weiter für Überraschungen, mit denen niemand rechnen konnte: Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht steht ein knappes Jahr nach dem Schulterschluss der früheren SED mit der früheren AfD in steifem Gegenwind aus den eigenen Reihen, weil sie mit offenbar bewusst gemachten Äußerungen über Flüchtlinge für Schlagzeilen hatte sorgen wollen, um ihre malade Partei aus dem Tal der Umfragetränen zu holen.

Ihr Parteigenosse Jan van Aken, früher stellvertretender Fraktionschef im Bundestag, ist darüber verärgert. Er wirft Wagenknecht Nationalismus vor, ein für Linke tödliches Urteil, gegen das nach altem linken Brauch keine Berufung möglich ist. Die früher strikt antikapitalistische DDR-Frau stelle sich gegen zentrale linke Positionen, zürnt der Hamburger. Vergessen sind große Gesten Wagenknechts wie ihre todesmutige Flucht über die Spree. Van Aken fordert glasklar: Die Gefährtin von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine muss zurücktreten.

Für PPQ hat Gebärdendolmetscherin Frauke Hahnwech ein Interview mit van Aken aus dem Machtpolitischen ins Deutsche übersetzt.

PPQ: Sahra Wagenknecht hat gestern erklärt, die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge sei schwieriger als gedacht. Der Staat müsse alles dafür tun, "dass sich die Menschen in unserem Land wieder sicher fühlen". Man müsse wissen, "wer sich im Land befindet" und, "wo es Gefahrenpotenziale gibt". Stimmen Sie Frau Wagenknecht zu?

Jan van Aken: Nein, ich finde das komplett falsch. Die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge ist nicht schwieriger als gedacht. Der Staat muss nicht alles dafür tun, "dass sich die Menschen in unserem Land wieder sicher fühlen". Der Staat ist gar nicht für Gefühle zuständig. Man muss auch nicht wissen, "wer sich im Land befindet" und "wo es Gefahrenpotenziale gibt". Gefahren gibt es immer, die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Das ist also alles Blödsinn. Wir haben Platz, wir haben Geld.

PPQ: Das kommt doch auf den Blickwinkel an. Vielleicht haben Sie vorher etwas gedacht, Frau Wagenknecht aber etwas anderes?

Jan van Aken: Frau Wagenknecht stellt Flüchtlinge unter einen Generalverdacht. Das finde ich gerade in der jetzigen Zeit ganz gefährlich. Es ist immer linke Position der gesamten Partei gewesen, mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht offenbar, dass Menschen das Recht haben, vor Krieg, Gewalt und Not zu fliehen und dass es die Pflicht Deutschlands ist, alle aufzunehmen. So dass sie ohne jede Beschränkung und Obergrenze herkommen dürfen. Wagenknecht stellt dies infrage. Außerdem ist auch der Ruf nach mehr Überwachung von Flüchtlingen keine linke Position. Wir haben ausdrücklich immer gesagt: Kein Mensch ist illegal, auch kein Amokläufer und Terrorist und psychisch Kranker. Sie hat sich also klar gegen drei zentrale Positionen von uns positioniert. Oder gegen vier. Ich habe jetzt nicht mitgezählt.

PPQ: Redet Wagenknecht aber nicht schon länger so, als wäre sie in der AfD? Um die Wahlchancen ihrer Partei im nächsten Jahr zu wahren?

Jan van Aken: Das mit der AfD haben Sie gesagt, den Vergleich mache ich nicht, weil er auf eine Gleichsetzung hinausliefe, die ein Pauschalurteil wäre. Es ist immer linke Position der gesamten Partei gewesen, mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht offenbar, dass wir keine Pauschalurteile abgeben. Ich glaube, dass Sahra Wagenknecht manchmal einen eher nationalistischen Blick auf Dinge hat. damit stelle ich sie nicht unter Generalverdacht. Aber: Sie ist damit absolut die einzige in der Linken. Kein anderes Parteimitglied sieht das so wie sie.

PPQ: Sie ist also die Einzige, die Merkel von rechts kritisiert. So jemand, haben Sie getwittert, kann nicht Vorsitzende einer linken Fraktion sein. Damit sprechen Sie Wagenknecht die Eignung ab, Fraktionsvorsitzende zu sein.

Jan van Aken: Ja. Wenn sie in so zentralen Fragen keine linken Positionen vertritt, wie sie immer linke Position der gesamten Partei gewesen sind, mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht offenbar, sollte sie zurücktreten. Ich würde es machen. Also ihren Posten übernehmen. Ich war ja schon mal Stellvertretender Fraktionschef, ich kann das sicher.

PPQ: Halten Sie es für realistisch, dass Wagenknecht von sich aus zurücktritt?

