Google+ PPQ: Mad Max in Mitteldeutschland

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Mad Max in Mitteldeutschland

Vielfach sind wir gewarnt worden, vielfach haben wir gewarnt. Und nun? Alcoa über den Erwartungen, Intel über den Erwartungen. Google sieht Licht am Werbehorizont und die Krisenbekämpfung liegt schon wieder fast ganz in den Händen junger Staatsanwälte, die hauptsächlich damit beschäftigt sind, die Büros von öffentlich-rechtlichen Landesbanken zu durchsuchen.

Das war sie also, die größte Krise der Menschheitsgeschichte? So fühlt er sich an, der letzte, der defintive Weltuntergang?

Wo sind die Hungerschlangen vor den Suppenküchen? Wo ist der Führer, der sich die Unsicherheit zunutze macht? Wo sind die Verbrechensraten, die in die Höhe schießen?
Sieht es wirklich so langweilig alltäglich aus, wenn der Kapitalismus ins letzte Stadium seines höchstes und verfaultesten Stadiums tritt?

Was hatten sie uns nicht alles versprochen: Mad Max in Mitteldeutschland, kalte Wohnungen, zerschossene Straßenbahnen. Das Recht des Stärkeren würde wieder regieren und der kleine Mann die Zeche zahlen mit Blut, Schweiß und Tränen.

Nun zahlt er wie immer mit Steuern und inzwischen darf er sogar aufatmen. Die Verschuldung des Staates geht in die zwiete Potenz, das heißt nichts anderes, als das die heute lebende Generation selbst theoretisch keine Chance hat, das Geborgte zurückzuzahlen. Das werden zwangsläufig die Kinder der Kinder tun müssen - und denen muss Opa so wenig in die Augen schauen wie Angela Merkel sich dereins Gedanken um die Einhaltung der von ihr selbst auf die klaffende Staatsschuld-Wunde gepflasterte "Schuldenbremse" machen muss.

So ist das mit den großen Krisen - von Nahem sehen sie ziemlich klein und gewöhnlich aus. Nicht mit Aufständen, Rebellionen, entwerteten Sparvermögen und der Flucht der paar Schlauen, die seit Jahren Goldmünzen gehortet und Dauerwurst eingekocht haben.

Wo die mit der Verantwortung für verlorene Millionen geschlagenen Banker früher aus den Fenstern sprangen, sitzen sie jetzt in Fernsehrunden, wo die früher mangels Elektroversorgung ausgefallen wären, dauern sie jetzt einfach nur länger.

Erklärt aber wird nichts. Dieselben Männer und Frauen, die die Krise erst nicht kommen sahen und dann darüber sprachen, dass sie niemand kommen sah, sprechen jetzt darüber, ob sie wohl zu Ende ist. Danach folgt mutmaßlich die ausgiebige Erörterung des Themas, warum das Ende des Untergangs auch wieder niemand vorausgesehen hat.

Kommentare:

Kai hat gesagt…

Hab noch ein wenig Geduld. Wir haben das erste Drittel der Krise noch nicht einmal hinter uns.

ppq hat gesagt…

nur damit es mal einer gesagt hat