Google+ PPQ: Wir sterben langsamer aus

Sonntag, 15. Februar 2009

Wir sterben langsamer aus

"Ich bin davon überzeugt, dass die Geburtenrate für 2007 deutlich über 1,4 gestiegen ist", verkündete die papsttreue Abtreibungsgegnerin Ursula von der Leyen im Juli 2008, nur um sich wenig später von den richtigen Zahlen belehren lassen zu müssen. Die Geburtenrate war doch nur auf 1,37 pro Frau gestiegen - weit weg von "über 1,4". Statt 48.000 Geburten mehr wie vorhergesagt gab es nur magere 12.000 mehr, knapp über der statistisch nicht erfassbaren Schwankungsbreite.

Von der Leyen aber lässt nicht ab vom Triumphgeheul, denn der Trend zeigt weiter und immer schwächer nach oben: Das Statistische Bundesamt schätzt die Gesamtzahl der Geburten im Jahr 2008 nun auf bis zu 690.000, noch einmal 5.000 mehr. Das wäre ein Wert von immer noch weit unter 1,4 pro Paar - die Deutschen sterben weiter hocheilig aus, nur ein ganz klein wenig langsamer als 2006. Denn erst ein Wert von 2 würde auch nur die einfache Reproduktion gewährleisten.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, keine Freundin von Wirklichkeit und Fakten, sprach in einem Interview dennoch frech von einer "Trendwende", die per dpa sofort als Babyboom und "Familie hat Konjunktur" ins Land geblasen wurde. Als Ursache für den marginalen Anstieg der Geburtenzahlen sieht von der Leyen gleich mal einen ganz grundsätzlichen "Mentalitätswandel". «Junge Menschen haben das Gefühl, die Gesellschaft lässt sie als Eltern nicht alleine.» So lange die Ministerin mit Lob zur Seite steht, gebähren die glücklichen wieder wie im letzten Jahr unter Rot-Grün. Ein schöner Erfolg gezielter "Familienpolitik".

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Denn erst ein Wert von 2 würde auch nur die einfache Reproduktion gewährleisten."

Nein, ich glaube 2,3 war's. KANN ja auch nicht jeder Kinder bekommen.

politplatschquatsch hat gesagt…

ja klar. aber das war rein rechnerisch gemeint.