Jan van Aken: Natürlich nicht, sonst würde ich ja nicht versuchen, mit diesem Interview Druck auf sie auszuüben, damit sie begreift, was Sache ist. Warten Sie mal ab. Wir sind uns da einig in der Linken der Linken, also in der gesamten Partei, mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht offenbar. So wie wir uns im Moment nach und nach äußern, würde es mich wundern, wenn Frau Wagenknecht nicht morgen angeschossen und am kommenden Wochenende politisch tot ist. Ich würde es dann machen. Also den Fraktionsvorsitz übernehmen. Ich kann das.

PPQ: Fraktionskollegen von ihnen, deren Namen meist noch nie jemand gehört hat, machen bei Ihrer Kampagne auch mit. Was wollen Sie denn erreichen?

Jan van Aken: Wir wollen die Verhältnisse in der Partei klären, die schädlichen Elemente ausschalten, die wie Wagenknecht gegen die linken Positionen der gesamten Partei auftreten, die mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht alle teilen, das gesamte Spektrum der Linken. Es geht um eine Säuberung, die die Reinheit und Geschlossenheit wiederherstellt. Niemand will da auf der falschen Seite erwischt werden. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Rückhalt für sie sehr, sehr gering ist. Es gibt ihn nicht, sie steht allein. Das muss sie begreifen, dass sie isoliert ist.

PPQ: Wagenknecht vertritt also eine absolute Minderheitenposition?

Jan van Aken: Ja, ganz sicher. Wer ihre Ansichten teilt, hat in unserer Partei nichts verloren. Das ist immer linke Position der gesamten Partei gewesen, mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht offenbar.



Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Wagenknecht ist ja eh nichts weiter als ein verkappter Trump-Berater.

derherold hat gesagt…

van Aken spielt übriegsn Jutta von Ditfurth.

Anonym hat gesagt…

kontorevolutionäre Elemente in der SED

Anonym hat gesagt…

gesucht wird der Bolschewist und "antifa" Fotograf Julian Feldmann , infos bei krautchan oder hier einstellen , Danke

Carl Gustaf hat gesagt…

Kant hätte gesagt: "Wir kennen das an den Flüchtlingen, was wir vorher in Sie hineingedacht haben." Und in diesem Sinne, und damit frei nach Kant, haben "wir" (sic!) uns niemals für die Flüchtlinge, sondern nur für uns selber interessiert.

So oder so ähnlich sollte auch die Wagenknecht gedacht haben, als sie ihr Interview gab.

Die Anmerkung hat gesagt…

http://de.allbuch.online/wiki/Datei:Julian_Feldmann.jpg

Anonym hat gesagt…

re Anmerkung , Danke für den Hinweis . Gruß , Netzbernd

Die Anmerkung hat gesagt…

@Netzbernd

Daß es ein Bernd war, hatte ich ja mitbekommen, denn sonst wäre diese Bitte nie unter diesem Post als Kommentar veröffentlicht worden.

ppq hat gesagt…

ich habe ihn gefunden, deinen julian feldmann http://www.wlz-online.de/waldeck/willingen/haare-stimmung-machen-5546791.html

derherold hat gesagt…

Lustig, wie die Oligarchenpresse Sahra Luxemburg attackiert, weil diese nicht "links" genug sei.

Anonym hat gesagt…

re PPQ ; vielen Dank , wir suchen aber nicht den Fitnesskaufmann sondern den "antifa" - Fotografen :-)

Bernd

Volker hat gesagt…

Haben die Deutschen wirklich nichts aus ihrer Geschichte gelernt?
Ist es schon wieder so weit, dass wir nachts ohne Angst durch die Stadt gehen wollen?

'Links- Linker- Wirklichkeitsfremd' hat gesagt…

Selbst Moslems schütteln angesichts der irrsinnigen Einstellung der Linken den Kopf und werfen ihnen "Realitätsverweigerung" vor und dass sie irgendwo "...auf den Idealen der 68er thronen"....
www.lefigaro.fr/El-Khatmi-islamophobie-un-Concept-cree-pour-etouffer-toute-Critique-de-la-Religion

www.zukunftskinder.org/Imad_Karim_Ihr-habt-verloren-auch-wenn-ihr-nicht-verloren-habt

Ist analog auf die rotgrünlinke Sekte in Deutschland zu übertragen...

Eigentlich auch auf die Katholen zu übertragen. Nach dem vorauseilenden [sry rektal] Hofieren und treu ergebenen Anbiedern an den Islam u.a. von Figuren wie Kardinal Woelki/ Köln ----> Was ist die Reaktion auf diese Treue?
Einem katholischen Pfarrer wird die Kehle durchgeschhnitten.....

Carl Gustaf hat gesagt…

Manchmal hats dann auch bei Zeit-Online noch eine Sternstunde der Meinungsfreiheit und des klaren Menschenverstands. Aber lest selbst: http://www.zeit.de/2016/30/moral-politik-bernie-sanders-sahra-wagenknecht-maxim-biller/komplettansicht