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Dienstag, 20. März 2007

Fremde Federn III

Angele: In den Bergen schmelzen die Gletscher.

Schmidt: Da muss ich ehrlich sagen: Warum nicht? Ich selber stand vor drei Gletschern: Aletschgletscher, Franz Josef Gletscher in Neuseeland, und noch ein Riesenteil in Grönland. Tut mir leid, ich sehe da nur dreckiges Eis.

Angele: Dann lieber Dreck ohne Eis?

Schmidt: Ich selber brauche keine Gletscher. Ich möchte auch endlich wissen, ob nun eigentlich die Polkappen abschmelzen oder ob wir einer neuen Eiszeit entgegengehen. Ich war da, in Grönland. Mit dem Kreuzfahrtschiff. Und so lange der Steward noch mit dem Pickel das Eis von der Gletscherwand haut - für den Whiskey am Abend, weil Fachleute sagen „Das knistert anders“ -, so lange das noch gewährleistet ist, bin ich mir nicht sicher.

Angele: Mich berührt das Wetter schon.

Schmidt: Warum?

Angele: Weil die Menschen und vor allem: die Medien es nicht in den Griff kriegen.

Schmidt: Das Wetter in Europa ist doch putzig.

Angele: Mich fasziniert, dass die Wetterprognosen trotz Hightech so ungenau sind. Man schaut aus dem Fenster und sagt sich: sie liegen schon wieder daneben.

Schmidt: Egal, ich bin wetterunabhängig, wissen Sie. Wenn mir das Wetter auf den Sack geht, gehe ich ins Studio und mache den Scheinwerfer an. Das ist diese positive Beleuchtung, diese Lichttherapie, die es auch auf Krankenschein gibt. So. Und wenn Sie irgendeinmal rund um den Äquator unterwegs waren, dann wissen sie, dass bei uns absolut menschenfreundliches Wetter herrscht. Denken Sie an den Tsunami. Hier dagegen: elf Monate im Jahr Pissbrühe. Dafür aber keine Erdbeben, keine Hurricanes.

Angele: Das Wetter ist eben nicht nur freundlich, es ist eine „Urgewalt“.

Schmidt: In Europa ist es keine Urgewalt. Nochmals zum Aletschgletscher. Da sehe ich immer diese zwei Postkarten: 1912 und heute. Na und? 1912 wurden die Menschen 43 Jahre alt, heute werden sie 95. Man kann nicht alles haben. Entweder Gletscher oder frühes Ende. Oder kein Gletscher und elf neue Hüften. Man muss sich auch mal entscheiden. Entweder der Mensch oder die Natur.


(via: www.netzeitung.de)

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