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Freitag, 23. Januar 2009

Mannichl: Staatsdichter wusste es vorher

Um nicht weiter auf offener Bühne und vor vollem Haus über die im eigenen Haus verbrochenen Frontberichte zum Fall des von einer geheimen Macht beinahe erstochenen Passauer Polizeichefs Alois Mannichl berichten zu müssen, fand die "Süddeutsche Zeitung" jüngst auf Anregung einiger Blogs mitten im mehrere Millionen Werke umfassenden Fundus der Weltliteratur tatsächlich ein Buch, das fast beinahe und doch nicht sehr genau "den Fall Mannichl vorwegnahm" (SZ). Auch in dem Krimi kommt ungewöhnlicherweise ein Polizist vor, dazu ein Messer und eine Tür - die Parallelen sind unübersehbar, wenn man keine Lust hat, wonaders hinzugucken.

Etwa hierhin: In Berlin steht derzeit der oberste Rock´n´Roll-Dichter der bislang trotz aller Bemühungen von Angela Merkel und Franz Müntefering immer noch einzigen deutschen Arbeiter- und Bauernrepublik vor Gericht. Kurt Demmler, ein Wortakrobat, der schon in seinen jungen Jahren als im Wolga durch Land wandernder Liedermacher einen legendären Heißhunger auf frisches Mädchenfleisch mit zu jedem Auftritt brachte, soll ein halbes Dutzend junger und jüngster Choreleven mitten im Tonleiterüben zum Oralsex gezwungen haben.

Auch hier sind die Parallen zum Fall Mannichl überdeutlich. War es doch Kurt Demmler, der mitten in den anbrechenden 70er Jahren als Singwortsucher für die rebellische Kapelle Renft gleichsam alles zum Drama um den großen bayrischen Polizeitragöden in ein paar saxophonumquietschte Zeilen packte:

Schließ die Wunden deiner Sehnsucht zu,
purpurrot fällt im Theater
der Vorhang nieder.
Und Vater kommt nie wieder, nie wieder,
nie wieder, nie wieder, nie wieder ...

Zu klären wäre nun nur noch, wie der Zustand der Wunde sich den vor zwei Tagen zur Begutachtung gerufenen Gerichtsmedizinern fünf Wochen nach dem Einstich der neuen rechtsextremistischen Qualität präsentierte. Zudem welches Theater gemeint ist - etwa das Staatstheater, das Seehofer und der Rest der politischen Republik mit dem kargen Ausstattungsgegenstand Lebkuchenmesser aufführten? Zudem: Wieso ist der Vorhang purpur, und nicht braun? Schließlich noch: Wer ist Vater? Und wessen Vater ist er? Vater Staat? Vater Mannichl? Verstecken sich hier Hinweise auf einen Kinderschänderring? Was weiß Demmler über den Fall, was Mannichl nicht weiß? Kann der Dichter eine Personenbeschreibung des Schlangenmannes ohne Tattoo liefern? Süddeutsche, übernehmen Sie!

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