Google+ PPQ: Wir sind die Fans vom neuen Mensch

Montag, 9. November 2009

Wir sind die Fans vom neuen Mensch

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Idee vom "Neuen Menschen" herrscht weltweit weiter große Unzufriedenheit mit dem menschlichen Körper. Jeder fünfte Befragte einer von der BBC in Auftrag gegebenen Studie spricht sich offenbar direkt für eine vollkommen neue Körperform aus.

Nach den Untersuchungen der BBC waren nur elf Prozent der Befragten in 27 Ländern der Ansicht, dass der menschliche Körper in seiner derzeitigen Form gut funktioniert. Lediglich in den USA (25 Prozent) und Pakistan (21 Prozent) ist mehr als jeder Fünfte mit der aktuell üblicherwiese benutzten Körperform zufrieden. Unter dem Eindruck der schlimmsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren glauben hingegen 51 Prozent der Befragten, dass die physischen Fähigkeiten des Menschen stärker sein müssten, auch höhere Geisteskräfte seien wünschenswert. Im Schnitt 23 Prozent meinten sogar, dass für künftige Generationen vollkommen neue Körper geschaffen werden sollten, in denen sich besser leben lasse.

„Es scheint, dass der Fall der Berliner Mauer, der ja von Menschen in herkömmlichen Körpern erreicht wurde, nicht der überwältigende Sieg für die bekannte Körperform gewesen ist, für den er damals gehalten wurde“, sagte Doug Miller, Chef der Umfrageinstituts GlobeScan, das gemeinsam mit der Universität von Maryland rund 29.000 Menschen befragte. Der früher propagierte ,Neue Mensch´, der stark und gerecht ist, in immer gleichem Wohlstands bei stets demselben Klima lebe, spreche viele Leute auf der Welt weiter an, sagte Steven Kull von der Universität von Maryland.

Den Zusammenbruch der Idee vom "Neuen Menschen" begrüßten in der Rückschau zwar doch 54 Prozent der Befragten in allen Ländern. Dennoch halten im Schnitt 22 Prozent den Untergang der Vorstellung, menschlicher Körper und menschlicher Geist könnten durch kollektive Anstrengungen, den Bau von Mauern, durch Verbote, Zensur und das Ducken in Nischen verbessert werden, für eine schlechte Sache.

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