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Montag, 29. Juni 2009

Streikfront im Schlaraffenland

Die Kommunen sind alle pleite, die Länder brauchen mehr Geld, die Schulden steigen, so dass sogar Sachsen-Anhalts Strickjacke im Landeskanzleramt, ein Hobbykleingärtner namens Wolfgang Böhmer, bei jeder Gelgenheit darauf hinweist, wie schön das wäre, wenn er seinen Bürgern noch viel, viel mehr Steuern abknöpfen könnte.

Denn allerlei muss bezahlt werden in Sachsen-Anhalt. Letztes Jahr etwa waren die Lehrer im Lande tagelang im Ausstand. Für die Zeit, die sie ihre lernbegierigen Schüler sich selbst überließen, steht den Pädagoginnen und Pädagogen natürlich kein Gehalt zu. Damit die Armen sich aber auch im Arbeitskampf etwas zu Beißen kaufen können, unterhält die Gewerkschaft Verdi eine große Streikkasse: Aus der zahlt die Kampfbund der Lehrerschaft, wie Karl Eduards Kanal richtig bemerkt, was der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern nicht geben darf, wenn die nicht zur Arbeit kommen.

Doch Deutschland ist ein Sozialstaat, der zu einem ganz überwiegenden Teil auf den Prinzipien von gerechtigkeitsschaffender Umverteilung und gelebter Solidarität ruht. Die Gewerkschaft Verdi durfte also ihre Streikkasse geschlossen lassen. Das Land Sachsen-Anhalt, am höchsten verschuldet unter allen bundesdeutschen Flächenländern, zahlte seinen streikenden Lehrerinnen und Lehrern auch für die Streiktage großzügig das Gehalt, das eigentlich nur bekommt, wer dafür auch arbeitet.

Es werde zu teuer, den Betrag, der den Lehrern nicht zustehe, aus den Überweisungen herauszurechnen. Viel billiger ist es, die Steuern einfach nochmal zu erhöhen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gut herausinvestigatiert. Lehrer bezahlen und massig einsparen dabei, warum nicht gleich so? :) Da würde ich doch glatt bis zum Pensionsalter durchstreiken.

ppq hat gesagt…

den schwachen muss geholfen werden, das war schon immer unser motto. nur leider erhört uns keiner