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Donnerstag, 28. Juni 2007

Fussball beim großen Führer

Für Hugo Chavez, den selbst ernannten neuen Führer des Weltproletariats, sollte die Südamerika-Meisterschaft Copa America eigentlich das werden, was die Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr für Angela Merkel war. Chavez, der in den zurückliegenden Jahren zahlreiche ausländische Öl-Konzerne enteignet hat, wollte beweisen, dass sein "bolivarischer" Staat, in dem Opposition inzwischen nahezu verboten ist, ein beispielhafter Ausrichter des Großereignisses werden kann. In der für Billig-Diktatoren typischen Selbstübrschätzung sagte Chavez der drittklassigen Mannschaft seines Ländchen sogar den Sieg beim Turnier voraus - der große Teufel USA werde im Endspiel 5:0 geschlagen, versichert er. Sportlich reichte es im ersten Spiel nur zu einem weltproletarisch gesehen brüderlichen, sportlich betrachtet jämmerlichen 2:2 gegen die Indio-Kicker aus Bolivien, organisatorisch versinkt das Turnier im Chaos.

Finanzieren hätte Venezuela das sportliche Abenteuer können, nur mit dem Austragen wird es so richtig nichts: Kurz vor Turnierbeginn musste die südamerikanische Fußball-Konföderation Conmebol jetzt zum wiederholten Mal den Spielplan ändern, weil die Sanierung des Stadions in der Hauptstadt Caracas trotz - oder wegen - der zentral geleiteten Planwirtschaft nicht pünktlich fertig wurde. Aus „Sicherheits- und Kapazitätsgründen“ werde das erste Semifinale nun in Maracaibo ausgetragen. Dort hat Chavez auch keine öffentlichen Proteste gegen sein Regime zu befürchten, die Studenten und Oppositionelle für Caracas angekündigt hatten.

Kommentare:

Formwandler hat gesagt…

Selten solch einen Mist gelesen:

1. Chavez hat NICHT prophezeit, Venezuela würde im Finale die USA mit 5:0 schlagen - sondern Brasilien mit 3:0.

2. Abgesehen davon, dass die Formulierung “Indio-Kicker aus Bolivien” ziemlich daneben ist, darf Venezuelas 2:2 gegen dieses Land als Erfolg gelten - NICHT als “jämmerlich”. Venezuela ist seit vielen Jahren eine der schwächsten südamerikanishen Mannschaften und konnte bisher erst eine - EINE - Copa America-Partie überhaupt gewinnen. Ein Remis gegen die stärker eingeschätzten Bolivianer ist also durchaus in Ordnung.

3. Die Conmebol hat NICHT den Spielplan geändert, sondern lediglich zwei Spielorte. Barinas wurde - vor zwei Wochen - ein Vieirtelfinale entzogen, Caracas ein Halbfinale, beide Male aus Sicherheitsgründen. Die Formulierung “musste […] jetzt zum wiederholten Mal den Spielplan ändern” ist also in mehrfacher Hinsicht falsch - zumal über das “müssen” in Südamerika durchaus geteilte Meinungen bestehen - meist werden die Marktwirtschaftler der chaotischen Conmebol als Verursacher genannt, nicht irgendwelche Versäumnisse Venezuelas.

4. “Der große Führer?” Chavez hat diese Formulierung NIE gebraucht.

5. Venezuela ein “Ländchen”? Fast doppelt so groß wie Deutschland, über 27 Millionen Einwohner, mehrere Millionenstädte, BIP/Kopf knapp 5.000 US$, einer der größten Ölexporteure der Welt …

6. Wieso sollte es in Maracaibo keine Demonstrationen gegen Chavez geben? Es ist die zweitgrößte Stadt des Landes - gibt es dort etwa keine Opposition? Oder ist die dort “inzwischen nahezu verboten” - in Caracas aber nicht oder wie oder was?

Man muss kein Freund von Chavez sein, um zu erkennen wie lausig und stümperhaft dieser Beitrag ist.

FABRICATED LUNACY hat gesagt…

... aber es hilft, wie man sieht.

binladenhüter hat gesagt…

er hat prophezeit, dass venezuela im endspiel brasilien 3:0 schlagen werde, wenn brasilien es aber nicht bis dahin schaffe, werde venezuela die usa 5:0 besiegen. wer so träumt, für den hat auch das schweizer espace-magazin nur die formulierung “Bolivien rang Gastgeber Venezuela in San Cristóbal ein 2:2 (1:1) ab”. zum spielplan gehören die spielorte, zweimal ist zum wiederholten mal. bolivien hat eine überwiegend indigene bevölkerung, das kannst du daneben finden oder auch nicht. die resultate zeigen, dass chavez in seiner eigenen welt lebt - aber einer, der der sich als neuen führer sieht (wo habe ich “großer führer” geschrieben?) weltpolitisch gesehen ist venezuela ein ländchen, gut, nicht mal das. die mongolei ist auch groß und erst recht die antarktis. wieso es dort keine demonstrationen geben soll? chavez wird es wissen - vielleicht hat er vom prager frühling gehört oder vom platz des himlischen friedens in peking oder vom marsch auf washington? komischerweise alles hauptstädte…

ansonsten aber danke für die lausigen und stümperhaften anmerkungen

panzerbummi hat gesagt…

mensch formwandler, alter diktatorenfreund: sag doch einfach, dass dir der antisemitische gegendemokrat chavez sympathischer ist als die luschen der freien gesellschaft im westen. dann musst du deine unkenntnis nicht an solchen kleinigkeiten beweisen.