Google+ PPQ: Bomben für ein Leben ohne Bomben

Montag, 22. Dezember 2008

Bomben für ein Leben ohne Bomben

Ungewohnt vorsichtig und ohne den üblichen Schaum vorm Mund formulierte die dpa gestern folgenden Sachverhalt: "Nach Ende einer sechsmonatigen Waffenruhe haben militante Palästinenser im Gazastreifen ihre Raketenangriffe auf Israel verstärkt. Kämpfer der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad feuerten allein am Sonntag 14 Kassam-Raketen auf israelische Grenzorte ab." Die Angriffe wurden also verstärkt, was im Umkehrschluss heißt, dass der Waffenstillstand im herkömmlichen Sinne - die Waffen stehen still - gar keiner war. Die Dschihadisten haben sich offenbar endgültig daraug geeinigt, nur zwei Dinge richtig zu tun: Mit Raketen-Attacken ihre Lage zu verschlimmern - und über ihre schlimme Lage zu jammern. Oder wie es ein Hamas-Sprecher unmittelbar nach den Angriffen unnachahmlich formulierte: "Der palästinensische Widerstand hat das Recht, jedes Mittel einzusetzen, um sein Volk vor der israelischen Aggression zu schützen, einschließlich Märtyrer-Operationen." Die israelische Aggression sah übrigens so aus: "Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert reagierte ausweichend auf Forderungen mehrerer Minister, umgehend mit einer Militäroffensive auf die palästinensischen Angriffe zu antworten." Puh, das ist finster. Genau so finster wie die Schläge israelischer Kampfjets und Kampfhubschrauber gegen die Raketenstellungen der Kämpfer gegen das Embargo des Gaza-Streifens - das nur aufrechterhalten wird, weil das Geld für die Versorgung der Bevölkerung fehlt, die seit Freitag abgeschossenen 35 Raketen und 25 Mörsergranaten aber gerade noch ins Budget passten. Übrigens: Welche Hilfsgüter das Schiff "Dignity" der US-Menschenrechtsgruppe "Free Gaza" an Bord hatte, als es am Samstag die israelische Seeblockade durchbrach, wurde nicht gesagt.

1 Kommentar:

politplatschquatsch hat gesagt…

ein kleiner schritt für die menschheit, ein großer für dpa: normalerweise stricken die meldungenimmer nach dem muster "isrealische soldaten haben heute bei einer gewaltsamen aktion im gazastreifen sieben palästinenser getötet. zuvor hatten militante anhänger der hamas mit kassamraketen auf israelische siedlungen geschossen." ein kunstgriff, der den täter zum opfer macht, obwohl nicht mal gelogen wird: die abfolge stimmt ja, sie wird nur falschherum erzählt. meisterhaft