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Samstag, 4. März 2017

Trump: Zeit für einen neuen Anti-Amerikanismus

Von Experten attestierte Geisteskrankheit erlaubt es,  einen neuen Anti-Amerikanismus Gassi zu führen.

Jeder weiß, dass der Hitler-Staat mit militärischen Mitteln nicht zu besiegen war. Es gab nur einen anderen Weg – der erforderte politischen Mut. Mut, wie er heute wieder gebraucht wird, wenn der Westen sich mit dem anderslautenden Demokratiekonzept des neuen US-Präsidenten Donald Trump auseinandersetzen muss, der zuletzt versucht hat, die weltweite Kritik an seiner augenscheinlich scheiternden Präsidentschaft mit präsidialem Gehabe zu übertünchen. Offene Angriffe verbieten sich schon allein, weil Europa kaum über nennenswerte Bomberstreitkräfte verfügt. Der Kampf gegen den Despoten muss anders geführt werden.


Ein Gastbeitrag von Hans-Werner Assenbaum*

Die Politik des Westens hat den Hitlerstaat anfangs militärisch nicht sehr ernst genommen. Hitler hatte erklärt, er wolle nur ein paar Länder übernehmen und werde dann ein folgsames Mitglied der Völkergemeinschaft spielen. Darauf gingen die westlichen Demokratien ein, ehe sie sich auf das militärische Abenteuer eines offenen Kampfes gegen Hitler-Deutschland einließen.

Vergebens, wie wir heute wissen, wo rechter Terror und die Umtriebe eines "wahnsinnigen" (Spiegel) "Hasspredigers" (Steinmeier) Deutschland, das am schlimmsten betroffene Gebiet in Europa, schwer erschüttern.


Trumpismus ist keine Meinung


Nazismus ist eine Ideologie. Trumpismus ist keine Meinung. Ideologien kann man nicht erschießen. Trotzdem bekämpften die USA und zuletzt auch Russland Hitler in erster Linie mit Bomben. Obwohl sie wussten, dass diese Strategie später Hauptursache des explosionsartigen Erstarkens des Rechtsterrorismus gegen Flüchtlingsheime in Deutschland sein wird.

Weil rechte Ideologen von "Schuldkult" und "Fremdherrschaft" sprechen, entpuppt sich der Krieg des demokratischen Westens gegen den Hitlerismus mit einiger Verspätung als Terrorzuchtprogramm: Zwar reagiert die Politik inzwischen mit der Einstellung zehntausender neuer Polizisten auf die durch rechten Terror immer prekärer werdende Sicherheitslage. Aber in den USA sitzt ein Mann im Weißen Haus, der seine schützende Hand über Brexit-Anhänger, Putin-Versteher und Populisten mit einem Hang zur Abschottung ehemals nationaler Grenzen hält.

Die Auswirkungen sind jeden Tag zu besichtigen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Deutschland kaum noch Nazis, nach den Nürnberger Prozessen und den vollstreckten Todesurteilen gab es gar keine mehr. Heute aber steigt sowohl die Zahl der aktiven Faschisten als auch ihre Gewaltbereitschaft als auch die Zahl ihrer Untaten. Heute gibt es allein in Sachsen mehr als zwei Millionen renitente Nazis.

Der Osten ist verloren, aber immer häufiger schlagen Nazi-Terroristen auch im Westen zu. Nicht etwa, weil der Zweite Weltkrieg militärisch verloren wurde, wie manche „Terrorexperten“ meinen. Sondern weil Anschläge im Westen Teil ihrer Strategie sind. Der Gründer des "Werwolfes", Heinrich Himmler, forderte schon im September 1944 alle Sympathisanten auf, wenn sie schon keine Bomben oder Kugeln hätten, dann sollten sie eben die Schädel der Feinde mit einem Stein zerschmettern, sie mit dem Messer schlachten oder mit dem Auto überfahren. Himmler hat aus seiner mörderischen Strategie nie ein Geheimnis gemacht.

Unterschiedliche Maßstäbe


Auch Trump tut das nicht. Absichtsvoll lässt er sich falsch verstehen, um seinen Anhang zu mobilisieren. Die unmenschliche Brutalität der von ihm inspirierten rechten Anschläge und populistischen Wahlerfolge raubt uns dennoch immer wieder den Atem. Aber waren die Bomben auf Dresden, Köln und Berlin, die aus heutiger Sicht unsere waren, menschlicher? Der Philosoph Jean-Paul Sartre hat das Phänomen der unterschiedlichen Maßstäbe, die an Fake News angelegt werden, in den 60er Jahren am Beispiel des Algerienkrieges analysiert. Resigniert stellte er fest: „Wir verstehen nicht, dass ihre Gewalt unsere eigene Gewalt ist, die wie ein Bumerang auf uns zurückschlägt.“

Wir selbst sind an allem schuld, andere sind es nicht, diese Erkenntnis ist trotz mehr als 250 Talk Shows im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch nicht zu jedem durchgedrungen. Dadurch haben viele von denen, die schon länger hier leben, diesen Bumerang-Effekt bis heute nicht verstanden. Wer immer noch glaubt, Deutschland sei ein Land, dessen geschichtliche Verantwortung nur bis zu seinen Landesgrenzen reicht, der hat nicht verstanden, dass Moral keine Grenzen kennt.

