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Montag, 17. November 2008

Krise besser als Kyoto

Mit einer Unterschrift allein wollten die westlichen Länder unter Führung von Sigmar "Eisbär" Gabriel den Klimawandel stoppen und das Fieber der Erde heilen. Alle die bereit waren, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen, hatten damit im Grunde genommen schon aufgehört, überhaupt noch CO2 zu produzieren. Zumindest gefühlt waren harthörigen Amerikaner die einzigen, die noch Schuld hatten an der Aufheizung der Atmosphäre: Sie verweigerten die Unterschrift mit der Begründung, sich im Zweifelsfall ohnehin nicht an Klimaschutzauflagen halten zu können, wenn es darauf ankomme, Wirtschaftswachstum sicherzustellen.


So haben es auch alle Unterzeichnerländer des Kyoto-Protokolls gehalten, allerdings ohne groß darüber zu reden. Neue Statistiken des Klimasekretariats der Uno zeigen jedenfalls einen eindeutigen Trend: Die weltweiten Treibhausgasemissionen steigen nach einem scharfen Knick in den neunziger Jahren wieder an, das Kyoto-Protokoll, Grundgesetz einer künftig grünen Erde, ist von seinen Verabschiedern offenkundig etwa so ernst genommen worden wie Sigmar Gabriel vom Bären Knut.

Weniger Treibhausgase werden heute zwar hergestellt - um 17 Prozent liegt der Ausstoß von 2006 unter dem des Jahres 1990. Verantwortlich dafür aber ist nicht das erst 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll, sondern zuallererst der Abschied des Sozialismus mit seiner zu hundert Prozent naturbelassenen Schwerindustrie aus der Menschheitsgeschichte. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Trend gedreht, die Menge der Emissionen wächst wieder, ganz unabhängig vom am 16. Februar 2005 in Kraft getretenen und 2012 auslaufenden Kyoto- Abkommen, das erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen festschreibt. An die sich bisher aber eben niemand hält.

Aber kaum enthüllt der "Spiegel" das, ist die Schlagzeile auch schon wieder von vorgestern: Spätestens im nächsten Jahr, wenn der CO2-Ausstoß wegen der nachlassenden Nachfrage der Verbraucher nach chinesischem Kinderspielzeug, Flachbildfernsehern und Großlimousinen von Opel und BMW zurückgegangen ist, darf dann getitelt werden "Wirtschaftskrise gut für Weltklima".

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