Google+ PPQ: Im Zauber der Zahlen mit Rechtsradikalen

Samstag, 10. Mai 2008

Im Zauber der Zahlen mit Rechtsradikalen

Mathematische Wunder gibt es immer wieder, am liebsten aber finden sie im Umfeld der Schlagzeilen zur Zahl rechter Straftaten statt, die traditionell steigt. Dabei wird nie erklärt, was eine rechte Straftat ist, ob es sich um erfolgte Anzeigen, eröffnete Ermittlungsverfahren oder verurteilte Täter handelt. Der Zahl ist eigen, dass sie immer größer wird, wenn sie nicht, wie jetzt, sogar mal zugleich steigt und fällt.

Vordergründig ist erstmal alles beim alten. "Die Zahl der Gewalttaten mit rechtsextremem Hintergrund hat im März einen Höchststand erreicht", melden die Agenturen, die mangels eigenr Archive nie nachschauen können, welchen Höchststand sie zuletzt ins Land trompeteten. Fakt ist: "Die Polizei registrierte bundesweit 1311 rechte Delikte", und das - wie bei der stillen Post üblich "im Tagesspiegel", der sich auf die Statistik der Bundesregierung beruft, die auf eine Anfrage der Linkspartei öffentlich wurde.

Die Vergleichzahlen stammen demzufolge auch von der Linkspartei: Im März 2007 waren es danach 853 rechte Straftaten, im März 2002 sogar nur 188 .

Stimmen kann das natürlich nicht, denn Uwe-Karsten Heye, ehemaligs Sprecher der Regierung Schröder, dann Gründer des Vereins Gesicht Zeigen! e.V und Erfinder der No-Go-Areas in Ostdeutschland, berichtete schon im November 2007 von neuen Rekordzahlen. Anno 2006 habe es danach rund 18.000 Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund in Deutschland gegeben - monatlich also durchschnittlich 1500.

Die neue Rekordzahl rechter Straftaten lässt also Gutes hoffen: Bleibt es bei 1300 Fällen monatlich, wird die Gesamtzahl am Jahresende bei höchstens 15600 liegen, das wären 2400 Fälle weniger, umgerechnet also ein Rückgang um ein Drittel innerhalb von zwei Jahren.

1 Kommentar:

Prolliticker hat gesagt…

In Berlin ließ jüngst der Staatsschutz verlauten, dass rechtsradikale Übergriffe besonders in Neukölln zugenommen hätten. Und genauso hat es der Blätterwald der Hauptstadt auch verkauft: Neonazis in Neukölln. Wer einmal dort war, weiß, dass das purer Nonsens ist. Ein Neonazi hätte dort keine Überlebens-Chance. Die Grauen Wölfe aber um so mehr. Bleibt die Frage, ob die Experten vom Staatsschutz den Unterschied zwischen deutschen und türkischen Nazis kennen und gelogen haben oder ob sie (wie so oft) im Dunkeln tappen...