Google+ PPQ: Geldlos vor Gericht

Donnerstag, 26. Juni 2008

Geldlos vor Gericht

Ein wilder Zottel aus dem Wald ist er, der seit einem Erweckungserlebnis in früher Jugend weiß, dass er berufen ist, die Welt vom Bösen zu erlösen. Jürgen Wagner nennt sich deshalb Öff Öff, er lebt in einem ehemaligen Hühnerstall am Rande einer großen Wiese, neben seiner intensiv nach getrockneter Hühnerkacke duftenden Behausung plätschert ein Bächlein und nebenan in einem Bauwagen lagert der Mann, der Chef und derzeit einziges Mitglied der weltweiten Bewegung der Schenker ist, Kartoffeln, Äpfel und sonstige Lebensmittel, die ihm Leute aus der Umgebung geschenkt haben.

Öff Öff, der im Wochenrhythmus im Fernsehen auftritt, dort schmerzlos Würmer verschlingt, sich Zähne aus dem Kiefer meiselt und Weisheiten vom einfachen Leben zum besten gibt, hat geschafft, wovon alle träumen: Sein Job ist es, nicht zu arbeiten, sondern sich alles schenken zu lassen, was er zum Leben braucht. Da kommt einiges zusammen, soviel sogar, dass die geschenkten Äpfel im Bauwagen langsam verrotten, weil der Naturmensch mit dem Essen nicht nachkommt.

Weil Öff Öff aber richtiges Geld eben doch nicht hat, verklagt ihn seine ehemalige Schenker-Gespielin jetzt auf Unterhalt für das gemeinsam gezeugte Kind, das als "Waldbaby" via Bild-Zeitung erst richtig für die Ein-Mann-Schenkerbewegung trommelte. Öff Öff mag nicht zahlen, trotz seiner vielen, vielen Fernsehengagements sieht er sich außerhalb von Gesellschaft und Rechtssystem stehen, wie er hier schenkermäßig verquast und verschwiemelt ans Amtsgericht in Eschwege schreibt:

4.1.4.3 - K 5211 AZ des Amtsgerichts 53 F 69/08 KI

Sie schrieben mir in einem Brief vom 16.06.2008:

Sehr geehrter Herr Wagner,

Ihre E-Mail vom 13.06.2008 haben wir mit heutiger Post an das hiesige Amtsgericht in Eschwege mit der Bitte um Kenntnisnahme und ggf. weitere Veranlassung weitergeleitet.
Für Ihren Hin- und Her-Transport sind wir nicht zuständig. Diesen müssen Sie in Eigenregie organisieren. Der Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe ist bei Bedarf unverzüglich ausgefüllt, unterschrieben und mit den entsprechenden Nachweisen an das hiesige Amtsgericht zu senden.

Mit freundlichen Grüßen...

Ich glaube, es gibt da einige grundlegende Mißverständnisse in unserem Umgang miteinander:

Ich bin ein freier, souveräner Mensch und kein Mitglied dieses staatlichen Herrschafts-Vereins, Sie handeln nicht in meinem Auftrag oder Sinne, und ich bin kein Befehlsempfänger. Ich kaufe und verkaufe nichts und gehe überhaupt nicht mit Geld um.

Ihre Gerichts-Veranstaltungen sind Ihre Veranstaltungen und von Ihnen zu verantworten.

Ich habe moralisch das Recht, mein Kind auf meine herrschafts- und geldfreie Weise versorgen zu wollen, und umgekehrt besteht sicher kein moralisches Recht, mir dies gewaltsam vorenthalten zu wollen oder mich gewaltsam für dieses Staats- und Geld-System vereinnahmen zu wollen, auch indem ich gewaltsam gezwungen werden sollte, mich und meine Arbeit für Unterhalts-Geld zu verkaufen...

Sie können mich zu Ihrer Gerichts-Veranstaltung einladen, und wenn wir uns auf beiderseits passende Termine verständigen können, und wenn der Reiseaufwand für mich angemessen machbar ist - als Geldloser bleibt mir normalerweise nur Trampen als Fortbewegungsweise, und das kann bei größeren Entfernungen Tage dauern...; andere mich einladende Veranstaltungen überlegen deshalb angemessenerweise, wie sie mich unterstützen können... -, dann komme ich gerne...

Wenn es nicht paßt oder ich den Aufwand nicht für angemessen halte, dann kann ich leider nicht kommen und Sie müssen Ihre Veranstaltung allein machen...

Ich werde keine 'Prozeßkostenhilfe' oder irgendwas Derartiges beantragen, weil Geldgeschäfte nicht mein Ding sind. Und man Gäste, die man zu irgendwelchen Veranstaltungen einlädt, nicht nötigen sollte, aus Ihrer Sicht dabei Unrecht mitmachen zu müssen. Alles Derartige ist Ihre Welt und nicht meine, und ich mache sowas nicht mit...

Ich denke nicht nach der Logik von Herrschaft und Geld, sondern nach der Logik gewaltfreien Teilens oder schenkender Liebe... Bin dementsprechend auch immer bereit, mit allen anderen Menschen, auch mit Ihnen, das letzte Hemd zu teilen, wenn Sie danach bedürftig sind...

Ich grüße das Natürliche (Göttliche) Licht in Ihnen, und freue mich gegebenenfalls auf eine Begegnung bei Ihrer 'Gerichts-Veranstaltung',

Öff!Öff! / Jürgen Wagner

Kommentare:

Sockenpuppe hat gesagt…

süß einfach süß der jürgen

Gundermann hat gesagt…

ach, solche gedanken hatte ich schon oft. wie einst der sachsenkönig sagte: "macht euren mist doch alleene!"