Der Sumpf ist furchtbar noch


Der Sumpf ist furchtbar noch! NPD, NSU, Wehrsportgruppe Hofmann und andere haben in den letzten 20 Jahren mit ihren Terroranschlägen im Westen hunderte Menschen ermordet, Tausende beunruhigt und das Gemeinwesen an den Rand des Zerbrechens gebracht. Doch was heißt das schon angesichts der prall gefüllten Auftragsbücher, die die US-Bombenkriege der amerikanischen Rüstungsindustrie bescheren? Während Donald Trump dafür sorgt, dass der US-Aktien-Index Dow Jones immer weiter steigt?

Es ist Zeit für einen neuen, selbstbewussten Anti-Amerikanismus, für einen Ruck, der durch Europa geht und dem Diktator im Weißen Haus signalisiert: Bis hierher und nicht weiter! Der Krieg gegen den Vietnam-Krieg, den die 68er letztenendes doch verloren, kann noch gewonnen werden. Ebenso der Krieg gegen Nato, Freihandel und Globalisierung. Der amerikanische Systemkritiker Noam Chomsky nennt die USA „Weltmeister im Erzeugen von Terrorismus“ - ein Zitat, an dem wir uns orientieren können. Nicht der Antiamerikaner ist antiamerikanisch, sondern der Amerikaner, der es Europa überlässt, amerikanische Werte zu verteidigen.

Es wird ein harter Kampf werden, schon weil er mit dem Wort ausgefochten werden muss und viele verdienstvolle Analysen immer noch ausschließlich auf Deutsch erscheinen, so dass der mental beschränkte Hinterwäldler in Minnesota sie kaum lesen kann. Analytische Ehrlichkeit gebietet deshalb den Hinweis: Wir müssen aufpassen, dass nicht große Teile der Populisten entkommen können, wenn die EU unter deutscher Führung darangeht, die USA vom Chaosregime des Donald Trump zu befreien.

Eine neue Strategie


Die US-Propaganda erzählt trotzdem weiter ihre Kriegs- und Erfolgsmärchen. Die USA bleibe eine Demokratie, Deutschland, der frühere Hitlerstaat, bleibe ein enger Verbündeter gegen den früheren engen Verbündeten Russland. Der grassierende Meinungsterror wird verschwiegen, die neue Administration verbirgt ihre Absicht, die USA zu einem Führerstaat nach dem Modell des 3. Reiches umzubauen.

Wir, die letzten Bewahrer der Werte der westlichen Menschheit,die absolut universell sind, dürfen nicht darauf hereinfallen. Als amerikanische Flugzeuge einst den Hitlerstaat in den Untergrund bombten, schuften sie eine neue Legende vom Widerstand, der sich heute in einer Nazi-Verseuchung der Gesellschaft zeigt, die bis in deren Mitte reicht. Wir müssen klüger sein, anders arbeiten, die USA des Donald Trump dort angreifen, wo sie ihre Schwächen hat. Dazu gilt es, herauszufinden, wo das ist.

* Hans-Werner Assenbaum ist Strategic Director bei Garner, West &  Müller, einem Wiesbadener Think Tank, der überparteiliche Politikberatung anbietet

Kommentare:

Die Anmerkung hat gesagt…

Hat sich PPQ einen passenden Screenshot hingeschummelt, um einen schönene Text dazu verfassen zu können? Die Wahrheit ist weider mal genau andersrum. Obama ist der kranke Typ.
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http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/obama-ist-psychisch-krank-14909099.html

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat am Samstag in rüdem Ton schwere Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama erhoben. Trump schrieb in einer Serie von Tweets, Obama habe ihn vor der Präsidentschaftswahl im Trump-Tower abhören lassen. „Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!“

Die Anmerkung hat gesagt…

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/837996746236182529

@realDonaldTrump

How low has President Obama gone to tapp my phones during the very sacred election process. This is Nixon/Watergate. Bad (or sick) guy!

04:02 - 4. März 2017

Sauer hat gesagt…


Wir sind in einer günstigen Lage, den harten Kampf gegen den Trumpismus zu gewinnen. Der Kampf muß ja, wie Assenbaum richtig schreibt, mit dem Wort gewonnen werden, weil unsere physischen Mittel nicht ausreichen. Glücklicherweise ist in unserer Mitte kürzlich ein wortgewaltiger Prophet wie aus dem Nichts emporgestiegen, dessen Worte unseren Geist beleben und uns Gewißheit geben, einer sorgenfreien Zukunft unter seiner Führung entgegenzugehen. Seiner Wortgewalt kann sich niemand entziehen, auch nicht der verbohrteste Starrkopf von Würselen. Dieser Rufer in unserer dunklen Zeit wird den Siegesglauben des Trumpismus mit einer Kanonade an unwiderleglichen Worten erschüttern und die Potemkinschen Mauern des Trumpismus zum Einsturz bringen. Der Sieg wird unser sein und unser Martin Schnulz wird herrschen in Herrlichkeit.