Google+ PPQ: Letztes Bollwerk vor der Barbarei

Donnerstag, 14. August 2008

Letztes Bollwerk vor der Barbarei

Josef Joffe hat es herausgefunden: Wenn alles so weiter geht, ist 2048 alles zu Ende. In nämlichem Jahr werde "die letzte Zeitung im Kasten liegen" (Joffe), weil die Huffington Post in den USA ein Geschäftsmodell erfunden hat, bei dem Inhaltsproduktion so billig wird, dass sie nur noch möglich ist, wenn die Produzenten dort klauen, wo noch richtiger Journalismus stattfindet, und dazu Leserreporter beschäftigen, die nur mit Aufmerksamkeit bezahlt werden. Die "kostenlose Aufmerksamkeits-Ökonomie" wuchert rund um die guten alten Holzmedien, die die wie Joffes "Zeit" das letzte Bollwerk sind zwischen hier und heute und einer grausamen Medienbarbarei aus Billig-Blogs und Werbebotschaften.

Ohne "richtige Journalisten", die, so Joffe, "das Interessante vom Belanglosen und Blöden" trennen und mit Hilfe von Informationen Bürger zu "informierten Demokraten" erziehen. Etwa wie die "Zeit" das tut - diese Woche mit einem Text namens "Urlaub mit Obama", einer Einführung in die Art, "wie die neuen Ökomanager Konsum und Gewissen versöhnen" und dem von Joffe selbst gelösten letzten Rätsel um den Kaukasus-Krieg: "Die Ursache dieses Krieges heißt Russland".

Das hätten Youtube, Facebook und Huffington Post, bei Joffe Aushängeschilder für Plattformen, die von ihren Usern Inhalte geschenkt bekommen und "daraus eine Werbeplattform zimmern" vielleicht auch gerade noch herausbekommen. Aber es mit soviel Grandezza und Grundgehalt hinzuschreiben, niemals.

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