Google+ PPQ: Strafzölle: So vernichtend treffen die EU-Vergeltungssteuern die USA

Sonntag, 24. Juni 2018

Strafzölle: So vernichtend treffen die EU-Vergeltungssteuern die USA

Nachdem sich US-Präsident Donald Trump im Streit um die von ihm verhängten Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus Europa unnachgiebig gezeigt hat, hat die europäische Wertegemeinschaft sich entschlossen, ihrerseits einer Liste von US-Produkten mit höheren Abgaben zu belegen: Ab Juli sollen Gegenzölle auf US-Waren in Kraft treten, teilte die EU-Kommission mit.

Brüssel macht gnadenlos ernst: Schon erste Zahlen zeigen, wie hart die europäischen Vergeltungszölle die US-Wirtschaft treffen werden. Allein die Sonderabgaben auf Jeanshosen - hier liegt die USA hinter Sri Lanka, Mauritius und Marokko jenseits von Platz 20 der größten Zulieferer - drohen zusätzliche Abgaben in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro. Jeder Amerikaner wird  dadurch mit etwa 0,005 Cent belastet - der Unmut der Betroffenen dürften grenzenlos sein, Donald Trumps Chancen auf eine Wiederwahl sinken damit weiter.

Deutschland dagegen kann den Vernichtungsschlag gegen due amerikanische Jeansindustrie leicht verkraften: Derzeit kommen nur 0,22 Prozent aller in Deutschland verkauften Jeans aus dem Land, in dem die robuste Hose einst erfunden wurde. Nur jede 500. in deutschland verkaufte Jeans wurde in den USA genäht, rund 200 Millionen andere Jeanshosen kommen aus Staaten wie Pakistan, der Türkei, China oder Ägypten, die mit Deutschland gemeinsame Werte teilen. Und die, wie Ägypten, Importe nur mit bis zu 60 Prozent besteuern, nicht wie Trumps USA mit bis zu 25 Prozent.

Durch dieses harsche Vorgehen gegen den einstigen Verbündeten erhofft sich die EU-Kommission  nach eigenen Angaben ein Einlenken des Weißen Hauses. Einnahmeausfälle von bis zu 4,5 Millionen Dollar, wenn der Jeans-Import aus den USA nach Europa durch die Vergeltungssteuern völlig zum Erliegen kommt, dürften bei den Entscheidern in Washington für ein schnelles Umdenken sorgen.

Die noch notwendigen Vorbereitungen sollten in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten bis Ende des Monats abgeschlossen werden, erklärte Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic in Brüssel. Die Anwendung der Ausgleichszölle stehe voll im Einklang mit den WTO-Regeln, betonte Sefcovic. Im Gegensazu zu der "unilateraler und illegale Entscheidung der USA" handle sich bei der europäischen Vergeltung um eine "maßvolle und sinnvolle Antwort", die von der EU-Kommission kollektiv beschlossen worden sei.




Kommentare:

lesandi hat gesagt…

Die hohe Kunst der Politik: Da zuschlagen, wo es nicht weh tut und das als großen Gegenschlag verkaufen.

Sauer hat gesagt…

Merkel ist für jede Überraschung gut. Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als bestrafe sie den großen Satan in Washington durch Zölle auf US-Jeans, tatsächlich sorgt sie für eine Ankurbelung des Verkaufs der Ami-Jeans. Das Denkmuster dahinter ist ganz einfach. Merkel kennt ihre deutschen Pappenheimer. Je teurer eine Ware ist, desto höher ist die Qualität, denken die vielen kleinen Merkel in der deutschen Provinz. Also verteuert sie die Jeans, um den Absatz zu steigern und dem guten Donald eine Freude zu machen, damit er nicht die deutsche Autoindustrie ausbremst. Sie muß schon genug unter den heimischen Kahlschlägern leiden, da kann sie es sich nicht leisten, den US-Markt zu verlieren. Man erkennt, Merkel denkt um Ecken. Wo andere eine Torheit wittern, handelt sie schlau wie eine Füchsin. Jetzt bleibt nur zu hoffen, daß Trump diesen raffinierten Schachzug versteht.

Anonym hat gesagt…

@ Sauer: Msg sein. Aber ich ziehe mir eh nichts über den Ursch, was "Levy" heißt - schlechtes Scheng Pfui. Außerdem behindert dieses Beinkleid die Geri-waza.

D.a.a.T.