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Donnerstag, 21. Juni 2007

Lauterkeit im Lauterbach

Er hat einen schmierigen Popper-Scheitel, rasiermesserschafte Lippen und immer eine Fliege um den Hals. Wenn Karl Lauterbach spricht, klingt es, als habe er gerade Helium geschnüffelt, wenn er denkt, kommt die Erkennnis heraus, dass Deutschland ein wirklich ganz schrecklicher "Zweiklassenstaat" (Buchtitel) ist. Kein besonders origineller Gedanke, weil die Zweiklassengesellschaft sich ja inzwischen auch schon rasieren muss. Aber der drahtbrillige SPD-Mann, der Worte beim Reden aus dem Mund verliert wie ein Pferd Äpfel, meint es ernst - Lauterbach ist auf einem Feldzug gegen reiche Professoren, unsolidarische Privatpatienten und allerlei andere Ungerechtigkeiten, die er mit Hilfe einer großen sozialistischen Einheitskrankenkasse zu behandeln gedenkt.

Lauterbach ist außerdem aber zufällig auch noch Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft Rhön-Klinikum, die gerade erst das bisher in öffentlichem Besitz befindliche Uniklinikum Gießen/Marburg gekauft hat und mit der Behandlung seiner Patienten eine recht stattliche Cash-Flow-Marge von zehn Prozent erwirtschaftet. Probleme mit der Doppelrolle als Rächer der Enterbten und Aufsichtsrat bei der Klinik-Heuschrecke hat Karl Lauterbach nicht. Als Aufsichtsrat, verriet er bei n-tv, bekomme er Einblicke hinter die Kulissen, deshalb habe er beschlossen "ich bleibe in der Forschung".

Formulierungen, die den Schluß nahelegen, dass Karl Lauterbach nicht wirklich Aufsicht führt bei Rhön, sondern als eine Art Reinkarnation von Günter Wallraff in der Chefetage recherchiert. Was er dort erfährt, dürfte er nach deutschem Aktienrecht zwar eigentlich nicht öffentlich sagen. Aber der Mann mit der Fiepsstimme hat vorgesorgt: Durch sein Bundestagsmandat genießt er Immunität.

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

lauterbach simuliert den wirtschaftsverstand der spd - und das schlecht. er gibt den robin hood, und ist doch nur ein träger von ärmelschonern.