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Sonntag, 29. Juni 2008

Fußball-EM: Triumph der Diktaturen

Hitler, Stalin, Franco, Atatürk - unter den Halbfinal-Teilnehmern der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz fand sich kein Land, das nicht am dunklen Erbe wenigstens einer kommoden Diktatur trägt. Damit setzt sich eine Tendenz fort, die bereits das letzte Europaturnier in Portugal prägte: Siegten zwischen 1980 und 2000 in vier von sechs Europameisterschaften mit Frankreich, den Niederlanden und Dänemark Mannschaften ohne eigene diktatorische Tradition gegen Teams aus ehemals totalitären Staaten, kippte dieser Trend mit dem neuen Jahrtausend nachdrücklich ins Gegenteil.

Schon 2004 standen sich im Finale mit Griechenland und Portugal zwei Länder gegenüber, die jahrelang von Militärregimes beherrscht worden waren. Die letzten im Turnier verbliebenen alten Demokratien Tschechien und die Niederland hingegen scheiterten im Halbfinale.

Diesmal kamen die Vertretungen der Länder ohne totalitäres Erbteil nicht einmal mehr soweit. Nach dem Vorrunden-Aus für die Schweiz, Schweden, Frankreich und Tschechien scheiterten auch die Niederlande an Russland. Schon die Halbfinals wurden so zum Triumph der Diktatur: Deutschland warf letztlich die Türkei aus dem Turnier, Spanien eliminierte Russland.

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