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Freitag, 16. November 2007

Wenn Verena Feldbusch mordet

Eben verarmten sie zumindest medial noch "fast ungebremst", jetzt entpuppen sie sich auch noch als Monster mit verrohter Fantasie, die nach kurzer Aufforderung von blutigen Morden und brutaler Gewalt träumen. Nach einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Bonn, die knapp 300 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 und 8 gebeten hatten, zu einem klassischen Märchenanfang einen neuen Schluss zu schreiben, neigen vor allem die Jungen zu extrem gewalttätigen Enden. Auch bei Mädchen sind die Gedanken nicht immer frei: Sie ließen ihre Märchen zwar in aller Regel gewaltfrei enden, bedienten sich dabei aber gerne aus romantischen Seifenopern.

Die Verantwortung dafür sehen die Forscher bei den Medien. "Unsere Studie zeigt, wie sehr Medienbilder inzwischen die Phantasie von Kindern besetzen", glaubt Professor Dr. Volker Ladenthin von der Universität Bonn. "Also auch jene Phantasie, mit der sie ihr späteres Handeln planen."

Fürchterliches steht da bevor, denn in den Köpfen von Heranwachsenden spuken grausige Gedanken. So ließen Schüler ihre Märchen oft in wahren Blutorgien enden - und sprengten dabei ohne Hemmungen die Grenzen des Genres: Da trampelt King-Kong die Königstochter nieder, die Amerikaner werfen die Atombombe, und die Helden kämpfen mit Messern, Uzis oder Präzisionsgewehren. Sogar Verona Feldbusch, deren neuer Name Poth sich trotz Medien-Dauerfeuer noch nicht bis in die Klassenzimmer herumgesprochen zu haben scheint, hat einen Auftritt. Sie überfährt mit ihrem Auto kaltblütig die Hauptfiguren des Märchens. Die Schülerinnen kamen bei der Befreiung der Prinzessin dagegen meist ohne Gewalt aus. Stattdessen nahmen sie gerne Anleihen an romantischen Daily Soaps.

"Unsere Studie kann und will nicht nach den Ursachen von konkreten Gewaltverbrechen jugendlicher Täter fragen"
, betont die Bonner Medienwissenschaftlerin Jessica von Wülfing. Das Experiment zeigt jedoch immerhin, wie sehr Bilder aus den Medien die Vorstellungswelt Heranwachsender prägen. "Das ist eine gefährliche Entwicklung", warnt Professor Ladenthin, der zumindest noch die Kraft aufbringt, "nicht auszuschließen, dass die Schüler sich bei ihren Antworten durch eine besonders blutige Geschichte vor ihren Klassenkameraden profilieren wollten."

1 Kommentar:

panzerbummi hat gesagt…

ein haufen bullshit, ein ganz großer obendrein. "medienbilder haben die phantasie der kinder besetzt"? holla, eine erkenntnis, die seit der ersten steintafel mit eingeritzten zeichen gilt. und wie werden märchen vermittelt? durch medien. die studie zeigt deutlich, was sie nicht sagen will: die forscher beharren auf der unterscheidung zwischen guten und bösen medien. brr, ist das doof.