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Freitag, 16. Oktober 2009

Ethos in der Endlosschleife

Wie schön, wenn man eigene Fernsehsender und eigene Zeitungen hat, denn dann kann der eigene Tod als traurige Endlosschleife ins Land übertragen werden. n-tv jedenfalls feiert das Ableben seines Besitzer Reinhard Mohn so ausdauernd, als wären Papst und US-Präsident gleichzeitig verstorben, alle Moderatoren tragen geschmackvoll schwarz und ein professionelles Gerührtsein-Zittern in der Stimme. Nur die Börsendaten im Videotext wurden nicht eingefärbt.

Auch der "Stern", immer schon ein Blatt der Aufklärung, weint mit um den 5,7 Milliarden teuren Toten, der ein Leben lang ein Beispiel für "Überzeugung und Ethos" war, wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) konstatierte. So habe Mohn seine erste Karriere als Leutnant der Wehrmacht nach seiner Gefangennahme schnell beendet und in amerikanischer Gefangenschaft Management-Kurse besucht. Aus Angst vor seiner Mutter Agnes blieb der beliebte Patriarch 18 Jahre mit seiner ersten Frau Magdalena verheiratet, während er nebenbei schon mit seiner späteren Frau Liz Mohn Kinder bekam. Nachdem Agnes gestorben war, ließ sich "der letzte große Aufbau-Unternehmer" (Guttenberg) sich dann schnell von seiner ersten Frau scheiden, um Liz Mohn zu heiraten. Zu diesem Zeitpunkt waren die drei gemeinsamen Kinder des Paares 18, 17 beziehungsweise 14 Jahre alt und überzeugt, dass der Kinderbuchlektor Joachim Scholz, mit dem ihre Mutter eine Scheinehe eingegangen war, ihr Vater ist.

Mohn adoptierte die drei und schmiedete "aus den Nachkriegstrümmern seines Familienunternehmens in Gütersloh einen Weltkonzern", wie Wirtschaftsminister Guttenberg findet. Genug Substanz hatte das Unternehmen, das im Dritten Reich vor allem Kriegspropaganda-Groschenhefte zur Erbauung der Frontkämpfer und Krieger an der Heimatfront gedruckt hatte: Bis heute wurde aus dem früheren Hauptlieferanten der Wehrmacht die RTL-Group mit 45 TV-Sendern und 32 Radiostationen in 11 Ländern, so dass dort vielbeschäftigte Prominente wie die Entertainer Frank Elstner und Günther Jauch und die Sängerin Mireille Mathieu gern zur Trauerfeier kommen.

Mohn sei ein Bürger gewesen, der «in der Gesellschaft das Wort ergriffen» habe, sagte Guttenberg, der vermutlich mehr als einen Anruf aus dem Hauptquartier des Familienoberhaupts bekommen hat. Doch habe er nie in Talkshows gesessen, wie Jürgen Rüttgers erstaunt bemerkte, der doch wissen müsste, dass die Plätze dort für Leute wie ihn reserviert sind, die viel reden müssen, weil sie nichts zu sagen haben. Unterschichtenfernsehen machte der Anhänger einer "partnerschaftliche Unternehmenskultur" ( Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski) sowenig selbst, wie er es selbst angeschaut hätte. Dafür hatte Mohn seine Leute.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dankenswert, dass Sie diese wahren Bertelsmann Schätze zur Ausstellung bringen.

Wenn ich mich aufregen wollte, würde ich sagen, das war zu Lebzeiten einer der Verlogensten, aber ich will mich ja nicht aufregen, deshalb sage ich das nicht.

Anonym hat gesagt…

im ersten absatz steht mohr statt mohn..nicht das es ein grosser unterschied wäre, aber der so benamste spiegelredakteur war dann doch nicht sooo mächtig..

Anonym hat gesagt…

Mohn- Burda- Merkel heißt das Kaffeekränzchen, das Deutschland regiert.

Anonym hat gesagt…

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