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Montag, 3. März 2008

Grenzwerte & Spione

Was ppq schon Anfang Januar berichtete, bestätigt jetzt auch Berlins Gesundheits-Senatorin Lompscher. Die Knallerei in der Silvesternacht hat die Grenzwerte für Feinstaub teilweise um das 70fache überschritten. Einerseits gibt es neuerdings das Fahrverbot ohne Umweltplakette, andererseits ballern die Berliner selbst die Luft komplett dicht.
Die Konzentration der Minipartikel lag in den Rauchschwaden der Böller zeitweise bei 3445 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der europaweit festgelegte Tagesgrenzwert liegt bei 50 Mikrogramm.
Zwar werden die Spitzenwerte der Feuerwerksnacht nur zweitweise erreicht, doch ist der Neujahrstag der staubigste Tag des Jahres in der Stadt. Der Tagesmittelwert lag laut Lompscher bei 221 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, also viereinhalb Mal so hoch wie der Grenzwert. Das ist eine etwa doppelt so hohe Staubkonzentration, wie sie an schlechten Tagen etwa an Deutschlands am stärksten verstaubten Straßen in Baden-Württemberg, dem Ruhrgebiet oder in München gemessen wird.
Indes macht ein anderes Feinstaub-Problem einigen Berlinern zu schaffen. Der Qualm der Raucher. Das Nichtraucherschutzgesetz gilt zwar seit 1.1.08, kassiert wird jedoch erst ab Juli. Deshalb wird in vielen Kneipen einfach weiter gequlamt. Zum Ärger der militanten Nichtraucher-Gilde. Die schickt nun ihre besten Spionage-erprobten Leute los, um Raucher in Nichtraucherkneipen zu erwischen und zu fotografieren.
Die Bilder werden dann samt Anzeige zum Bezirksamt geschickt. Dort aber gar nicht gern gesehen. "Wir brauchen keine Anschwärzer und verdeckten Ermittler und schon gar keine Beweisfotos", sagt auf Anfrage der Charlottenburger Bezirksstadtrat Marc Schulte. Ein "erwischter" Wirt schrieb auf seine Homepage: Da ist wohl ein Ex-Stasi-Spitzel nicht ganz ausgelastet...

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