Google+ PPQ: Kantersieg im Kampf gegen rechts

Freitag, 20. November 2009

Kantersieg im Kampf gegen rechts

Kantersieg im "Kampf gegen rechts" für Klimakanzlerin Angela Merkel und die Mobile Opferberatung. Jahrelang fuhren Medienvertreter auf der Suche nach dem ganz gewöhnlichen Faschismus in der "Mitte der Gesellschaft" (Wolfgang Thierse) der Einfachheit halber in das kleine erzgebirgische Dörfchen Reinhardtsdorf-Schöna, das unerwartet sehr berühmt dafür geworden war, dassl ein Viertel ihrer Bürger stets Kandidaten der NPD wählte.

Mobile Opferberater fanden sich auch ein, verstärkt durch Soziologen, Sozialarbeiter und andere Fördermittelempfänger, der von Rechten unterwanderte Jugendklub wurde kurzerhand geschlossen, zugezogene Zivilgesellschaftler gründeten tapfer eine Bürgerinitiative und die Landesregierung in Dresden legte eine Bargeldpipeline bis ins Dorf, um den traditionell fremdenfeindlichen Dörflern ihre widerliche Sympathie für die NPD abzukaufen.

Das Ganze wurde selbstverständlich wissenschaftlich begleitet: In einer nahezu unlesbaren Broschüre namens “Deutsche Zustände” analysierte die im “Kampf gegen rechts” lokal führende Autorin Bianca Richter “exemplarisch die Selbststabilisierungsfaktoren von feindseligen Ansichten und Verhalten” (Broschüre). Anschließend stellte “sie verschiedene Interventionsmöglichkeiten für die Gemeinde vor” und “das Mobile Beratungsteam in Sachsen zog "Bilanz zu Möglichkeiten der Demokratieentwicklung in Reinhardtsdorf-Schöna”.

Die sind nun unter Ausschluß der Öffentlichkeit ausgeschöpft. Bei der Bundestagswahl 2009 brach der Stimmenanteil der NPD um die Hälfte ein, nur noch 108 Reinhartdsdorfer und Schönaer wollten die Rechtsextremen wählen. Die CDU profitierte am meisten vom demokratischen Sinneswandel, sie holte das Dorf mit 39,5 Prozent der Zweitstimmen zurück in den Schoß der demokratischen Gemeinden. Leider ist das weltweit unbemerkt geblieben, weil der gewonnene Kampf gegen rechts tendenziell eher weniger ein Thema ist als der verlorene. Ohne braune Gefahr keine Fördermittel, ohne Fördermittel keine Schlagzeilen. Außer auf der drögen Statistikseite der Landesregierung und im wackeren Domradio hat den Triumph der Guten gar niemand mehr zur Kenntnis genommen.

1 Kommentar:

VolkerStramm hat gesagt…

Es kann aber auch sein, dass das vierte Reichs nicht in Reinhardsdorf-Schöna, sondern im (wir Freunde des Mannichl-Stadl erinnern uns) Cafe Traudl durchstarten wird.

Deshalb, niemals nachlassen im Krampf gegen Rechts!