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Mittwoch, 31. Mai 2017

Nach Tuchel-Rauswurf: Martin Schulz rotiert zum BVB

Ein glücksstrahlender Schulz bei der Vorstellung als neuer BVB-Trainer.
Atemberaubend, wie das SPD-Personalkarussell sich schon wieder weiterdreht. Eben noch hatten der in Brüssel arbeitslos gewordene Martin Schulz und der bis dahin glücklos agierende Parteichef Sigmar Gabriel die Plätze getauscht. Notwendigerweise war Gabriel danach auf den Posten von Walter Steinmeier gerutscht, der ihn zuvor hatte von Joachim Gauck übernehmen müssen. Schulz machte dann den Gabriel, anfangs sogar besser als Steinbrück, der einst Steinmeier als Bundestagswahlverlierer beerbt hatte.

Nun aber das. Weil Sellering in Mecklenburg schwer erkrankt und die SPD-Ersatzbank komplett leer ist, muss Manuela Schwesig auf den Ministerpräsidentenposten. Dadurch wird das Familienministerium frei, das die für das überschnelle Abflauen des Schulz-Hypes verantwortlich gemachte Katarina Barley übernehmen wird. Damit ist sie aus dem Weg und Hubertus Heil, der schon einmal erfolgreich eine Bundestagswahl in den Sand gesetzt hatte - damals, nachdem der von Franz Müntefering als Generalsekretär vorgeschlagene Kajo Wasserhövel im SPD-Bundesvorstand gegen Andrea Nahles unterlegen gewesen war - kann den Posten wieder antreten, den nach ihm die heute als Arbeits- und Sozialministerin auftretende Andrea Nahles innegehabt hatte, die damit seine Vorgängerin würde.

Parteichef Schulz freut sich auf die Zusammenarbeit mit Heil, kündigte aber bereits weitergehende Änderungen an. „Mit allen Mitteln“ werde die SPD Trump angreifen und dabei stets auf das überschaubare Personalreservoir vertrauen, das sich die Partei Gerhard Schröders, Willy Brands und Herbert Wehners in den vergangenen Jahren schleichend angeeignet hat.

Weil der sozialdemokratische Hof-Poet Ralf Stegner absehbar bald aus Kiel „wegmüsse“, so flüstert es auf den langen Fluren des Brandt-Hauses, sei ein Posten als Anti-Amerika-Minister für den Wahl-Holsteiner denkbar, sobald die SPD die absolute Mehrheit in trockenen Tüchern habe.

Das Verteidigungsministerium werde dann die derzeitige Integrationsministerin Aydan Özoğuz übernehmen, die derzeit nur Staatsministerin ist, aufgrund jahrelanger treuer Dienste aber schon lange ein Anrecht auf einen richtigen Ministerposten hat. Auch Niels Annen, mit Mitte 40 einer der letzten jungen Wilden in der SPD, hat nach der Wahl ein Anrecht auf einen herausgehobenen Posten in direkter Machtnähe.

Den nach dem Rauswurf von Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund vakanten Cheftrainersessel hat Martin Schulz bei der Gelegenheit auch gleich mitbesetzt. BVB sei nunmehr Chefsache, teilte Schulz mit, der angesichts seiner unklaren Aussichten bei der Bundestagswahl "nach etwas Längerfristigem" sucht, wie Vertraute mitteilten. Für den Co-Trainerjob schlug Martin Schulz seinen Vertrauten Markus Engels vor, der zwar derzeit kein Wahlamt in der Partei bekleide, aber durch seine langjährige Reisetätigkeit im Umfeld des Spitzenkandidaten traditionell „in den Genuss vorteilhafter Vertragskonditionen" kommt, wie der „Spiegel“ resümiert.

Als Kanzlerkandidat soll dafür der eigentlich bereits emeritierte Peer Steinbrück die SPD noch einmal in die Bundestagswahl führen. Steinbrück habe das seinerzeit "sehr gut" gemacht, lobte der neue alte Kandidat sich selbst. "30 Prozent in Umfragen", sagte Steinbrück, "das schaffe ich nochmal." Den vakanten Chefposten beim abgestiegenen Bundesligisten 1860 München wird derweil Brigitte Zypries übernehmen. Die aus Kassel stammende Vertraute von Sigmar Gabriel ist Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt und dient seit Gabriels Wechsel ins Außenamt übergangsweise als Bundeswirtschaftsministerin. Ab Herbst wird für Zypries eine Anschlussverwendung gesucht, die mit dem Job als Abwickler des Münchner Fußballvereines gefunden sei, hieß es in Berlin.

In der SPD-Fraktion werde sein umfassender Vorschlag zum Umgruppierung der Kräfte mit großer Geschlossenheit unterstützt, sagte der scheidende Kanzlerkandidat Schulz derweil in Berlin. Er habe über die Tuchel-Nachfolge bereits mit Kanzlerin Angela Merkel telefoniert, die bereit sei, im Sinne einer gemeinsamen Front gegen Amerika auch ungewöhnliche Notmaßnahmen zur Rettung der deutschen Sozialdemokratie zu unterstützen.


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